Sebastian Maas, DER SPIEGEL:
»Gibt es in deiner Familie streng gehütete Familienrezepte? Bei mir ist das Apfelkuchen-Rezept streng geheim. Meine Mutter wollte erst, dass ich heirate, bevor sie es rausgerückt hat. Sie hat es mir versteckt auf der Innenseite eines Bilderrahmens gegeben, damit es niemand anders sehen kann. Und so gern ich das heute auch mit dir teilen würde, wahrscheinlich würde ich dann eins mit der Bratpfanne bekommen. Stattdessen zeige ich dir heute, wie man eine extrem einfache, kopfüber gebackene Apfel Tarte macht. Dafür brauchen wir dann auch die Bratpfanne.
Wenn ich sage, das Rezept ist ultra einfach, dann meine ich das auch. Wir brauchen nur fünf Zutaten heute und ein gutes altes Arbeitstier: eine Pfanne mit einem Metallgriff. Das ist extrem wichtig. Wir wollen die Tarte nämlich erst anbraten und dann die komplette Pfanne in den Ofen schieben. Sie muss nicht mehr geil aussehen, sie kann ein bisschen durchgerockt sein, aber sie darf kein Plastikgriff haben. Der schmilzt sonst und dann haben wir ganz andere Probleme.
Eine echte authentische Tarte Tatin würde man in Frankreich mit Mürbeteig machen, den man vorher selbst hergestellt hat. Wir sparen uns den ganzen Ärger und greifen stattdessen einfach zu Blätterteig aus dem Kühlfach. Das macht alles viel einfacher und wir sparen auch noch Geld wahrscheinlich.
Jeder und jede von uns sollte zu jedem Zeitpunkt Blätterteig im Kühlschrank haben. Die Teile sind absolut genial. Meist sind sie sogar vegan und man kann sie süß oder herzhaft backen. Bisschen Pesto drauf, geil. Creme fraîche, Honig, frisches Obst, geil. Schinken und Käse, geil. Mit Blätterteig ist man wirklich auf jeden Besuch oder auf Munchies eingestellt. Wir kochen!
Die Äpfel einfach im Ganzen mit einem Sparschäler schälen und nach Lust und Laune in Schnitze schneiden. Ich achte darauf, dass sie ungefähr gleich breit sind, damit sie später auch gleich gar sind. Wenn du ein paar Spritzer Zitronensaft draufmachst, dann verhindert es, dass die Äpfel braun werden.
Welche Äpfel du nimmst, ist mir vollkommen egal. Wenn du regionale nimmst, dann ist die Ökobilanz meistens besser und außerdem unterstützt du damit die örtlichen Bauern und Bienen. Aber am wichtigsten ist, glaube ich eh, dass du Obst isst und dann entscheide einfach nach Preis.
Als Nächstes starte ich das Karamell. Eigentlich heißt es der Karamell, aber ich weigere mich, das zu sagen. Dafür einfach Zucker. Ich habe hier weißen Kristallzucker und braunen Zucker gemischt, aber das braucht ihr nicht. Also einfach Zucker in eine warme Pfanne geben und dann am besten gar nicht mehr anrühren.
Man muss ein bisschen vorsichtig sein, ja, weil zwischen verbranntem Zucker und Karamell liegen ungefähr zehn Grad. Wem das Ganze zu aufregend ist, der kann auch ein bisschen Wasser mitzugeben. Aber wir versuchen es heute mal trocken. Wenn man Wasser dazugibt, dann hilft das, den Zucker vorher ein bisschen aufzulösen und zu verteilen. Später verdampft das Wasser dann.
Man muss aber trotzdem wirklich sehr, sehr vorsichtig sein. Das sieht nachher so aus, als wäre das gar nicht so heiß. Aber Zucker, der geschmolzen ist, ist wirklich verdammt heiß. Also bitte nicht mit den Fingern da reingehen, sonst werdet ihr eures Lebens nicht mehr froh.
Wie viel Zucker man braucht, hängt übrigens davon ab, wie sauer die Äpfel sind und wie viel Zitronensaft man verwendet hat. Ich würde sagen, bei sehr süßen Äpfeln nur 50 Gramm Zucker nehmen, bei sauren Äpfeln bis zu 100 Gramm hochgehen.
