»Hoffen auf eine Sensation« Deutsche Tischtennis-Männer stehen im Finale gegen China
Matchwinner Benedikt Duda
Foto:IMAGO/Liu Xu / IMAGO/Xinhua
Die deutsche Tischtennis-Nationalmannschaft der Männer steht bei der Team-WM in China überraschend im Endspiel. Einen Tag nach der Aufholjagd gegen Frankreich gewannen Dang Qiu, Benedikt Duda und Kay Stumper am Samstag auch das Halbfinale gegen Südkorea 3:2. Nach einer Gesamtspielzeit von mehr als dreieinhalb Stunden besiegte der 28 Jahre alte Duda zum Abschluss den früheren WM-Dritten An Jaehyun im entscheidenden fünften Spiel in 3:2 Sätzen.
THIS is what it means to make the Finals here at #ITTFWorlds2022 🤩
— World Table Tennis (@WTTGlobal) October 8, 2022
Benedikt Duda secures his victory over An Jaehyun and Team Germany's spot at the #Chengdu2022 Men's Team Finals 👏 pic.twitter.com/64lsDrG3eZ
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Der Weltranglisten-36. vom Bundesliga-Club TTC Schwalbe Bergneustadt brachte das Team von Bundestrainer Jörg Roßkopf am Samstag zunächst mit 1:0 in Führung, als er Südkoreas Topspieler Jang Woojin in 3:1 Sätzen besiegte. Beim Stand von 2:2 schlug er dann auch zum ersten Mal in seiner Karriere den 22-jährigen An Jaehyun, der 2019 schon einmal WM-Dritter im Einzel war, bei diesem Turnier aber zuvor kaum zum Einsatz kam.
»Wir fangen uns untereinander immer auf«
Nach der Fünf-Satz-Niederlage des 19 Jahre alten WM-Debütanten Kay Stumper (Borussia Düsseldorf) gegen Cho Seungmin lag die deutsche Mannschaft zunächst mit 1:2 zurück. Doch Einzel-Europameister Dang Qiu (Borussia Düsseldorf), der sein erstes Spiel gegen An Jaehyun mit 1:3 verloren hatte, gewann unter großem Druck das Duell der beiden Führungsspieler mit Jang Woojin (3:1) und erzwang dadurch das entscheidende fünfte Spiel.
»Das Besondere bei diesem Turnier ist: Wenn Bene mal verliert oder Dang mal verliert oder ich mal verliere, ist immer jemand anderes da, der dann besonders gut performt«, sagte Stumper, »wir fangen uns untereinander immer auf.«
Im Finale wird das aber besonders schwer. Gegen die favorisierten Chinesen verloren die Deutschen schon in den beiden vorangegangenen großen Finalspielen (Olympia 2021 und WM 2018) 0:3. Und während die mit Titeln dekorierten Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov (beide Trainingsrückstand) sowie der gerade zum ersten Mal Vater gewordene Patrick Franziska bei Europameister Deutschland nicht dabei sind, steht beim WM-Gastgeber und -Titelverteidiger immer noch die Spitzenbesetzung am Tisch: Weltmeister Fan Zhendong, Olympiasieger Ma Long und der Mixed-Weltmeister Wang Chuqin. Der Weltranglistendritte Liang Jingkun ist in diesem Team bislang nur Ersatz.
Beim 3:2-Halbfinalsieg gegen Japan taten sich die Chinesen allerdings schwerer als erwartet, weil Japans einstiges Wunderkind Tomokazu Harimoto gegen Wang Chuqin und Fan Zhendong gewann. Dennoch sagt Duda: »Das wird natürlich das schwerste Spiel überhaupt. Aber wir werden wieder alles geben und hoffen auf eine Sensation.«