meinung •Newsletter »Semester Eins« So behält man im Unialltag den Überblick
Rahel Süßkind / DER SPIEGEL
Du hast jetzt schon einige Vorlesungen besucht und deine Kurswahl aus der vorherigen Folge hoffentlich nicht bereut. Vielleicht schwirrt dir der Kopf, oder du fühlst dich inspiriert von so viel neuem Wissen. Beides ist in Ordnung, beides wird nicht ewig anhalten!
Ich bin neugierig: Welcher Mitschriften-Typ bist du? Hast du für jeden Kurs ein eigenes Notizbuch, in dem du versucht, die Professorin möglichst wortgleich zu zitieren? Kritzelst du auf einem Collegeblock ein paar frei assoziierte Stichworte mit? Oder hast du in einer Notiz-App auf deinem Laptop schon jetzt seitenlange Mitschriften gesammelt?
Ich will dich nicht demotivieren, aber ich vermute: In jedem Fall ist in deinem System noch Luft nach oben.
Der Studienberater und Autor Tim Reichel hat das richtige Mitschreiben mit der Arbeitsweise eines Eichhörnchens verglichen: Um satt durch den Winter zu kommen, versteckt es im Jahr bis zu 10.000 Nüsse – und zwar mithilfe einer »inneren Schatzkarte«. Damit dein Gekrakel dir am Ende des Semesters auch weiterhilft, wird es Zeit, deine innere Schatzkarte anzulegen.
Hier sind meine fünf Lieblingstipps von Tim Reichel für bessere Vorlesungsmitschriften.
1. Stift statt Tasten
Punkt für dich, wenn du ohnehin schon per Hand mitschreibst. Denn Notizen auf Papier kann man sich besser merken als abgetippte Informationen am Laptop. Das zeigen wissenschaftliche Studien: Wer sich Notizen auf dem Laptop machte, schnitt bei Prüfungsfragen schlechter ab als Kommiliton:innen, die Stift und Zettel nutzten.
2. Keine Romane
Die gute Nachricht: Weniger ist mehr. Versuche, dich beim Mitschreiben auf Stichworte und Bulletpoints zu beschränken. Es ist nicht nötig, die Sätze der Dozierenden wortwörtlich mitzuschreiben, gib lieber die Inhalte kurz in deinen eigenen Worten wieder. Das spart Zeit und stärkt dein Erinnerungsvermögen.
3. Verweise weiter
Noch eine gute Nachricht: Du musst nicht alles selbst machen. Verweise weiter, wenn Informationen ohnehin schon im Skript der Vorlesung stehen. Notiere lieber zusätzliche Anmerkungen der Dozierenden oder Erkenntnisse, die du besonders spannend fandest. Schreib dann an den Rand, auf welche Vorlesungsfolie oder Seiten im Lehrbuch sich deine Notizen beziehen.
4. Mach es bunt
Wer wie ich gern Zeit in Schreibwarenläden verbringt, wird sich freuen. Denn bunte Textmarker helfen dabei, sich das Aufgeschriebene besser zu merken. Am besten streichst du nicht einfach alles an, was dir wichtig erscheint, sondern markierst mit System: Fachbegriffe rot, Beispiele grün, und so weiter.
5. Mal auch mal
Es gibt ein weiteres Einsatzfeld für deine neuen Textmarker. Grafiken können sich ebenfalls positiv auf die Erinnerungsfunktion deines Gehirns auswirken. Falls es sich während der Vorlesung ergibt, kannst du wichtige Informationen in einer Abbildung oder einer Mindmap zusammenfassen oder ein kleines Bild zur Veranschaulichung zeichnen. Dabei geht es nicht um künstlerische Meisterleistungen, sondern um eine kreative Gedankenstütze.
Hier erklärt Tim außerdem, wie du in fünf magischen Minuten jede Vorlesung besser machen kannst. Und wann du auch mal schwänzen solltest.
Viel Spaß beim Mitschreiben – und Malen – wünscht
Tanya Falenczyk, Redakteurin SPIEGEL Start
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Wer studiert, sollte natürlich nicht nur Vorlesungen besuchen und sich auf Prüfungen vorbereiten. Unsere Kolumnistin Ananda Klaar weiß Rat, wie du aus der Routine ausbrichst und den Unialltag abwechslungsreicher machst – von der Hochschulpolitik bis zur Boulderhalle.
Beim nächsten Mal
In der nächsten Folge geht es darum, wie der Elternbesuch harmonisch wird – und du zu Hause nicht automatisch wieder zum Kind wirst.
Anschluss verpasst? Alle bisherigen Folgen von »Semester Eins« findest du hier.
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