Günstiges Rezept: Bengali Alur Dom – bengalische Kartoffeln für 1,60 Euro pro Portion - DER SPIEGEL
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Bengali Alur Dom: Tomaten und Kartoffeln sind die Hauptbestandteile, die Magie kommt aber aus der Würzung

Bengali Alur Dom: Tomaten und Kartoffeln sind die Hauptbestandteile, die Magie kommt aber aus der Würzung

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Kochen ohne Kohle Bengali Alur Dom – bengalische Kartoffeln für 1,60 Euro pro Portion

Eine süßlich-scharfe Soße umhüllt die Lieblingsknolle der Deutschen: In diesem feurigen Gericht aus günstigen Discounter-Zutaten zeigt sich die Kartoffel von ihrer besten Seite.
Eine Kolumne von Sebastian Maas

Bevor Sie nun einen Tab zum Googeln öffnen: »Bengalen« beschreibt heute grob das Grenzgebiet zwischen dem Osten Indiens und Bangladesch. Die Region hat eine bewegte Geschichte hinter sich, insbesondere wegen der britischen Kolonialherrscher, die die Region erst 1905 und dann noch einmal 1947 in zwei Teile zerschnitten, in einen mehrheitlich hinduistischen und einen mehrheitlich muslimischen Teil. Ein Schritt, der bis heute zu viel Diskriminierung unter den Gruppen geführt hat. Trotz aller Versuche der Teilung gibt es aber weiterhin vieles, das die Menschen westlich und östlich der Grenze eint – von der bengalischen Sprache (mit über 160 Millionen Muttersprachlern) über die Kultur bis zur Küche. Aus dieser Region stammt das heutige Gericht: Bengali Alur Dom, zu Deutsch etwa »bengalische langsam gegarte Kartoffeln«.

»Kochen ohne Kohle«

Bafög oder Azubigehalt sind schon wieder fast aufgebraucht? Der Obstkorb beim unbezahlten Agenturpraktikum war geräubert? Und bitte nicht schon wieder Pizzatoast? Alles kein Problem: In dieser Kolumne zeigt SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas, wie man trotz Flaute auf dem Konto leckere und besondere Gerichte zaubern kann. Dabei gibt es nur zwei Regeln:

  • Eine Portion darf maximal so viel kosten wie ein Essen in der Mensa, also drei Euro.

  • Teure Spezialgeräte sind tabu.

Die Kernzutaten des angenehm scharfen Eintopfes sind in jedem Discounter zu bekommen: Kartoffeln, Tomaten, Ingwer und Zwiebeln. Schwieriger wird es mit den Gewürzen, die dem Rezept Charakter verleihen. Traditionell wird die Soße mit »Panch Phoron« gemacht, der bengalischen Variante eines Fünf-Gewürze-Pulvers aus Schwarzkümmel, Fenchel, Kreuzkümmel, Bockshornklee und schwarzem Senf.

Gut sortierte Fachgeschäfte haben all das im Angebot, einen Großteil der Gewürze findet man aber auch in handelsüblichem Garam Masala oder Currymischungen. Das ist dann natürlich nicht ganz authentisch, aber wir wollen in dieser Kolumne ja auf den Geldbeutel achten. Das bedeutet manchmal Kompromisse.

Bengalische Kartoffeln sind ein feines Hauptgericht, machen sich aber auch gut als Beilage. Wer eine proteinhaltige Komponente vermisst, kann zu Paneer oder gebratenem Hähnchen greifen, als vegane Alternative bieten sich blanchierte grüne Erbsen oder angebratene Kichererbsen an. Fladenbrote oder ein fruchtiger Salat mit Granatapfeldressing und Nüssen passen ebenfalls dazu.

