Sebastian Maas, DER SPIEGEL:
»Ich verrate dir mal ein Geheimnis: Obwohl ich Kochen liebe, gibt es erschreckend viele Tage, an denen ich lieber zur TK-Pizza greifen würde. Besonders nach einem stressigen Tag fehlt mir nämlich oft die Energie zum Kochen. Damit ich seltener zur TK-Pizza greife und öfter selbst koche, habe ich mir ein paar Gerichte überlegt, die sehr schnell gemacht sind und günstig.
Und außerdem kann man sie mit Zutaten machen, die man im Vorratsschrank hat oder die sich lange im Kühlschrank halten, damit man nicht immer einkaufen gehen muss. Also nicht nur Kochen ohne Kohle, sondern auch kochen ohne Bock.
Für so einen richtigen No-Bones-Day zeige ich dir heute, wie man knusprige Ofen-Kichererbsen macht. Dazu mache ich ein fluffiges Pfannenbrot, für das man nur Joghurt oder Quark braucht und ein bisschen Mehl und einen kleinen Salat aus gekochter Roter Bete und Gurken.
Und gekochte Rote Bete, ich weiß, da schreiben mir immer Leute: Hey, Basti, warum nimmst du denn nicht die Frische? Ja, die muss man erst schälen, die muss man kochen, die dauert lange. Natürlich ist sie leckerer, aber gekochte Rote Bete hält sich im Vorratsschrank einfach ein Jahr. Deshalb habe ich immer mindestens ein Paket da. Für noch mehr Geschmack und mehr Kalorien kommt in jede der Komponenten in diesem Gericht heute ein bisschen Feta rein oder Hirtenkäse. Was ist eigentlich der Unterschied?
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge: Basti, der Talk. Heute zu Gast: Junge, wie spricht man das aus F-ropa?
Mein Name ist Europa. Die kleine Europa möchte herausfinden, wer der Feta ihres Babys ist. Diese drei Kandidaten stehen zur Auswahl und wir haben den Fetaschaftstest gemacht. Die Ergebnisse: Also du hier, auf dem Test steht, du bist aus Kuhmilch. Ja genau. Also Kuhmilch und nicht in Griechenland hergestellt. Das Testergebnis sagt eindeutig: Du bist kein Feta. Du darfst dich aber Hirtenkäse nennen. Wir gratulieren. Danke. Der zweite Kandidat. Du bist aus, was? Kokosöl. Du bist ein veganer Genießerblock. Leb damit und freu dich. Vielen Dank, dass du was für die Umwelt tust. Kommen wir zum letzten Kandidaten. Du wirst in Griechenland hergestellt, auf dem Festland oder der Insel Lesbos. Wir konnten es nicht genau herausfinden. Aber du bestehst aus Schafmilch und Ziegenmilch. Du bist eindeutig der Feta.
Zuerst starten wir mit dem Teig. Dafür brauchen wir einfach 100 Gramm Weizenmehl, 100 Milliliter kaltes Wasser, ein bisschen Backpulver und eine Prise Salz. Das Ganze verkneten wir dann noch mit ungefähr 100 Gramm Quark oder Joghurt.
Ich habe mir einen Feta gekauft, den teile ich in Viertel. Eins davon kommt in den Teig, zwei davon kommen in den Salat. Und damit nichts übrig bleibt, mache ich aus dem letzten kleinen Viertel noch eine schöne Creme.
Ernährungswissenschaftler würden sagen: Kichererbsen sind eine gute Eiweiß- und Ballaststoffquelle. Ich sage, sie schmecken geil und sind idiotensicher zu benutzen, gerade, wenn man die aus Glas oder Dose nimmt. Damit sie jetzt im Ofen schön crispy werden, einfach gut abwaschen, dann abtupfen, richtig trocken. Sie müssen trocken sein. Und dann mit einem Schwung der Lieblingsgewürze versehen. Ein kleiner Hack, damit Sie noch knuspriger werden: Speisestärke. Also zum Beispiel Maisstärke einfach mit an die Gewürze geben, dann ab auf dem Backblech damit. Und schön verteilen. Am besten so, dass sie sich möglichst wenig berühren. Das sorgt dafür, dass sie noch knuspriger werden.
Bei Ober-/Unterhitze etwa 200 Grad, bei Heißluft etwa 190 Grad und dann für 15 bis 20 Minuten schön knusprig backen.
Ich mache jetzt sowas wie den welteinfachsten Salat, unter anderem mit dieser Gurke, die schon seit über einer Woche in meinem Kühlschrank liegt. Ihr könnt auch jedes andere Gemüse verwenden. Zwei Teile von unserem Feta kommen dazu. Und der Star ist natürlich die Rote Bete. Und weil Rote Bete extrem gefährlich ist, vor allem wenn man Klamotten hat, die einem lieb und teuer sind, dann sollte man sich lieber schützen. Und deshalb ziehe ich mir jetzt eine Schürze an: Tada!
Ihr müsst euch gar keine große Mühe geben, die rote Beete einfach ein bisschen grob hacken, die Gurke genauso und dann den Feta reinbröseln, Schuss Öl dazu fertig.
Quark und Joghurt kommen ja meistens in 200 Gramm Bechern. Und damit heute nichts wegkommt, tun wir einfach den Rest vom Feta in unseren Rest von Quark oder Joghurt und haben damit gleich einen fertigen Dip. Wenn du noch ein paar getrocknete Kräuter hast, gib sie gerne mit dran. Auch die aus dem Gefrierfach sind super. Nur mit Salz würde ich sparsam sein, weil der Feta selbst ja schon viel enthält.
20 Minuten sind um, die Kichererbsen können raus. Der Teig hat nun genug gechillt und wird nun einfach rustikal ohne viel Kunst in der Pfanne gebacken. Ungefähr drei Minuten von jeder Seite. Und gerade wenn du größere Mengen machst, dann hilft dir ein kleiner Trick: Ein sauberes Geschirrhandtuch. Da kannst du nämlich die fertigen Brote einfach reinlegen, dann bleiben sie fluffig und trocknen nicht aus. Der Teig ist jetzt noch ein bisschen Pfannkuchenartig, aber wir warten einfach drei Minuten, dann können wir sie wenden, backen sie auf der anderen Seite noch mal drei Minuten und dann sind die Teile fertig.
Dann probieren wir es mal, oder? Brot ist richtig schön fluffig, Gemüse kommt gut durch. Rote Bete ist der Hammer. Ihr müsst mehr Rote Bete essen, wirklich. Kauft euch die Vorgekochte, wenn euch alles sonst immer pelzig wird im Kühlschrank. Perfekt. Kichererbsen sind richtig gut gewürzt. Immer noch hungrig? Dann klickt doch mal hier. Da gibt es noch viel mehr Rezeptvideos von mir. Oder du gehst auf spiegel.de, da findest du meine Kolumne »Kochen ohne Kohle« einfach dem Link folgen, der in der Bio steht. Und wenn du noch mehr Rezepte möchtest, die einfach und schnell gehen. Also quasi kochen ohne Bock. Schreibt mir in die Kommentare, ich freu mich drauf.«