Franziska van Almsick "Ich bin mal wieder gescheitert"
Athen - Potec benötigte 1:58,03 Minuten für die Distanz. Zweiter wurde die Italienerin Federica Pellegrini (1:58,22) vor der Französin Solenne Figues (1:58,45). Van Almsick lag noch nach 100 Metern vorne, doch am Ende reichten ihre 1:58,88 lediglich zum fünften Platz.
Auf die Frage, wie sie selbst ihre Vorstellung beurteilte, antworte van Almsick ohne Ausflüchte. "Es war eine ganz schlechte Vorstellung", so die 26-Jährige, "ich habe mich schlecht gefühlt. Der Druck war zu groß. Ich bin an der Erwartungshaltung wieder einmal gescheitert." Auf der Tribüne wurde das Ergebnis mit gemischten Gefühlen registriert. "Ich bin überhaupt nicht enttäuscht", gab sich Mutter van Almsick trotzig. Vater van Almsick fügte hinzu: "Endlich ist die Hatz zu Ende."
Van Almsick fand im Finale von Athen nicht zu ihrem Rennen. Von ihrem Weltrekord (1:56,64) war sie Welten entfernt. "Über diese Zeit lache ich", schimpfte die deutsche Medaillenhoffnung, "ich bin stocksauer. Das bin ich in den letzten Wochen in fast jedem Training geschwommen." Nach 100 Metern hatte sie die Führung übernommen, doch nach 150 Metern war sie nur noch Fünfte. Und sie konnte sich nicht mehr weiter nach vorne kämpfen. "Ich bin mit einem klaren Ziel hier her gekommen und war gut trainiert", sagte sie, "ich dachte, ich hätte einiges drauf, aber ich habe meine Form nicht gefunden."
Doch die Hektik der letzten Tage und die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit gingen auch an ihr nicht spurlos vorüber, wie van Almsick zugeben musste: "Mein ganzer Tag war beschissen. Seit zwei Jahren warte ich auf diesen Tag. Und dann geht alles so schnell. Als ich auf dem Startblock saß, dachte ich nur: In fünf Minuten ist alles vorbei."
Doch die Berlinerin gab zu, dass sie in der Vorbereitung auch Fehler gemacht hat. "Ich fühle mich nur kaputt, müde und k.o.", stellte sie frustriert fest, "ich habe so viele Trainingskilometer in den Knochen. Vielleicht ist weniger manchmal mehr. Der Wille war da. Aber es hat einfach nicht funktioniert. Ich werde meine Karriere ohne olympisches Gold beenden. Aber ich will nicht nach Ausreden suchen. Ich habe irgendwo Fehler gemacht. So fit bin ich in diesem Jahr einfach nicht."
Zweimal Gold für Phelps innerhalt einer Stunde
Während van Almsick ihrer Enttäuschung Herr werden musste, gewann US-Schwimmstar binnen einer Stunde zweimal Gold. Nach seinem Triumph über 200 Meter Schmetterling brachte er auch das US-Quartett über 4x200-m-Freistil auf Kurs. Die Amerikaner siegten in 7:07,33 Minuten vor Australien mit Schlussschwimmer Ian Thorpe, die 13 Hundertstelsekunden Rückstand hatten. Bronze ging an Italien in 7:11,83 Minuten. Die deutsche Staffel mit Jens Schreiber, Heiko Hell, Lars Conrad und Christian Keller belegte in 7:16,51 Minuten Rang sechs.