Nie wieder fade Powerpoint-Folien Wie man die perfekte Präsentation hält
Emotion und Information – für einen guten Vortrag benötigt man beides
Foto: MASKOT / imago imagesDie Basics: Lehrer Kai Schmidt weiß, wie man ein gutes Referat hält
»Zuerst sollte man sich Gedanken über die Adressat:innen machen: Für wen hält man das Referat? Für Mitschüler, Kommilitoninnen oder Kollegen? Oder für Lehrer, Professorinnen und Fachleute? Wie gut kennen die sich mit dem Thema aus? Davon hängt zum Beispiel ab, ob und welche Fremdwörter man benutzten kann oder wie viel Wissen man voraussetzt.
Ein gutes Referat bedeutet Vorbereitung und Übung. Wenn der Lehrer oder die Dozentin einem Material gegeben haben, sollte man das kennen – aber sich auch selbstständig in anderen Quellen informieren. Fremdwörter sollte man in eigenen Worten erklären können. Es kommt immer gut an, wenn man mit etwas Spezialwissen glänzen kann, einer netten Anekdote zum Beispiel. Wenn man all das Wissen hat, überlegt man sich einen roten Faden und baut die Informationen sinnvoll aufeinander auf.
Egal, wie trocken das Thema ist, das Publikum darf nicht einschlafen. Man sollte also nicht nur informieren, sondern auch unterhalten und Zuhörende direkt ansprechen. Also immer daran denken, in ganzen Sätzen zu reden, Augenkontakt zu suchen und nicht zu schnell zu sprechen. Man kann das Publikum mit einbeziehen, ihm Fragen stellen oder abstimmen lassen.
Eine Powerpoint-Präsentation bietet sich häufig an, aber sie muss aus einem Guss sein. Also nicht wild die Schriftarten wechseln und auf jeden Fall von einer weiteren Person die Rechtschreibung checken lassen. Am Ende die Quellenangaben und eine Zusammenfassung nicht vergessen.«
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»Wenn man die Folien zur Präsentation erstellt, kann man einige Fehler vermeiden. Der größte ist, sie zu überladen: Viel Text lenkt nur ab, weil das Publikum nicht zuhören kann, wenn es mit Lesen beschäftigt ist. Oft zeigen Vortragende auch das Fazit ihrer Folie schon, bevor sie sprachlich dorthin übergeleitet haben. Das Publikum verliert dadurch die Lust, zuzuhören und den Gedankengang selbst zu vollziehen.
Ich bevorzuge daher minimalistische Folien. Wenn es geht, ersetze ich Text komplett oder teilweise durch Icons. Powerpoint bietet unter ›Piktogramme‹ selbst welche an. So vermeide ich auch, nur Stichpunkte abzulesen und kann freier sprechen. Wenn einem das freie Reden schwerfällt, kann man sich den ersten Satz jeder Folie auf Karten notieren. So hat man immer einen Einstieg parat.
Steht am Ende der Präsentation eine Diskussion, ist es wichtig, dass man sie gut moderiert. Dozent:innen achten sehr darauf. Ich stelle gern selbst die erste Diskussionsfrage an das Publikum – zum Beispiel nach Vor- und Nachteilen der vorgestellten Methode. So nimmt man ihnen auch die Angst, sich mit einer vermeintlich doofen Verständnisfrage selbst melden zu müssen.
Bei rein digitalen Vorträgen, wie sie in den vergangenen Corona-Semestern üblich waren, darf man gern etwas mehr ›Schmuck‹ in die Präsentation einbauen. Bei Zoom zum Beispiel fallen Gestik und Mimik nicht so sehr ins Gewicht, weil Vortragende nur in einem winzigen Fenster zu sehen sind. Hier kann man mit Filmen und Bildern arbeiten, um Abwechslung zu bieten.
Wer den Luxus eines Stehschreibtisches hat, darf auch zu Hause gern im Stehen sprechen – da ist automatisch mehr Energie drin. Alle anderen denken zumindest daran, ihr Gesicht gut auszuleuchten, zum Beispiel mit einer Lampe. Es lohnt sich, Bild und Ton vor der digitalen Präsentation einmal zu testen und gegebenenfalls das WG-Zimmer hinter sich aufzuräumen.«
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»Bei einem Business-Pitch oder einer Keynote geht es weniger darum, das Publikum zu informieren, sondern vor allem darum, zu überzeugen – und das bedeutet, ein Publikum emotional zu gewinnen. Bei einem Pitch möchte man finanzielle Unterstützung oder Zusagen einsammeln. Bei einer Keynote, also einer Hauptrede auf einem Kongress oder einer Firmenversammlung, möchte man Menschen auf Ideen einstimmen.
Viele Menschen haben vor einem solchen Vortrag verständlicherweise Angst und klammern sich an ihre Powerpoint-Präsentation. Ein guter Vortrag entspringt aber nicht aus Zweifeln oder Furcht, sondern aus dem Wunsch, dem Publikum wirklich einen Mehrwert zu bieten und es zu inspirieren. Wer sich von vornherein klar ist, warum die Präsentation anderen Menschen helfen kann – sei es durch gute Ideen, innovative Vorschläge oder tiefgehende Recherche – hat bessere Karten, das Publikum zu überzeugen.
Die alten Griechen wussten schon recht gut, wie das ging. Sie haben die Eckpfeiler guter Rhetorik in Logos, Pathos und Ethos aufgeteilt.
Logos bezeichnet die Klarheit auf der Sachebene. Es muss klar verständlich sein, was man inhaltlich teilen möchte. Ich habe schon Pitches von Gründerinnen und Gründern gesehen, bei denen ich nicht begriffen habe, was überhaupt ihre Grundidee ist. Vielleicht wussten sie es selbst nicht ganz genau. Klarer Kommunikation geht immer Selbstklärung voraus. Man sollte sich also erst einmal selbst darüber klar werden, was man erreichen möchte – und warum?
Und hier kommt der Pathos ins Spiel. Emotionen sind die Triebkräfte des Handelns. Erst wenn ich weiß, warum ich etwas tue, kann ich anderen gegenüber authentisch und mit innerer Überzeugung auftreten. Das merkt man oft bei Politiker:innen, die rhetorisch geübt sind, aber trotzdem nicht überzeugen. Einfach, weil niemand kapiert, wofür sie im Kern wirklich stehen. Natürlich braucht man bei fast jedem Überzeugungsprozess auch möglichst starke Fakten. Wichtiger allerdings sind Authentizität und schließlich Storytelling: Geschichten zu erzählen, an die die Menschen sich erinnern.
Impact: Wie Sie sich und andere überzeugen - The Power of Influence: Wie Sie sich und andere überzeugen - Power of Influence
Asmus, FrankPreisabfragezeitpunkt
17.10.2026 06.45 Uhr
Keine Gewähr
Ethos zuletzt heißt, dass man auch sagt, wofür man grundsätzlich steht. Was sind meine Werte und Ziele? Was ist meine Zukunftsvision, meine Mission? Gerade bei Pitches ist das enorm wichtig. Elon Musk beispielsweise will den Übergang zur Elektromobilität radikal beschleunigen und weltweit Marktführer werden – diese Mission und Vision bietet für viele Anleger eine große Identifikationsfläche.
Zuhörer haben übrigens immer vor allem eine Frage, und die lautet ›Was ist da für mich drin?‹. Auf der Bühne oder am Redepult darf man sich daher fragen, wie man den Nutzen der eigenen Idee zielgruppengerecht vermitteln kann. Um zu überzeugen, sollte man möglichst weitgehend ›die Welt der anderen‹ verstehen und damit umgehen.«