Toufláki: Fast griechisch, aber fleischlos
Foto: Sebastian Maas / Der SpiegelKochen ohne Kohle Toufláki, griechisch inspirierte Spieße als Fleischersatz – für 1,60 Euro
In der vergangenen Folge habe ich Ihnen mein Tsatsiki-Rezept verraten – und versprochen, dieses Mal die auf den Fotos gezeigten »Toufláki«-Würfel nachzureichen. Also: pflanzliche Bratspieße nach Souvláki-Art. Mir ist klar, dass sich daran die Gemüter scheiden werden, die griechische Küche ist immerhin traditionell recht fleischlastig. Und Tofu ist wirklich kein Lebensmittel, das beim Durchschnittsdeutschen für Jubel sorgt. Anders als ein feister Grillteller.
Bafög oder Azubigehalt sind schon wieder fast aufgebraucht? Der Obstkorb beim unbezahlten Agenturpraktikum war geräubert? Und bitte nicht schon wieder Pizzatoast? Alles kein Problem: In dieser Kolumne zeigt SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas, wie man trotz Flaute auf dem Konto leckere und besondere Gerichte zaubern kann. Dabei gibt es nur zwei Regeln:
Eine Portion darf maximal so viel kosten wie ein Essen in der Mensa, also drei Euro.
Teure Spezialgeräte sind tabu.
Dabei gäbe es Grund für Applaus: Neben der Umweltbilanz und den moralischen Bedenken ist der Preis ein hervorragendes Tofu-Argument. Er kostet im Discounter etwa zwei Euro für vierhundert Gramm. Das reicht locker für zwei riesige Portionen. Darum nutze ich ihn auch so gern in dieser Kolumne.
Ähnlich wie weißes Fleisch ist Tofu allerdings erst mal eine leere Leinwand (um mich selbst zu zitieren). Allein schmeckt der proteinreiche Sojabohnenquark nach fast nichts und die Textur lässt zu wünschen übrig. Aber eine Hühnerbrust würden wir ja auch nicht roh aus der Packung essen.
An beiden Stellschrauben, also Geschmack und Textur, kann man mit einem kleinen Trick etwas ändern. Nämlich, indem man den Tofu für einige Minuten in heißem Salzwasser oder in Brühe kocht. Die fade Flüssigkeit im Inneren wird durch die Hitze verdrängt, sodass danach mehr Platz für schmeckige Marinaden und Soßen bleibt. Ich habe das jetzt schon ein paar Mal so gemacht, nachdem ich ihn früher entweder gepresst oder eingefroren habe, und bin überzeugt. Durch das Kochen erhält der Tofu auch ein samtigeres Mundgefühl.
Nach dem kurzen Ausflug in den Topf muss er nur noch mit einer schönen Marinade aus Olivenöl, Oregano, Salz und Paprikapulvern eingerieben und angebraten werden. Fertig! Wer mag, steckt die Hapse vorher auf Spieße, das lohnt sich aber eigentlich nur beim Grillen. In der Pfanne ist der Spaß ohne Spieß deutlich einfacher zu wenden. Für die Ästhetik kann man den Spieß auch nach dem Braten noch hinzufügen.
Das benötigt man für zwei Portionen Toufláki
Wer mag, kann Worcestershire- oder Sojasoße zugeben, ansonsten sind die Zutaten bescheiden
Foto: Sebastian Maas / Der Spiegel400 g Naturtofu (Räuchertofu ist meist zu fest/trocken)
2 kleine Zwiebeln
50 ml Olivenöl
1 Zitrone
1 gestrichener TL Oregano
1 gestrichener TL Paprikapulver, edelsüß
1 gestrichener TL Paprikapulver, rosenscharf
Optional: 1 gestrichener TL geräuchertes Paprikapulver
Etwas Salz und/oder Brühepulver
Was kostet das? Etwa 3,20 Euro für alle Zutaten, macht 1,60 Euro pro Person
Wie lange dauert das? Keine 30 Minuten
Gar es ohne Bares!
Sebastian MaasPreisabfragezeitpunkt
17.10.2026 06.34 Uhr
Keine Gewähr
So einfach macht man Toufláki-Würfel
Den Tofu abgießen und die Blöcke in jeweils zwei gleich dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben mit der Hand in mundgerechte Stücke reißen.
Die Tofu-Stücke fünf bis zehn Minuten in leicht gesalzenem Wasser oder in Brühe nach Wahl kochen.
Die Zwiebeln schälen und, je nach Größe, vierteln oder sechsteln. Die Stücke in einer Pfanne mit einem Schuss Olivenöl anschwitzen, auf mittlerer Hitze. Dann herausnehmen.
Den Tofu aus dem Topf holen und mit dem restlichen Olivenöl und den Gewürzen in die heiße Pfanne geben. Zehn Minuten von allen Seiten schön anbraten. Kurz vor Schluss die Zwiebeln wieder hinzugeben.
Die Zitrone halbieren und den Saft einer Hälfte über die Würfel geben. Die zweite Hälfte in Schnitze schneiden und sie zum Servieren auf den Teller legen.
Dazu passen griechischer Bauernsalat mit Gurken, Tomaten, Zwiebeln und Oliven, Reis, Pita, Pommes und natürlich jede Menge Tsatsiki.
Mit Salat, Tsatsiki und Reis wird eine bunte, leckere Mahlzeit draus
Foto: Sebastian Maas / Der SpiegelMit fast demselben Rezept kann man auch einen pflanzlichen Gyros-Ersatz herstellen. Dafür würde ich allerdings doch Räuchertofu nehmen und diesen mit einem Sparschäler oder Hobel in schmale Streifen schneiden. Auch diese dann einfach kurz kochen und danach schnell mit der Marinade zusammen anbraten. Fertig!
Wie immer gilt: Machen Sie doch, was Sie wollen. Und wenn Sie den Tofu durch Hühnchen ersetzen, schreiben Sie mir bitte keine Mail. Alle anderen können sich mit Rückfragen, Feedback oder Kritik gern an kochenohnekohle@spiegel.de wenden. Oder suchen Sie Rezepte, die wenig Geld kosten? Dann folgen Sie mir gern auf Instagram .