Dänischer Doping-Report belastet Bjarne Riis - DER SPIEGEL
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Dänischer Report Riis soll Doping im CSC-Team zugelassen haben

Bjarne Riis wird in einem neuen Doping-Bericht schwer belastet. Die dänische Anti-Doping-Agentur kommt zu dem Schluss, dass der frühere Manager von Doping im CSC-Team gewusst und es zum Teil sogar angeordnet hat.
Ex-Radsport-Manager Riis: "Das ist völlig inakzeptabel"
Ex-Radsport-Manager Riis: "Das ist völlig inakzeptabel"

Ex-Radsport-Manager Riis: "Das ist völlig inakzeptabel"

Foto: Nicolas Bouvy/ dpa
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Der frühere Tour-de-France-Gewinner Bjarne Riis, 51, hat in seiner Zeit als Teamchef bei CSC nichts gegen Doping in den eigenen Reihen unternommen. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Bericht der dänischen Anti-Doping-Behörde ADD hervor. "Riis hat versäumt, zu intervenieren und das ist völlig inakzeptabel", sagte ADD-Chef Michael Ask. Sanktionen sind trotzdem nicht zu erwarten, da die Verjährungsfrist von acht Jahren abgelaufen ist.

Laut dem Bericht gab es bei CSC einen flächendeckenden Gebrauch von Kortison ohne medizinische Begründung. Riis soll zudem den Dänen Bo Hamburger aufgefordert haben, den von der ADD als Zeugen gehörten Ex-Profi Jörg Jaksche mit Epo zu versorgen. Auch sei Riis bekannt gewesen, dass neben dem Amerikaner Tyler Hamilton weitere Fahrer mit unerlaubten Substanzen arbeiteten. Die Teamärzte, darunter der heutige Mediziner des Skandal-Teams Astana, Joost de Maeseneer, hätten ebenso von den Machenschaften gewusst.

Jaksche hatte Riis in der Vergangenheit mehrfach beschuldigt, Doping zumindest geduldet zu haben. Unter der Regie von Riis, der 2007 die eigene Dopingpraxis gestanden hatte, gewann der spanische CSC-Fahrer Carlos Sastre 2008 die Tour.

Zu Beginn dieser Saison war Riis von seinem Posten als Sportdirektor beim CSC-Nachfolger Tinkoff-Saxo, bei dem Alberto Contador fährt, suspendiert worden.

Der 97 Seiten umfassende ADD-Report, der nach dreijährigen Recherchen kurz vor Tour-Beginn vorgelegt wurde, klagt auch die früheren dänischen Fahrer Michael Rasmussen und Nicki Sørensen des Dopings an; Sørensen hat bereits zugegeben, gedopt zu haben. Der Bericht umfasst die Zeit von 1998 bis 2015.

Erwähnt werden darin zudem die früheren Verantwortlichen Johnny Weltz und Alex Pedersen. Weltz, heutiger Sportdirektor beim Team Cannondale-Garmin, soll im Jahr 2000 unter anderem für ein "Doping-Apartment" in Luxemburg verantwortlich gewesen sein, in dem sich dänische Top-Fahrer aus einem Kühlschrank mit Dopingmitteln wie Epo oder Wachstumshormonen versorgen konnten.

psk/dpa/sid