Und was machst du? Der Job-Podcast Macht es Spaß, jeden Tag Menschen in den Mund zu schauen?
Auf seinem eigenen Behandlungsstuhl nimmt Maximilian Fuhrmann, 36, nur ungern Platz. »Wenn ich Patient bei meinem Vater bin, bin ich auch nicht der Mutigste«, sagt er.
Vor fünf Jahren hat Fuhrmann die Zahnarztpraxis in Achern von seinem Vater übernommen. Dieser praktiziert jetzt nur noch, wenn Sohn Maximilian Zahnschmerzen hat – was hin und wieder vorkommt, trotz aller Vorsorge mit Zahnseide und Interdentalbürstchen.
Maximilian Fuhrmann
Foto: Ansgar PeterSchon als Kind hieß es für Fuhrmann: immer schön Zähne putzen. Denn er kommt aus einer Zahnarztfamilie. Sein Großvater, sein Vater und zwei Tanten arbeiten in dem Beruf. »Irgendwie ging es immer um Zähne«, sagt er.
Maximilian Fuhrmann selbst scheiterte allerdings zunächst am Numerus clausus für das Zahnmedizinstudium. Um die Wartezeit zu überbrücken, begann er eine Ausbildung zum Zahntechniker. Als er nach wenigen Monaten im Nachrückverfahren dann doch noch einen Studienplatz bekam, sei er heilfroh gewesen, sagt er. Und zwar nicht nur, weil damit der Weg frei gewesen sei zu seinem Traumjob, sondern auch, weil er so einer Prüfung in der Berufsschule entgangen sei, bei der er Zahnprothesen hätte aufstellen sollen – und vor der er großen Respekt gehabt habe.
Wer in Deutschland Zahnärztin oder Zahnarzt werden will, muss an einer Universität studiert und das Studium mit dem Staatsexamen abgeschlossen haben. Die Regelstudienzeit beträgt zehn Semester plus ein weiteres Semester für das Staatsexamen.
Das Studium ist zulassungsbeschränkt. Im Wintersemester 2020/21 gab es im Studienfach Zahnmedizin deutschlandweit 1547 Plätze für Studienanfänger:innen – und fast 16.000 Bewerber:innen. Deshalb gilt: Je besser die Abiturnote, desto höher die Chance auf einen Studienplatz.
Der Numerus Clausus (NC) ist in der Regel aber etwas moderater als bei Humanmedizin. An der Universität Hamburg lag der NC für Zahnmedizin im Wintersemester 2019/2020 etwa bei 1,3, für Humanmedizin bei 1,0. Einige Hochschulen wählen ihre Studierenden aber auch durch eigene Zulassungsverfahren aus.
Zum Studium gehören unter anderem Kurse und Seminare in Physik, Chemie und Biologie, aber auch in Anatomie oder innerer Medizin.
An das Studium schließt die Assistenzzeit an. Sie dauert mindestens zwei und maximal vier Jahre.
Später behandeln Zahnärzt:innen Krankheiten von Zähnen, Mund und Kiefer, kümmern sich um Fehlstellungen und arbeiten Therapiepläne aus. Sie arbeiten vor allem in Zahnarztpraxen und Zahnkliniken, aber auch in der Forschung und Lehre, in der Pharmaindustrie, bei Versicherungen oder Gesundheitsämtern. Auch eine Weiterbildung zur Fachzahnärztin oder zum Fachzahnarzt ist möglich , etwa für Kieferorthopädie, Oralchirurgie oder Parodontologie.
2020 gab es laut Bundeszahnärztekammer rund 72.500 Zahnmediziner:innen in Deutschland. Im Mittel verdienen sie laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit 4709 Euro brutto monatlich. Als Zahnärztin oder Zahnarzt mit eigener Praxis winken die besten Gehaltsaussichten: Laut der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung beträgt das durchschnittliche Einkommen dann rund 161.000 Euro im Jahr.
Auch im Zahnmedizinstudium gelten die praktischen Prüfungen unter Studierenden als besonders knifflig. Die Durchfallquoten sind hoch – in manchen Laboren werde während der praktischen Ausbildung jeden Tag geweint, berichten angehende Zahnmediziner:innen. Ganz so dramatisch hat Fuhrmann die Zeit nicht in Erinnerung, aber auch er spricht von »qualvollen Stunden«. »Die Uni war eine tolle Ausbildung«, sagt er, »aber ich war auch froh, als das Studium vorbei war.«
Vor dem Einstieg in die väterliche Praxis habe er dann erst mal Berufserfahrung sammeln wollen. Aber das sei gar nicht so leicht gewesen, berichtet Fuhrmann: Auf seine Initiativbewerbungen als Assistenzzahnarzt habe er viele Absagen bekommen.
Im Podcast erzählt Maximilian Fuhrmann von den schönen und weniger schönen Seiten seines Jobs. Er verrät, was man vor dem Studium wissen sollte – und was das Geheimnis weißer Zähne ist.
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