Sobald der Zucker flüssig ist und eine leicht bräunliche Farbe angenommen hat, stellst du die Hitze komplett ab. An dem Zeitpunkt ist es wirklich wichtig, schnell zu sein, denn sonst kann der Zucker verbrennen und dann hast du keinen Spaß damit.
Die Äpfel vorsichtig reinschichten und wirklich auf die Finger aufpassen. Bitte, bitte ganz vorsichtig sein. Lieber ein zweites Apfel-Stück nehmen und das erste damit ein bisschen durch die Gegend schieben. Ansonsten...ja. Ich bin dafür nicht verantwortlich, wenn ihr euch verbrennt.
Ein bisschen Butter und wenn du magst Kardamom dazugeben. Wenn dir Kardamom zu teuer ist, kann ich das gut verstehen. Dann kannst du auch einfach einen halben Löffel Zimt darüber streuen. Das schmeckt auch super gut.
Wenn du dich entscheidest, Kardamom reinzupacken, dann zähl doch ab, wie viele Kapseln du reingepackt hast. Dann kannst du sie später vielleicht sogar wieder raussammeln vor dem Essen und deine Gäste haben sie nicht zwischen den Zähnen.
Als Nächstes kommt unser Blätterteig endlich ins Spiel. Wir schneiden einfach nur ein kreisrundes Stück aus, ungefähr in der Größe unserer Pfanne. Wenn man den Durchmesser der Pfanne nicht vorher abgemessen hat, dann kann man sich einfach einen kleinen Teller nehmen und mal schauen, welcher am ehesten den Durchmesser hat. Das hilft einem auch später, wenn man den Kuchen oder die Tarte stürzen muss. Und ich nehme einfach das Ding hier aus der Pfanne, packe es auf meinen Blätterteig. Und ich weiß, das ist die Größe, die ich brauche.
Wenn man den Blätterteig vorher schon ein bisschen aus dem Kühlschrank nimmt, ist er viel einfacher zu handhaben und bricht nicht so leicht. Das muss nicht schön aussehen. Und auch wenn etwas kaputtgeht, ist es egal, weil es sieht ja nachher keiner, ist ja der Boden.
Die Reste müssen nicht weg. Wir können es einfach noch in Streifen schneiden und mit drauflegen. Wir haben dann einen etwas dickeren Teig, aber das ist vollkommen in Ordnung. Und wer noch ein bisschen Butter übrig hat, kann natürlich auch noch ein paar Flöckchen oben auf den Teig draufgeben, dann wird er nicht so trocken. Aber macht es wie ihr wollt, ist müsst eure eigenen Kalorien zählen.
Das Ganze kommt jetzt, so wie es ist, in den Ofen: bei Ober-/Unterhitze ungefähr 175 Grad für 15 bis 20 Minuten, bei Heißluft vielleicht sogar noch ein bisschen weniger. Und deshalb ist es wichtig, dass wir jetzt eine Pfanne haben, die wirklich ofenfest ist. Und ob eure Pfanne ofenfest ist, das steht entweder in der Bedienungsanleitung, falls ihr noch eine habt oder ist als Symbol unten auf der Pfanne zu erkennen. Und durch die Macht der Videobearbeitung werdet ihr jetzt vor meinem Gesicht sehen, wie das Symbol aussieht. Achtet da mal drauf.
Und während die Tarte jetzt im Ofen ist, haben wir Zeit, uns mit den schöneren Dingen des Lebens zu beschäftigen – Lyrik zum Beispiel.
Blätterteig – Eine dramatische Lesung.
Oh, Blätterteig, du zarte Köstlichkeit,
So vielseitig und doch so leicht.
In jedem Supermarkt zu finden
Und meist auch vegan zu binden.
Mal süß, mal salzig – das ist der Trick,
für jeden Geschmack, ein echter Kick.
Mit Pesto, Käse oder Schinken,
kann man Gäste wunderbar beschenken.
Sei gelobt, du Teig der Teige,
Mit dir wird jeder Snack zur Weihe.
Ob Munchies, Party oder Besuch,
mit dir als Gastgeber kann nichts schiefgehen – das ist der Clou.
Vielen Dank, ChatGPT.
Wir machen mal einen kleinen Check, ob es schon gut ist. Es ist schon leicht goldig, aber wir wollen es noch ein Tick brauner haben. Habe ich ein bisschen übertrieben, mit dem ganzen Teig, den ich oben drauf geschmissen habe? Ja, aber das fällt auch wieder in sich zusammen. Also keine Angst.
