Pasta: Wo die besten Nudeln der Welt herkommen - DER SPIEGEL
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Besser essen – immer freitags
Ausgabe Nr. 19

Das Geheimnis der besten Pasta der Welt

Wo Kochen noch Kunst ist: Südlich von Neapel bereiten sie die köstlichsten Nudeln zu. Eine Expedition ins Herz der italienischen Küche – mit einer verblüffenden Erkenntnis für alle Pastaliebhaber. Hier ist das neue SPIEGEL Extra GENUSS.

Herzlich willkommen zum ersten SPIEGEL Extra GENUSS. Ab jetzt finden Sie hier jeden Freitag Reportagen aus der Welt des Kochens, Interviews mit Sterneköchinnen und Küchenchefs, Kurzvideos zum richtigen Schnippeln, dazu Warenkunde, Kochbuchtipps und natürlich Rezepte.

Einiges stammt aus Effilee, dem kulinarischen Kulturmagazin, das nun auch zum SPIEGEL gehört. Als SPIEGEL+-Abonnent können Sie alle Inhalte frei genießen, melden Sie sich dafür lediglich mit Ihren SPIEGEL-Zugangsdaten einmalig an, sobald Sie das erste Mal auf Effilee.de  landen. Diese erste Ausgabe ist auch ohne Abo frei zugänglich. (Was das Wort Effilee bedeutet, lesen Sie hier.)

In unserer ersten Ausgabe von SPIEGEL GENUSS haben wir für Sie vorbereitet:


Ich heiße Claudio Rizzello und darf Sie ab sofort gemeinsam mit meiner Kollegin Maren Keller durch die Küchen dieser Welt begleiten. Wir beginnen in Italien. Ich finde, das passt ganz gut.

Meine süditalienische Nonna machte die beste Pasta der Welt. In den Sommertagen meiner Kindheit knetete sie schon morgens einen Teig und formte daraus zwei Pastasorten: Maccheroncini, länglich, mit einem Loch, und Orecchiette, runde Öhrchennudeln. Im Dorf, in dem sie lebte, werden sie zusammen gegessen und maritati genannt, Verheiratete. Abends kamen wir vom Meer und aßen sie gemeinsam mit Sugo und salzigem Ricotta. Heute weiß ich: Die Pasta schmeckte so gut, weil Nonna sie gemacht hat.

Dass auch industriell hergestellte Pasta unterschiedlich schmecken kann, war mir lange gar nicht klar. Ich kaufte, was in meinem deutschen Supermarkt im Angebot war. Bis ich von Gragnano hörte. Einem kleinen Ort südlich von Neapel, von dem es in Italien heißt, hier komme die beste Pasta her. Weil die Sonne scheint, weil Winde aufeinanderprallen und das Wasser besonders sei, weil hier ohnehin alles intensiver schmecke. Ich reiste hin, traf einen Pastahistoriker, eine Pastaunternehmerin und eine Nonna, die mit dem Stab auf dem Holz klackerte. Es hörte sich an wie bei meiner früher. Den Text können Sie hier lesen .

Die beste Pasta – darauf kommt es an

Bei Max Strohe, einem der bekanntesten Sterneköche Deutschlands, wird nicht nur geklackert. Es wird geschäumt, gerührt, tranchiert, arrosiert, portioniert, lackiert. Unter anderem. Diese Woche ist er nicht gut drauf. Ein Wasserproblem in seinem Berliner Restaurant Tulus Lotrek. Wieder mal. »Scheiß Altbau«, schreit er in den Anrufbeantworter der Hausverwaltung, immer dieselbe Scheiße. Die Nacht war kurz, er muss handeln. Notdienst rufen, hoffen, putzen, so Strohe, das Leben eines Sternekochs. In seiner Kolumne berichtet er an dieser Stelle wöchentlich aus seinem, nun ja, nicht ganz stressfreien Alltag: Ding, Ding, Ding, los, los, los. Hier geht’s zum ersten Text aus »Am Krisenherd – Neues aus der Sterneküche«.

Hier finden Sie die neue Kolumne von Sternekoch Max Strohe

So geht’s: Granatapfel entkernen

Was man von den italienischen Pastaexperten ebenso wie von Max Strohe lernen kann: Oft sind es die vermeintlich einfachen Dinge, deren Perfektionierung den großen Unterschied macht. Wer noch lernen möchte, wie man Granatäpfel entkernen kann, ohne die Küche danach renovieren zu müssen, dem zeigt Köchin Elli Neubert in diesen Kurzvideos die richtige Technik:

Video: Benjamin Eckert / Mathis Schneider / DER SPIEGEL
Hier finden Sie die vollständige Anleitung
2 Min

Was taugt eigentlich … der neue Thermomix?

Haben Sie schon Lust bekommen, sich selbst an Nudeln zu versuchen? Den Teig dafür kann man von Hand kneten oder sich von einer Küchenmaschine helfen lassen. Kürzlich kam die neueste Version des Thermomix auf den Markt – der berüchtigsten Küchenmaschine der Welt. Rund 1500 Euro kostet sie, und angeblich kann sie alles. Ob sich die Anschaffung lohnt, hat unser Autor Peter Wagner für Sie getestet. Sein Fazit lesen Sie hier.


Warenkunde: die Artischocke
Foto:

Norman Posselt / Getty Images / fStop

Gut zu wissen

Die Artischocke gilt als sehr gesund und löste in den Dreißigerjahren sogar die sogenannten Artischockenkriege zwischen der Mafia, Händlern und Landwirten in Kalifornien aus.

