Nervennahrung Heute gibt es Spaghetti al Limone
Das Londoner River Café ist für Regisseur Wes Anderson das »beste Restaurant des Planeten«, die Schauspielerin Thandie Newton sagt über das ikonische Restaurant: »The River Café is edible love«, essbare Liebe. Jamie Oliver hat sich in der Küche des River Cafés seine Sporen verdient, Models, Politiker, Literaten und Rockstars aßen und essen die leichte, frische, klare italienische Küche im großen Garten des Cafés an der Themse.
Oder drinnen, in den lichten Räumen des Warehouse-Komplexes, ausgestaltet vom Stararchitekten Richard Rogers. Rogers' Frau, Ruth Rogers, heute 73, und ihre Freundin Rose Gray haben das Kultrestaurant vor 34 Jahren gegründet, eigentlich als Kantine für die Mitarbeiter des Architekturbüros von Richard Rogers. Seit Rose 2010 gestorben ist, führt Ruthie, wie alle Mitarbeiter Ruth Rogers nennen, das River Café allein weiter. Beide Frauen waren keine Köchinnen, Rose hatte Kunst, Ruth Design studiert, aber beide waren der italienischen Küche aufs Innigste zugetan.
Ruthie, die Amerikanerin, die in den Sechzigern in Woodstock aufwuchs und ein Date mit Bob Dylan ausgeschlagen hat, verliebt sich während ihres Studiums in London in den Architekten Richard Rogers und heiratet ihn. Als Richard in Frankreich das Centre Pompidou baut, zieht die junge Familie nach Paris. Dort entdeckt Ruthie die Welt des Essens für sich, taucht ein in den Zauber der Farben, Geschmäcker und Aromen.
Und noch mehr tut sie das in Italien, wohin die Familie ständig reist, denn Richards' Eltern leben im Land, wo die Zitronen blühen. Richards Mutter Dada ist Italienerin, sie ist eine begnadete Köchin und bringt Ruth alles bei, was sie kann. Ruth ist von der Klarheit, der Struktur, der purezza der italienischen Küche hingerissen. »Ich erinnere mich, dass ich eine Bruschetta gegessen habe, auf der nichts anderes war als Olivenöl. Es war für mich wie eine Erleuchtung!«, sagt Ruth Rogers, die für ihre Verdienste um die britische Gastronomie geadelt worden ist. »Mir gefiel, dass man in der italienischen Küche jede Einzelheit herausschmeckt, dass das Aroma jeder Zutat für sich steht.« In der Freude am klaren Gefüge ähneln sich Ruth, die Köchin, und ihr Mann Richard, der Architekt, der einmal gesagt hat: »Ich will, dass meine Gebäude in ihrer Struktur lesbar sind: Man kann beim Betrachten die Bauweise erkennen.«
Genauso wie dies bei den unglaublich einfachen und klar konstruierten Spaghetti al Limone der Fall ist, einem der Kultrezepte aus dem River Café: eine minimale Zutatenmenge, ein Maximum an Geschmack. Frühlingshaft, licht, heiter – und so zeitlos, einfach und voller Stil. Genau wie das River Café: das Michelin-Restaurant mit Papiertischdecken auf den Tischen und der Köchin, die eine Lady ist und schon Bob Dylan einen Korb gegeben hat.
Unsere Köchin begleitet Sie durch die Pandemie: Jeden Montag präsentieren wir hier eines von Verena Lugerts Rezepten – nicht aufwendig, aber raffiniert. Ihr Credo: Gutes Essen macht nicht nur satt, sondern auch glücklich. Hier finden Sie alle bisher erschienenen Rezepte.
Rezept für Spaghetti al Limone aus dem River Café
Für 4 Personen
350 g Spaghetti
2 (bis 3) Bio-Zitronen, probieren Sie aus, wie säuerlich Sie es mögen
150 ml hochwertiges Olivenöl
140 – 160 g Parmesan
1 – 2 Handvoll Basilikumblätter
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Salz
Spaghetti in reichlich Salzwasser nach Packungsangabe al dente kochen.
In der Zwischenzeit von einer oder zwei Zitronen (je nachdem, wie zitronig Sie die Pasta mögen) vorsichtig die Schale abreiben, bitte nur das Gelbe, das Weiße der Schale ist bitter.
Den Parmesan fein reiben, die Zitronen auspressen. Den Zitronensaft mit dem Olivenöl und dem geriebenen Parmesan kräftig verquirlen, salzen, pfeffern. Basilikum mit einem scharfen Messer in breite Streifen schneiden, nicht quetschen, sodass möglichst wenig vom ätherischen Öl des Basilikums austritt.
Spaghetti abgießen, ein wenig vom Kochwasser auffangen, Spaghetti zurück in den Topf geben, mit der Zitronen-Öl-Soße vermischen, bis die Pasta mit der Soße bedeckt ist. Bei Bedarf etwas vom heißen Kochwasser zugeben.
Basilikum und Zitronenabrieb unterrühren, salzen, pfeffern. Nach Belieben mit Basilikumblättern, Zitronenabrieb und Parmesan garnieren. Sofort servieren. Lassen Sie es sich schmecken!