Berliner Fashion Week Küren Sie den schönsten Look!
Entwürfe von der Berliner Fashion Week
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Mit einer großen Party ist am Freitagabend die Berliner Fashion Week zu Ende gegangen. Die deutsche "Vogue" feierte ihr 40-jähriges Bestehen, der Dresscode: "Dress to celebrate". Mehrere Hundert Gäste folgten der Einladung in die angesagte König Galerie in Kreuzberg. Mit dabei waren unter anderem Tokio-Hotel-Sänger Bill Kaulitz, das deutsche Topmodel Toni Garrn und der Schauspieler Wotan Wilke Möhring.
Bisher hatte eigentlich immer eine andere Feier das Ende der Modewoche markiert. Doch Michael Michalsky verzichtete diesmal auf seine "StyleNite". Der Designer zeigte stattdessen erstmals nach zehn Jahren wieder im offiziellen Schauenkalender. "Wir müssen zusammenleben - nicht einzeln kämpfen", begründete Michalsky den Wechsel. In einem offenen Brief an die deutsche Modeindustrie hatte er zuvor beklagt: "Alte Freunde vergessen die Freundschaft und leben nach dem Motto 'We first!'" Seine Show hat Michalsky denn auch "Brothers & Sisters" überschrieben.
Zu sehen gab es kastige Zweireiher mit spitzen Revers und V-Form, getragen mit Leggings oder Bundfaltenhosen, Korsagen und knappe Blousons mit gepufften Ärmeln. Die Achtziger lassen grüßen. Der Materialmix reicht von Kaschmir bis hin zu mit Silikon beschichtetem Seidenorganza und handgemachter Spitze. Zwischenapplaus bekam ein lavendelfarbenes Oberteil mit dramatischer Schleppe.
Fotostrecke: Highlights von der Fashion Week
Bei Dawid Tomaszewski war ein roter Ledermantel eines der Highlights. Für seine Präsentation lud der Designer in den Garten des ehemaligen Grandhotels am Ku'damm. Zu Eiscreme, Kaviar und Konfekt wurde dort "die Quintessenz einer rund 80 Teile umfassenden Kollektion" gezeigt: Sakkos, Kleider, Mäntel, aber auch ein Kaftan und ein Poncho. Weniger ist mehr, so die Idee. "Statt 60 Mädchen über den Runway zu schicken, wonach am Ende niemand mehr weiß, was er gesehen hat, wollte ich mehr Austausch mit dem Publikum", so Tomaszewski. Die Stoffpalette umfasst Seide, Jaquard, Leder und ein metallisch schimmerndes Material. Sein bekanntes Flechtmuster hat Tomaszewski für das Frühjahr 2020 neu gezeichnet. Für Showeffekte sorgen Marabufedern und Pailletten und asiatischer Hochzeitsschmuck.
"Da applaudiert keiner mehr"
Die Österreicherin Lena Hoschek zeigt ihre Mode seit zehn Jahren auf der Berliner Fashion Week. Vom Schlussapplaus war sie diesmal dennoch überrascht. "Weil jetzt alle mit dem Handy in der ersten Reihe sitzen, da applaudiert keiner mehr", sagte sie über das neue Zuschauerverhalten. Ansonsten hat sich für sie allerdings wenig geändert. Der Kalender sei gestrafft worden und es werde schwieriger Sponsoren für die Schauen zu finden. Darüber hinaus sei von einem neuen Konzept, mit dem die Organisatoren die Veranstaltung interessanter machen wollen, für sie nichts zu spüren.
Modisch war es düster bei Hoschek. Sie ist eigentlich bekannt für "Blumenkleider", von denen sie nach eigener Aussage lebt. Deswegen sei es ihr darum gegangen, an diesem Image zu kratzen. "Mir war wichtig zu zeigen, dass Frauen nicht nur hübsche Püppchen in Blumenkleidern sind, sondern jede an sich auch etwas Dominantes, Gefährliches oder vielleicht auch Übersinnliches hat", so Hoschek. Um das auszudrücken, hat sie vom viktorianischen Zeitalter inspirierte Kleider mit Elementen aus der SM-Szene garniert. Lederriemen und Reißverschlüsse ziehen sich durch die in dunklen Farben gehaltene Kollektion. Eine weitere Inspirationsquelle war Unterwäsche. "Kleider nicht nur zum Anziehen, sondern zum Ausziehen", so Hoschek. Als Motive dienen ihr Blumengemälde der Künstlerin Barbara Regina Dietzsch aus dem 18. Jahrhundert und Zeichnungen der Illustratorin Kelly Louise Judd.
Um Kleidung für starke Frauen geht es auch bei Rebekka Ruetz, die mal über ihren Stil sagte, sie mache "Mode für die moderne Amazone". Weil die heutzutage eher im Büro kämpft, hat Ruetz manche ihrer neuen Entwürfe mit Becherhaltern ausstaffiert. Das ist zumindest praktisch. Farblich bewegen sich die Entwürfe zwischen der Trendfarbe Living Coral und Neongrün. Dazwischen wechseln sich Zebraprints und Slogans ab (#My Pussy My Choice, #Riots Not Diets). Kommt das alles in einem Look zusammen, wirkt das mitunter etwas überladen. Egal. Diese Mode soll Spaß machen. Den Schlussapplaus nahm Ruetz in einem ihrer Motto-Shirts entgegen. Die Botschaft darauf: "Kiss my ass".
Hugo Boss verzichtete in Berlin auf eine Modenschau. Die neue Sonderkollektion wurde in einer ehemaligen Papierfabrik gezeigt - als Videopräsentation auf Leinwänden in einer alten Papierfabrik. Entstanden sind die sportiven Teile in Kooperation mit dem ehemaligen One-Direction-Sänger Liam Payne, der ein kurzes Konzert gab. Model und Entertainer in einer Person quasi. Dem Publikum gefiel es, gefeiert wurde bis zum Morgen.
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