Mode bei den Golden Globes Rock wie Hose
Lady Gaga ist zwar nicht für ihre erste Hauptrolle ("A Star is Born") ausgezeichnet worden, hatte aber dennoch einen der stärksten Auftritte bei den Golden Globes. Die Sängerin war blau bis in die Haarspitzen: Ihr babyblaues Kleid mit Schleppe (von Valentino) war eine Hommage an jenes, das Judy Garland 1954 im Original trug . Weil Gaga sonst nicht Gaga wäre, ließ sie sich noch die Haare in der Farbe des Kleides ansprühen. Den Von-Kopf-bis-Fuß-Look komplementierte ein Collier aus mehr als 300 Diamanten, darunter ein birnenförmiger Klunker von 20 Karat. Einen Preis gab es dann auch noch, und zwar für den Filmsong "Shallow".
Lady Gaga in Valentino
Foto: Kevin Winter / AFPAuffälligen Diamantschmuck trugen auch Rachel Weisz und KiKi Layne. Beide entschieden sich für jedoch für Halsbänder statt für Ketten. Emily Blunt hingegen zeigte, dass man Steine genauso schön im Haar tragen kann, zum Beispiel in Form einer Brosche. Wenn der Stoff dann auch noch so schön harmoniert wie ihr silbernes Alexander-McQueen-Kleid, kann modisch nichts mehr schief gehen.
Regina King funkelte auch. Bei ihr war es jedoch das rosa Kleid und keine Edelsteine, das im Scheinwerferlicht strahlte, als die Schauspielerin den Preis für ihre Rolle in dem Film "If Beale Street Could Talk" abholte. Das schulterfreie Kleid passte wie angegossen, das hat Designerin Alberta Ferretti perfekt hinbekommen. King nutzte ihren Auftritt für ein Versprechen: die Hälfte der Besetzung all ihrer Projekte in den kommenden zwei Jahren werde weiblich sein.
Rock wie Hose: Julia Roberts
Foto: Jordan Strauss / dpaJulia Roberts ist 100 Prozent weiblich, doch 50 Prozent ihres Outfits waren männlich - zumindest, wenn eine Hose als traditionell maskulines Kleidungsstück gewertet wird. Der Rest war ein Empire-Kleid. Diesen Zwitter-Look von Stella McCartney kann sicher nicht jede tragen, Pretty Woman aber schon. Da war es dann offensichtlich auch nicht ganz so tragisch, dass die 51-Jährige ihre erste Golden-Globes-Gala nach fünf Jahren ohne Preis verlassen musste. Gefeiert wurde hinterher trotzdem - mit Burgern und Knutscherei auf dem Rücksitz, wie dieser Instagram-Post zeigt .
Alter Hollywood-Glamour
Sandra Oh, die Co-Moderatorin der Gala, führte gleich mehrere Filmstar-Looks vor. Über den roten Teppich ging sie ganz in Weiß, allerdings nicht mit einem Blumenstrauß, sondern mit Ansagerkollege Andy Samberg an der Hand. Ihr asymmetrisch geschnittenes Versace-Kleid fiel vor allem dank einer effektvoll drapierten Schulter auf. Die Trophäe für die beste darstellerische Leistung in einer Dramaserie ("Killing Eve") nahm sie dann zweifarbig in Empfang: Ihr am Rücken ausgeschnittenes Maxikleid war ebenfalls weiß, hatte aber lange silberne Ärmel. In die Geschichte eingehen wird Oh aber als die erste asiatische Frau, die mit mehr als einem Golden Globe ausgezeichnet wurde.
Julianne Moore in Givenchy
Foto: Valerie Macon / AFPNeben Farben und großem Diamantschmuck waren Schleifen ein Trend bei den Golden Globes. Es gab sie aus Samt (in Nicole Kidmans Haar), aus Seide (an Charlize Therons Hals), oder eher schlicht (an den Kleidern von Alison Brie und Gemma Chan). Am schönsten war aber wohl die Schleife, die Juliane Moores Kleid am Rücken zusammenhielt. Das Design dafür stammt von Claire Waight Keller für Givenchy.
"TimesUpx2"
Dass die Zeit alter Tyrannen abgelaufen ist, wurde im Ballsaal des Beverly Hilton Hotels in diesem Jahr nicht mehr durch das Tragen der Farbe Schwarz angezeigt. Stattdessen gab es Armbänder in schwarz-weiß, auf denen zu lesen war: "TimesUpx2". Das politische Statement schmückte unter anderem Laura Derns Handtasche und das Handgelenk ihrer Schauspielkollegin Amber Heard.
"Times Up"-Schleife
Foto: Valerie Macon / AFPBei den Männern verdienen vor allem Timothee Chalamet und Cody Fern Beachtung, die zeigten, dass es durchaus Alternativen zum Smoking gibt. Damit die Welt seine Ledertasche im Halfterlook sieht, musste Chalamet jedoch ohne Anzugjacke vor die Fotografen treten. Im Hause Louis Vuitton dürften sie sich über die entstandenen Bilder aber sehr freuen. Der australische Schauspieler Cody Fern war mutiger und trug ein an der Schulterpartie transparentes Hemd zu weit geschnittener Hose. Vervollständigt wurde das androgyne Avantgard-Outift durch dunkel umrandete Augen und Margiela-Schuhe mit der bei den Japanern abgeschauten Tabi-Spitze (mit abgetrenntem großen Zeh).
Billy Porter hingegen hätte besser zum Smoking gegriffen. Sein durchsichtiges, bunt besticktes Hemd zum grauen Anzug und silbernen Umhang war dann vielleicht doch zu viel des Guten. Oder was meinen Sie? Stimmen Sie ab!
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