Das benötigt man für zwei Portionen:

Ob Sie alle Gewürze einzeln kaufen oder eine Mischung verwenden, bleibt Ihnen überlassen

Ob Sie alle Gewürze einzeln kaufen oder eine Mischung verwenden, bleibt Ihnen überlassen

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL
  • 500 bis 600 g Kartoffeln, geschält

  • 300 bis 400 g Tomaten, idealerweise sehr reif oder aus der Dose

  • Zwei kleine rote Zwiebeln (etwa 150 g zusammen)

  • 40 g Ingwer, geschält und gehackt

  • Eine grüne Chilischote, entkernt

  • Wasser, Öl, Salz

  • Wichtig: ein Pürierstab oder hitzeresistenter Standmixer

  • Optional: eine Prise Schwarzkümmelsaat und Petersilie oder Koriander zum Bestreuen

Gewürze:
(Wer nicht all die einzelnen Gewürze anschaffen möchte, kann einfach zwei bis drei Teelöffel fertige Currymischung nehmen. Es ist nicht exakt dasselbe, jedoch sind die meisten Bestandteile bereits drin – und es ist viel günstiger.)

  • Je ein gestrichener TL Kreuzkümmel und Koriandersaat

  • Je ein Viertel TL Bockshornklee, dunkle Senf- und Fenchelsaat

  • Ein gehäufter TL Kurkuma

  • Eine große Prise indisches Chilipulver oder Cayennepfeffer

Wie lange dauert das? Je nach Größe und Sorte der Kartoffeln bis zu einer Stunde, die meiste Zeit unbeaufsichtigt köchelnd auf dem Herd.
Was kostet das? Mit Gewürzen und Gemüse vom Discounter etwa 3,20 Euro für die verbrauchten Zutaten, macht 1,60 pro Portion. Wer die originale Würzmischung im Fachhandel anschafft, kommt teurer weg.

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Gar es ohne Bares!

Sebastian Maas
Ein SPIEGEL-Buch: Das kreative Kochbuch für alle mit kleinem Geldbeutel und wenig Zeit
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Seitenzahl: 240
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So macht man Bengali Alur Dom (bengalische Kartoffeln)

  • Die Kartoffeln schälen, in gleich große Stücke schneiden und mit etwas Öl und (falls vorhanden) der Kreuzkümmelsaat in der Pfanne von allen Seiten für ein paar Minuten anbraten, auf mittlerer Hitze. Gelegentlich schütteln. Derweil:

  • Zwiebeln schälen und grob in Ringe schneiden.

  • Tomaten waschen und grob vierteln.

  • Ingwer schälen und grob hacken oder reiben.

  • Die Chilischote waschen, halbieren, entkernen und dann klein hacken.

  • Die Kartoffeln aus der Pfanne nehmen und die restlichen Gewürze im heißen Öl kurz anbraten, dann Ingwer, Tomate, Chili und Zwiebel dazugeben. Alles ein paar Minuten anschwitzen lassen, bis die Zwiebeln glasig sind.

  • Etwa 150 ml Wasser dazugeben und das Gemüse nun pürieren, mit einem Stabmixer oder im Blender.

  • Die Soße zurück in die Pfanne geben und mit Salz abschmecken, die Kartoffeln hineinlegen und bei aufgelegtem Deckel auf mittlerer Hitze für 20 bis 45 Minuten köcheln lassen. Kleinere Stücke und weich kochende Sorten sind schneller fertig, einfach mal zwischendurch umrühren und probieren. Wird die Soße zu dickflüssig und droht anzubrennen? Dann einfach noch einen Schluck Wasser dazugeben.

  • Die bengalischen Kartoffeln mit mehr Chili oder mit gehackten Kräutern wie Koriander und Petersilie garnieren, lecker ist auch Schwarzkümmel. Doch auch ohne Deko schmeckt das Gericht lecker und reichhaltig.

Kartoffeln bissfest und die Soße sämig: Alles richtig gemacht

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Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Es gibt unzählige Varianten des Gerichts, wie es sich für ein weitverbreitetes, zu Hause gekochtes Essen gehört. Manche nutzen mehr Flüssigkeit, sodass die Kartoffeln in Soße schwimmen. Wer den Geschmack weiter auf die Spitze treiben möchte, kann auch Lorbeerblätter, schwarzen Pfeffer, Nelken, Muskat, Zimt, Kardamom, Knoblauch oder eine Prise Zucker in die Soße geben. Oder wie im Original Senföl zum Anbraten verwenden. Ich habe all das aus Kostengründen heute weggelassen – und trotzdem zwei Stunden nach dem Essen noch immer ein wohlig-warmes Bitzeln auf der Zunge.

Lassen Sie es sich schmecken!

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