Und was machst du? Der Job-Podcast 100.000 Euro Einstiegsgehalt – und für Tausende Menschenleben verantwortlich
Für Pascal Dombrowsky, 30, ist Deutschland an den meisten Tagen des Jahres ein Schachbrett, 150 mal 150 Kilometer groß. Wenn er im Dienst ist, acht Stunden und 15 Minuten lang, liegt seine Aufmerksamkeit ganz auf diesem Schachbrett. Er beobachtet dann keine Spielfiguren, sondern hat im Blick, ob es in Paderborn regnet, wie in Dortmund der Wind steht und welche Flugzeuge in Düsseldorf den Himmel kreuzen.
All diese Daten für Pilot:innen richtig zu interpretieren, ist Dombrowskys Job. Seit sieben Jahren ist er Center-Lotse bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen bei Frankfurt am Main.
Polizist der Lüfte
»Man kann sich das ein bisschen wie Google Maps von oben vorstellen« – so erklärt Dombrowsky seinen Job im Podcast. Was im ersten Moment noch recht entspannt klingt, ist ziemlich anspruchsvoll: Dombrowsky muss alles, was in seinem Luftraum passiert, im Blick behalten. Jedes Passagierflugzeug, jeden Segelflieger, jeden Hubschrauber, jede Wetterlage.
Dombrowsky ist so etwas wie der Polizist in der Luft, ausgebildet für viele Szenarien. »Haben wir eine schwangere Frau an Bord oder eine Rauchentwicklung in der Kabine, muss alles gut sitzen«, sagt er, »aber das geht immer gut.«
Damit wirklich immer alles gut geht, werden Fluglots:innen intensiv ausgebildet. Wer sich für die Ausbildung oder das duale Studium bewerben will, muss formell zwar »nur« jünger als 25 sein, das Abitur in der Tasche haben und gute Englischkenntnisse vorweisen. Das anschließende zweitägige Auswahlverfahren der DFS in Hamburg trenne aber »die Spreu vom Weizen«, wie Dombrowsky sagt. Neben Mathematik und Physik werden dort auch die Merkfähigkeit oder das Reaktionsvermögen geprüft. Dinge also, die man zu einem Teil nicht erlernen kann.
Er habe damals weiche Knie gehabt, erinnert sich Dombrowsky. Ein Teil der Wahrheit ist nämlich auch: 95 Prozent derer, die am Auswahlverfahren teilnehmen, scheitern.
In der Ausbildung warten Wetter- und Flugzeugtechnik – aber auch viel Praxis
Dreieinhalb Jahre lang wurde Dombrowsky am Campus der DFS in Langen zum Fluglotsen ausgebildet. »Flugzeugkunde, Wetterkunde, Flugzeugtechnik, zu Beginn ist es viel Theorie. Später wird es dann praktischer, und man übt bestimmt 90 Prozent der Zeit im Simulator«, erzählt er. Nach dreieinhalb Jahren dann das erste Mal allein ein Flugzeug mit Passagier:innen und Besatzung zu manövrieren, sei schon eine Hausnummer gewesen. Auch heute noch sei er in jeder Schicht für Tausende von Menschenleben verantwortlich.
Fluglots:innen werden von der Deutschen Flugsicherung (DFS) seit Jahren gesucht . Das liegt auch daran, dass das Auswahlverfahren als sehr anspruchsvoll gilt. Neben den mathematischen Fertigkeiten und dem räumlichen Vorstellungsvermögen wird etwa geprüft, ob man körperlich belastbar und stressresistent ist.
Lange Zeit war Fluglots:in ein reiner Ausbildungsberuf. Seit einigen Jahren gibt es nun auch die Möglichkeit, einen Bachelor in »Air Traffic Management « zu absolvieren. Das duale Studium besteht aus Theorie- und Praxisphasen. Neben Luftfahrtrecht und BWL lernen die Studierenden zum Beispiel, wie eine Flugroute geplant oder ein Flugzeug korrekt beladen wird.
Auch die Ausbildung beginnt mit Theorieunterricht. Zwölf bis 15 Monate lang erarbeiten sich die angehenden Fluglots:innen Inhalte wie Navigation oder Wetterkunde, danach wird mit dem »training on the job« begonnen. Begleitet von einer Ausbilderin oder einem Ausbilder betreuen die Anwärter:innen dann ihren eigenen Luftraum. Zum Ende der Ausbildung verdienen sie bereits etwa 50.000 Euro brutto im Jahr.
Auch Berufsanfänger:innen bekommen ein sehr gutes Gehalt , nach Angaben der DFS rund 100.000 Euro im Jahr. Tendenz im weiteren Berufsleben: steigend.
Warum er sich trotz dieses hohen Drucks keinen anderen Beruf vorstellen kann, wieso er sein hohes Gehalt angemessen findet und Frauen in seinem Beruf auf dem Vormarsch sind, erklärt Pascal Dombrowsky im Podcast.
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