Editorial
Am Ende von Nachrichtensendungen und E-Mails oder beim Abschied von Freunden –immer öfter fällt der Satz »Halt durch!«. Wir sind ganz offensichtlich überfordert und ausgelaugt von der Weltlage, von Ängsten und düsteren Zukunftsvisionen. Aber ist Durchhalten wirklich die richtige Antwort? »Um durchzuhalten, organisieren wir Hirn und Herz wie Unternehmensberater eine Firma«, schreibt die Philosophin Rebekka Reinhard in ihrem Essay zu dieser Ausgabe.
Wir rennen immer schneller, funktionieren nur, so glaubt Reinhard, und »verwechseln Durchhalten mit Tempo. Und Tempo mit Wirksamkeit. So verschieben wir das Happy End endlos.« Reinhard plädiert dafür, mehr mitzugestalten, dabeizubleiben, innezuhalten, statt nur auszuhalten, damit Sinn zurückkehren kann.
So wie bei Marathonprofi Richard Ringer, der den Schmerz beim Rennen nur erträgt, indem er sich bewusst macht, warum er überhaupt läuft: nämlich, weil es Spaß macht. Es geht in dieser Ausgabe viel um Spaß und Lebendigkeit sowie um die Langlebigkeit von Menschen und Sachen. Etwa in unserer Modestrecke, in der wir ausschließlich Vintage-Teile neu belebt haben zu aktuellen Looks. Schauen Sie selbst. Bleiben Sie dabei. Halten Sie inne.
Viel Freude mit S, Ihre Redaktion
Durchhalten: Wie wir Kraft tanken in schwierigen Zeiten
Wir sind erschöpft von der Weltlage, überfordert von Ängsten und düsteren Zukunftsvisionen. Diese Ausgabe fragt, was uns wirklich trägt: Wie Marathonprofi Richard Ringer den Schmerz überwindet. Warum Innehalten mehr bewirkt als Aushalten. Und wie Vintage-Mode neu zum Leben erwacht. Jetzt lesen – es lohnt sich.