Frische Artischocken liegen schwer in der Hand, haben einen festen Blütenboden und knacken, wenn man sie zusammendrückt. Der Stängel sollte sich leicht brechen lassen, im besten Fall hängen noch frische Blätter dran. Genießbar sind der Blütenboden, das sogenannte Artischockenherz, und das Fruchtfleisch auf der Innenseite der Blätter.

Achtung: Die Bitterstoffe verändern den Geschmack von Getränken – Wasser wird süßlich, Wein teilweise bitter. Statt Rotwein daher lieber einen milden Weißwein mit wenig Säure dazu trinken.

Der Konversationshappen zur Artischocke

Im Französischen gibt es die Redewendung »Ein Herz wie eine Artischocke haben«, über Menschen, die sich leicht und schnell verlieben ❤️.


Kochbuch-Tipp: Splendido. Primavera/Estate

Der Tag, an dem ein neues Splendido-Kochbuch erscheint, ist ein guter Tag. Wie kaum jemand sonst stehen Mercedes Lauenstein und Juri Gottschall dafür, mit ihren Büchern den Purismus und die Qualität von Lebensmitteln und die Anmut der einfachen italienischen Küche zu feiern. So ist es auch in ihrem neuen, dritten Buch. Darin: köstliche Rezepte mit den Zutaten aus Frühjahr und Sommer.

Splendido. Primavera/Estate bei Amazon , Thalia , Hugendubel  oder Genialokal  kaufen.
Über Affiliate-Links erhält der SPIEGEL-Verlag bei Verkäufen eine geringe Provision vom Buchhändler.

Die vollständige Rezension lesen Sie auf Kaisergranat.com , dem Portal für gute Kochbücher. Mehr gibt es außerdem in unserer Bestseller-Liste Essen & Trinken.


Rezepte der Woche

Die beste Pasta der Welt sollte man nicht mit Ketchup essen, so viel ist klar. Womit dann? Zum Beispiel mit Peperone Crusco. Oder auch Dosentomaten (aber den richtigen). Diese drei Rezepte habe ich von meiner Recherche in Italien mitgebracht. Vielleicht möchten Sie eines nachkochen. Für einen Hauch Gragnano in Ihrer Küche.

Rezept Mezzi Paccheri mit Piennolo-Tomaten vom Vesuv

25 Min Für 4 Personen

Zubereitung

1.
Reichlich Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen, Salz zugeben. Nebenbei in einer großen Pfanne natives Olivenöl extra und Knoblauch erhitzen, bis er goldgelb glänzt. Dann die Piennolo-Tomaten hinzufügen, zehn Minuten köcheln lassen, mit Salz abschmecken. 2.
Die Mezzi Paccheri di Gragnano ins Wasser geben und vorsichtig umrühren. Nach acht bis zehn Minuten sind sie al dente. Pasta abgießen und in den Sugo geben, alles gut vermengen.

Rezept Spaghetti »Don Alfonso«

20 Min Für 4 Personen

Zubereitung

1.
3 EL natives Olivenöl extra in eine große Pfanne geben, Knoblauch hinzufügen und langsam anbraten. Den Knoblauch entfernen, sobald er Farbe annimmt. Die Tomaten in Spalten schneiden und hinzufügen, dann etwa fünf Minuten köcheln lassen. Nach dem Garen vier Basilikumblätter in feine Streifen schneiden und dazugeben. 2.
In der Zwischenzeit die Spaghetti di Gragnano in reichlich gesalzenem Wasser etwa acht Minuten lang kochen. Abgießen und in die Pfanne mit der Sauce geben. Etwa eine Minute lang schwenken, dann auf dem Teller verteilen. Mit den restlichen Basilikumblättern garnieren und alles mit einigen Tropfen Öl beträufeln.

Rezept Spaghetti mit Colatura di Alici und Peperone Crusco

20 Min Für 4 Personen

Zubereitung

1.
Während das nur leicht gesalzene Wasser in einem großen Topf zum Kochen kommt, in einer großen Pfanne natives Olivenöl extra und Knoblauch erhitzen. Sobald der Knoblauch goldgelb ist, die Hitze ausschalten und den Knoblauch entfernen. 2.
Wenn das Wasser kocht, die Linguine di Gragnano hineingeben und vorsichtig umrühren, nach acht bis zehn Minuten sind sie al dente. Die Pasta abgießen und gleich in die Pfanne mit dem Olivenöl geben. Bei ausgeschaltetem Herd die Colatura di Alici und eine Handvoll zerbröselten Peperone Crusco hinzufügen. 3.
Alles vermengen und beim Anrichten ein Nest formen. Zum Schluss noch mit ein paar Tropfen Colatura di Alici verfeinern und etwas vom zerbröselten Peperone Crusco darüberstreuen.

Hat es Ihnen geschmeckt? Haben Sie Anregungen oder Kritik? Schreiben Sie mir gern an genuss@spiegel.de . Die nächste Ausgabe von SPIEGEL GENUSS servieren wir Ihnen kommenden Freitag, den 16. Mai.

Bis dahin.

Genießen Sie das Leben!

Ihr Claudio Rizzello

Zum Autor

Isst gern: Ramen. Kocht gern: eine Pasta mit Kühlschrankresten (meist Zucchini und in Salz eingelegte Kapern). Spart nicht an: Olivenöl und Rosmarin. Liebstes Küchenutensil: Löffelablage.

Alles aus dieser Ausgabe auf einen Blick:


Illustrationen: Eva Revolver / DER SPIEGEL