Newsletter »Semester Eins«: Willkommen im Studium! - DER SPIEGEL
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Tanya Falenczyk

meinung •Newsletter »Semester Eins« Willkommen im Studium!

Willkommen im Studium! Vielleicht fühlst du dich noch gar nicht als Studi, weil du bisher keinen Hörsaal betreten hast, dich im Vorlesungsverzeichnis über Credits, Wahl- und Pflichtmodule wunderst und einfach kein WG-Zimmer findest.

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Rahel Süßkind / DER SPIEGEL

Aber bald wird sich das ändern, denn dann geht es los: dein Unileben, eine aufregende, aber auch herausfordernde Zeit.

Wer sich zum Semesterstart noch verloren fühlt, ist damit bestimmt nicht allein. Ich bin Tanya Falenczyk von SPIEGEL Start und in den kommenden sechs Monaten werden mein Team und ich dich mit den wichtigsten Tipps zum Studienanfang versorgen. Dieser Newsletter begleitet dich in neun Folgen durch dein erstes Semester und beantwortet Fragen wie:

  • Was kostet ein Studium – und wie finanzierst du es?

  • Wie findest du Freunde in der O-Woche und darüber hinaus?

  • Wie stellst du den Stundenplan für dein erstes Semester zusammen?

  • Wer hilft dir, wenn der Druck im Studium zu groß wird?

Für den Anfang haben wir 22 Tipps gesammelt, die wir gern schon vor dem Studium gewusst hätten.

1) Erst Bib, dann Bar.

2) Pub-Crawls, Stadtrallyes, Fachschafts-Infoabende: Vielleicht sprechen dich nicht alle Events an, die es in der Erstiwoche gibt. Geh im Zweifel trotzdem lieber hin. Die ersten Tage sind die besten, um neue Freunde zu finden.

3) Du musst keinen ungesunden Mist essen, nur weil du wenig Geld für Essen hast. Günstige Rezepte für dich und deine WG findest du hier.

4) Fühlst du dich auf dem Heimweg unsicher? Verschiedene Initiativen und Apps begleiten dich dabei.

5) Achtung! Professor:innen verkaufen ihre eigenen Bücher gern als »Pflichtlektüre«, die unbedingt gekauft werden muss. Misstraue ihnen. Du kannst dein Geld besser investieren.

6) Kostenlose Lektüre wie Lehrbücher, Fachliteratur und wissenschaftliche Arbeiten findest du in den Bibliotheken deiner Uni.

7) Lass dich auf deinen neuen Wohnort ein. Es ist total normal, einsam zu sein. Gib trotzdem nicht gleich dem Impuls nach, jedes Wochenende nach Hause zu fahren, nur weil dir diese Welt vertrauter ist.

8) Es ist überhaupt nicht schlimm, sich verloren zu fühlen, vor allem, wenn es um akademische Fragen geht.

9) Glaube aber nicht, dass sich das Prüfungsamt um dich kümmert. Du bist eine Matrikelnummer in einem Meer voller Matrikelnummern. Sei also bereit, für das zu kämpfen, was du brauchst: Kurse, Noten, Zeugnisse.

10) Vom neuen Laptop über das Zeitungsabo bis zum Schwimmbadbesuch: Dein Studierendenausweis ermöglicht dir etliche Rabatte (übrigens auch im Ausland). Nimm alle Vorteile mit, die Zeit nach dem Studium wird teuer genug!

11) Es ist unmöglich, sich in Vorlesungen zu konzentrieren, wenn man tindert, jodelt oder auf einem Laptop »Notizen« macht.

12) Gerade am Anfang stehen junge Leute auf dem Campus und wollen dich dazu bringen, eine Versicherung abzuschließen. Oft verbirgt sich dahinter ein überteuertes oder unpassendes Versicherungsprodukt. Hast du Zweifel? Lehne freundlich ab.

13) Die meisten Unis bieten günstige Sportkurse an – von Yoga über Fußball bis zu Klettern oder Ultimate Frisbee. Perfekt, um Freundschaften zu knüpfen und gleichzeitig fit zu bleiben. Melde dich früh an, die Plätze sind oft schnell weg!

14) Häng dich an Studierende aus höheren Semestern. Sie wissen, welches Mensaessen am besten schmeckt, welche Bar angesagt ist und welche Kurse man auf keinen Fall belegen sollte. Und sie besitzen vielleicht Klausuren aus den Vorjahren.

15) Unabhängig von der gewählten Hochschule bietet das Studierendenwerk professionelle Beratung in Bereichen wie Wohnen, Studienfinanzierung und dem Studium mit Kind an. Auch psychologische Unterstützung  gehört häufig zum Service.

16) Viele Hochschulen bieten auch Soft-Skill-Trainings an – etwa zu wissenschaftlichem Arbeiten, Lern- und Arbeitstechniken oder zur Prüfungsvorbereitung. Ein Besuch kann sich lohnen, nicht nur, wenn es dafür ECTS-Punkte gibt.

17) 40 bis 60 Stunden dauert es, bis aus einer Bekanntschaft eine lockere Freundschaft wird. Das hat eine Studie der University of Kansas  2018 ergeben. Eine echte Freundschaft kann nach 80 bis 100 Stunden entstehen. Zu richtig guten Freund:innen wird man erst nach rund 200 gemeinsam verbrachten Stunden – mehr als acht Tagen. Also: Sei geduldig mit dir und deinen Bekanntschaften. Freundschaft braucht Zeit.

18) Gibt es einen Hausschnaps? Kostet der weniger als 1,50 Euro? Ist das Mobiliar etwas versifft, aber dafür kann man sich Würfel für Mäxchen leihen? Dann ist das eine gute Kneipe!

19) Studierendenwohnheime sind nur etwas für gesellige Menschen.

20) Der Schwamm muss bei dir immer ausgewrungen neben der Spüle liegen, und die Handtücher werden nur mit Weichspüler gewaschen? Sei nachgiebig mit deinen Mitbewohner:innen. Jede:r hat eigene Alltagskniffe und Macken. Manche haben vielleicht gar keine. Überlegt gemeinsam, was euch beim Waschen, Putzen und Kochen wichtig ist, über welche Eigenarten ihr hinwegsehen könnt und welche ihr auf keinen Fall akzeptieren wollt.

21) Du merkst schon in den ersten Vorlesungen, dass dein Studiengang nicht der Richtige für dich ist? Es ist okay, sich umzuentscheiden oder abzubrechen – und völlig normal.

22) Die Unizeit ist die letzte in deinem Leben, in der du dich den ganzen Tag vor Verantwortung drücken kannst: Schlaf aus, lies dein Lieblingsbuch, geh nicht zur Vorlesung. Tu es nur nicht zu oft.

Viel Spaß beim Ausprobieren wünscht

Tanya Falenczyk, Redakteurin SPIEGEL Start


Das erwartet dich in der nächsten Folge

Kurz vor dem Semesterstart schauen wir darauf, was ein Studium eigentlich kostet und wie du es am besten finanzierst – von Bafög, Stipendien und Nebenjob bis zu Spartipps im Alltag.

Anschluss verpasst? Alle bisherigen Folgen von »Semester Eins« findest du hier.


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Nach dem Ende von »Semester Eins« erhältst du jeden Donnerstag unseren Startklar-Newsletter mit weiteren Texten rund ums Studium. Dort geht es etwa darum, wie man den Drittversuch einer Prüfung besteht, warum Studierende gerade so lange auf ihr Bafög warten oder wie man das Beste aus den scheinbar unendlichen Möglichkeiten der Zwanziger herausholt.