Jetzt warten wir zuerst mal zehn Minuten, damit das Ganze sich ein bisschen abkühlen kann. Und danach beginnt der aufregendste Teil, nämlich das Stürzen. Dafür brauchen wir dann gleich unseren Teller, mit dem wir eben schon den Durchmesser uns angeguckt haben. Den stellen wir dann da drauf und dann müssen wir in einer flüssigen Bewegung, die Pfanne umdrehen. Wir müssen da ein bisschen aufpassen. Wir haben, wie gesagt, geschmolzenen Zucker, heiße Butter. Also nehmt euch irgendwie was, was ihr als Schutzausrüstung habt. Zieht euch einen langen Ärmel an, nehmt ein Geschirr-Handtuch mit dazu, einen Topflappen. Verbrennt euch bitte nicht dabei, aber ihr kriegt das hin.
So lecker Kardamom auch ist, zum draufbeißen ist er nicht so angenehm. Wenn ihr also vorher mitgezählt habt, wie viele Kapseln ihr reingepackt habt, jetzt ist das Karamell noch weich und ihr habt die Möglichkeit, die Dinger rauszusammeln. Bei mir waren es sieben. Okay, wir haben sechs. Ich habe sie gefunden. Entwarnung. Sechs. Sieben. Nice.
Als wäre das Ganze noch nicht geil genug, können wir das jetzt noch ein bisschen verfeinern. Wer richtig flexen möchte, holt sich zum Beispiel einfach ein bisschen Creme fraîche. Ein kleiner Klacks davon obendrauf und die Welt ist perfekt. Ansonsten, wenn es euch zu süß ist, dann gebt noch ein bisschen mehr Zitrone dazu. Wir haben ja noch ein bisschen was, von vorhin, von den Äpfeln. Oder, wenn ihr angeben wollt, reibt ihr einfach ein bisschen Zeste oben drüber.
Oh, yes, das sieht richtig gut aus, Leute.
Ihr solltet es im Gegensatz zu mir lieber mit einem Teller essen. Es ist so geil. Karamell, Apfel, Kardamom – Super. Die Zitrone, Leute. Perfekt. Perfekt. Ist es obszön, wenn ich sage, ich möchte, dass das Ding in mir ist? Super lecker, super lecker. Kocht es nach, probiert es aus.
Und weil wir hier immer schön für sparen wollen, müssen wir nichts wegwerfen. Wir haben noch die ganze Apfelschale von vorhin. Und der Ofen ist auch noch an gewesen. Das heißt, wir können jetzt einfach, aus dieser schönen Schale – zumindest wenn wir Unbehandelte haben, am besten Bio – ich habe keine, ich zeige es euch aber trotzdem: Apfeltee machen.
Wir schneiden das einfach ein bisschen grob klein, verteilen es auf dem Backblech und dann trocknen das in der Restwärme. Man kann später noch eine Stange Zimt dazu machen und die zum Beispiel auch klein hauen vorher. Orangenschale macht sich gut da drin. Alles, was eben unbehandelt ist. Und wir brauchen nicht extra Energie aufwenden, weil der Ofen war schon an. Die Schale kommt nicht in den Müll. Wieder was gespart.
Schreibt mir doch mal in die Kommentare, was euer geheimes Familienrezept ist. Ihr müsst ja nicht das Rezept selbst verraten, aber zumindest worum es geht. Ich bin auf jeden Fall gespannt. Und abonniert doch mal den Kanal. Dann verpasst ihr keine günstigen Rezepte mehr.
Reingehauen, oder? Ciao! Das Ding nehme ich jetzt mit ins Schlafzimmer.
Doch, auch mit Obst und Honig zart,
wirst du ein wahrer Gaumenbart.
Creme fraîche und Kräuter – oh, wie lecker!
Jeder Bissen wird zum Wonnebäcker.
Und eine Konsistenz, so knusprig und fein,
macht jeden Bissen zum Erlebnis allein.
Ob als Snack oder Hauptgericht,
mit Blätterteig ist man stets in Sicht.
Was das bedeutet, weiß ich nicht. Die AI sagte: Das ist ein guter Reim. Also: Es ist ein guter Reim. Ciao!«