Dopingverfahren: Spanischer Verband spricht Contador frei - DER SPIEGEL
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Dopingverfahren Spanischer Verband spricht Contador frei

Freie Fahrt für Alberto Contador: Der spanische Radsportverband hat den dreimaligen Tour-Sieger freigesprochen und seine einjährige Dopingsperre aufgehoben. Nun ist die Welt-Anti-Doping-Agentur am Zug. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sie Rechtsmittel gegen den Freispruch einlegen.
Dopingverfahren: Spanischer Verband spricht Contador frei
Dopingverfahren: Spanischer Verband spricht Contador frei

Dopingverfahren: Spanischer Verband spricht Contador frei

Foto: STRINGER/SPAIN/ REUTERS
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Hamburg - Nun ist es offiziell: Der unter Dopingverdacht stehende Radprofi Alberto Contador ist vom spanischen Radsportverband (RFEC) freigesprochen worden. Damit ist auch die einjährige Sperre des Spaniers aufgehoben, gegen die er Einspruch eingelegt hatte. Gegen dieses Urteil könnten sowohl der Radsport-Weltverband UCI als auch die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof Cas in Lausanne einlegen.

Somit ist der 28-Jährige vorerst wieder startberechtigt. Das bestätigte die UCI am Dienstag . "Bei einem Freispruch kann er von dem Moment an so viel fahren, wie er will - bis zu einem möglichen Cas-Urteil", sagte UCI-Sprecher Enrico Carpani. Nach Angaben seines Pressesprechers wird Contador bereits am Mittwoch bei der Algarve-Rundfahrt an den Start gehen. "Die Gerechtigkeit hat gesiegt", sagte Contadors Anwalt Andy Ramos.

Die UCI hat am Dienstag einen möglichen Einspruch offen gelassen. Der Weltverband will sich zunächst ausführlich mit der Begründung für das Urteil befassen und danach innerhalb der kommenden 30 Tage seine Entscheidung mitteilen. Zuvor hatte der Verband mehrmals erklärt, dass die im September 2010 ausgesprochene vorläufige Suspendierung so lange bestehen bleibe, wie sich das gesamte Verfahren in der Schwebe befinde. Contador war während der Tour positiv auf Clenbuterol getestet worden. Der Arzneistoff wird sowohl zur Behandlung von Asthma als auch in der Tiermast eingesetzt und steht auf der Dopingliste.

"Andere wäre in dieser Situation sanktioniert worden"

Bereits am Montag hatten spanische Zeitungen über den bevorstehenden Freispruch berichtet. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. "Ich weiß nicht, ob der Spanier irgendetwas falsch gemacht hat. Ich weiß aber, dass andere in dieser Situation sanktioniert worden wären", sagte Ex-Weltmeister Tom Boonen der Agentur Sportwereld. Der Belgier war selbst einmal wegen Kokain-Missbrauchs gesperrt.

Die UCI und die Wada haben jetzt vom Eingang der gesamten Unterlagen an einen Monat Zeit, um beim Cas Einspruch gegen das spanische Urteil zu erheben. Es besteht kein Zweifel, das wenigstens eine der beiden Organisationen diesen Schritt vollziehen wird. Damit rechnet auch der spanische Verbandschef Juan Carlos Castaño. "Ich glaube, wir befinden uns erst in der ersten Halbzeit des Spiels", sagte er. Damit hätte Contador theoretisch sogar wieder Chancen auf eine Tour-Teilnahme, weil sich Cas-Verhandlungen erfahrungsgemäß über Monate hinziehen.

Contador war am zweiten Ruhetag der vergangenen Tour in Pau mit geringen Spuren positiv auf Clenbuterol getestet worden. Das Anti-Doping-Labor in Köln hatte den Beweis erbracht. Der Profi führte den Befund auf den Genuss eines verunreinigten Steaks zurück und bestritt jegliches Doping: "Ich bin das Musterbeispiel eines sauberen Sportlers." In seinem Einspruch machte Contador geltend, dass er das verbotene Mittel nicht absichtlich genommen habe. Auch könne ihm keine Nachlässigkeit zur Last gelegt werden.

In einer vorläufigen Entscheidung hatte sich der RFEC dafür ausgesprochen, den Madrilenen für ein Jahr zu sperren und ihm den Gewinn der Tour 2010 abzuerkennen. Allerdings betonte der Verband, Contador könne keine Absicht nachgewiesen erden. Die entdeckte Menge Clenbuterol sei auch so gering gewesen, dass sie keine leistungssteigernde Wirkung gehabt habe. Diese These hatte die Wada entkräftet.

mig/dpa