Radsport: Valentina Cavallar beklagt Dopingprobe kurz nach dem Tod ihrer Mutter - DER SPIEGEL
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Österreichische Athletin Radsportlerin beklagt Dopingprobe kurz nach dem Tod ihrer Mutter

Radrennfahrerin Valentina Cavallar hat eine für sie verstörende Dopingkontrolle öffentlich gemacht und den Umgang mit Profisportlern kritisiert. Die zuständige Agentur bat nach Medieninformationen um Entschuldigung.
Radsportlerin Cavallar in einem Teamfahrzeug beim Giro d’Italia Women
Radsportlerin Cavallar in einem Teamfahrzeug beim Giro d’Italia Women

Radsportlerin Cavallar in einem Teamfahrzeug beim Giro d’Italia Women

Foto: NurPhoto / Getty Images

Die österreichische Profisportlerin Valentina Cavallar hat mit einem Post bei Instagram für Aufsehen in der Radsportszene gesorgt. Darin kritisiert sie eine Dopingkontrolle, die wenige Stunden nach dem Tod ihrer Mutter im September stattgefunden habe. Dies sei zudem in einem Raum neben jenem, in dem sich der Leichnam befunden habe, erfolgt, wie die 25-Jährige schrieb.

»Ich verstehe, wie wichtig sauberer Sport ist, und ich habe die Verantwortung, die mit dem Dasein als Profisportlerin einhergeht, stets respektiert«, schreibt Cavallar in ihrem Post. Unter diesen Umständen eine Dopingkontrolle über sich ergehen lassen zu müssen, empfinde sie jedoch als »zutiefst schmerzhaft, völlig fehl am Platz und respektlos gegenüber meiner Familie«, heißt es weiter.

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Die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) Austria äußerte sich am Dienstag. Der Bericht Cavallars mache betroffen, hieß es in einem Statement. 

Zu kontrollierende Personen hätten auch Rechte, teilte die NADA Austria demnach mit. »Dazu gehören der respektvolle Umgang, die Achtung der Menschenwürde und der Privatsphäre sowie die Befolgung der vorgesehenen Verfahrensstandards«. Allerdings habe es sich um keine Dopingkontrolle der NADA Austria gehandelt. Zu den konkreten Umständen würden keine eigenen Erkenntnisse vorliegen, hieß es weiter.

Die International Testing Agency (ITA), die im Auftrag des Radsport-Weltverbands UCI Dopingkontrollen bei Radprofis durchführt, hat auf Anfrage der Fachmagazine »Velo«  und »Cycling Weekly«  am Mittwoch angegeben, dass weder die Agentur noch der Kontrolleur vorab von dem Todesfall gewusst hätten.

Ehemalige Olympiaruderin Cavallar beim Giro d’Italia Women

Ehemalige Olympiaruderin Cavallar beim Giro d’Italia Women

Foto: Luc Claessen / Getty Images

»Haben uns bei ihr entschuldigt«

Den Medienberichten zufolge habe der Kontrolleur erst bei seiner Ankunft vor der Haustür vom Tod der Mutter erfahren. Er sei angesichts der Situation bestrebt gewesen, das »Verfahren mit Unterstützung der Fahrerin und ihrer Familie so diskret, respektvoll und zügig wie möglich durchzuführen«. Cavallar und ihre Familie hätten nicht um eine Verschiebung oder einen Abbruch der Kontrolle gebeten, teilte die ITA weiter mit.

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»Wir sind uns dessen voll und ganz bewusst, dass die Dopingkontrolle in dieser ohnehin schon außerordentlich schmerzhaften Zeit eine zusätzliche Belastung darstellte. Wir haben uns direkt mit der Fahrerin in Verbindung gesetzt und uns bei ihr entschuldigt«, hieß es weiter.

Die frühere Ruderin Cavallar, die erst seit 2024 im Profiradsport antritt, war kurzfristig bei der Tour de France Femmes ausgestiegen und hatte ihre Saison vorzeitig beendet. In ihrem aktuellen Post begründete die Fahrerin vom Team SD Worx-Protime dies mit »persönlichen und familiären Gründen«. Das Ergebnis der Dopingprobe ist nicht bekannt.

Größere Kritik der Fahrer an Zeitpunkt und Durchführung von Dopingkontrollen im Radsport gab es zuletzt während der Tour de France, als mehrere Profis, darunter die Stars Tadej Pogačar und Jonas Vingegaard, in der Nacht kontrolliert worden waren.

ngo