Gepäckträgertaschen: Neue Halterung im Test - DER SPIEGEL
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Neue Halterung im Test Wechselwillige Gepäckträgertaschen

Fahrradtaschen, die elegant aussehen und die man auch gern umgehängt trägt: Das verspricht Thule mit seinen hakenlosen InLock-Taschen. Wir haben das neue Trägersystem ausprobiert und mit der etablierten Halterung von Ortlieb verglichen.
Thule gegen Ortlieb: Wer hat das bessere System für urbane Gepäckträgertaschen?
Thule gegen Ortlieb: Wer hat das bessere System für urbane Gepäckträgertaschen?

Thule gegen Ortlieb: Wer hat das bessere System für urbane Gepäckträgertaschen?

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Markus Linden / DER SPIEGEL

InLock heißt ein neues Taschensystem des schwedischen Träger- und Taschenspezialisten Thule. Das Versprechen: Diese Fahrradtaschen haben keine festen Haken, können aber schnell und sicher in den Gepäckträger eingehängt werden – sofern dieser entsprechend ausgerüstet ist.

Wofür braucht man das? Immer dann, wenn die Tasche nicht ausschließlich für den Transport am Gepäckträger eingesetzt werden soll. Sondern auch auf Fußwegen, in Bus und Bahn und beim Einkaufen. Oder wenn man mit ihr auch im Büro oder an der Uni eine gute Figur machen will.

Wie gut sich InLock in der Praxis schlägt, haben wir mit zwei Taschen von Thule ausprobiert. Und sie mit dem Quick-Lock3.1-Trägersystem von Ortlieb verglichen. Hier ist der Ansatz vergleichbar: Auf die beim Umhängen und Tragen störenden Haken wird auch bei Ortlieb verzichtet. Es gibt lediglich flache Halter an der Tasche – und Gegenstücke am Gepäckträger. Welches System besser ist, klärt dieser Test.

Fazit

Das neue InLock-System von Thule hat den großen Vorteil, dass die Taschen keine Hartplastik-Elemente für eine Halterung benötigen und daher auch auf der Rückseite weich und optisch unauffällig sind. Allerdings ist das Einhängen etwas umständlich und der Gepäckträger muss mit einem großen Adapter nachgerüstet werden. Bei Ortliebs Quick-Lock3.1 haben die Taschen drei flache Halter auf ihrer Rückseite. Wer sich daran nicht stört, wird bei Ortlieb mit einem breit gefächerten Taschenangebot und dem sehr einfachen Ein- und Aushängen der Taschen belohnt. Sollte irgendwann eine Aufnahme an den Taschen defekt sein, kann sie bei QL3.1 ausgetauscht werden.

Die Einzeltests lesen sie unten.


InLock von Thule

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Bei Thule muss vor dem Einsatz der Taschen geschraubt werden. Und zwar eine Adapterplatte an den Gepäckträger. Denn ohne den Adapter mit seinem breiten Bügel können die Taschen nicht eingehängt werden. Die Platte wird an drei Punkten an einer Seite des Gepäckträgers befestigt. Im Lieferumfang befinden sich Schraubklemmen für unterschiedliche Rohrstärken, sodass die Platte an nahezu jeden Gepäckträger passen sollte. Sollen zwei Taschen eingehängt werden, so wird für jede Seite ein solcher Adapter benötigt.

Adapterplatte InLock: Wird am Gepäckträger verschraubt

Adapterplatte InLock: Wird am Gepäckträger verschraubt

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Zum Einhängen einer Tasche wird ein Bügel oben gelöst und die Tasche wird mit ihrer rückseitigen, rund 22 Zentimeter breiten Lasche eingehängt. Dann drückt man die Tasche Richtung Rad, und der Bügel klickt wieder ein. Im Test saßen die Taschen sicher: Sie können sich nicht verschieben und auch nicht oben herausspringen. Zum Lösen zieht man an einem kleinen Band oberhalb des Bügels. Sobald er sich gelöst hat, zieht man die Tasche oben heraus.

Zwei Hände nötig: Die Verriegelung wird durch Ziehen an der kleinen Lasche gelöst

Zwei Hände nötig: Die Verriegelung wird durch Ziehen an der kleinen Lasche gelöst

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Bei der Fahrt klappert nichts. Etwas störend ist, dass man immer zwei Hände braucht, um die Tasche einzuhängen oder abzunehmen: Zum Lösen des Bügels zieht man an einem kleinen Band. Die andere Hand benötigt man, um den Bügel (zum Einhängen) oder die Tasche (zum Herauslösen) nach vorn zu ziehen.

Thules Adapterplatte ist bis zu einer Last von 15 Kilogramm zugelassen, was für die meisten Zwecke reichen sollte. Die Taschen selbst können jedoch je nach Modell auch eine geringere Traglast haben.

Ausprobiert haben wir die Chasm Tote, die offensichtlich als Tasche für den Einkauf gedacht ist und die Shield: ein Hybridrucksack, der sowohl am Gepäckträger hängen als auch mit Gurten auf dem Rücken getragen werden kann. Die 25 Liter fassende Chasm Tote ist als Einkaufstasche nicht wasserdicht und hat innen auch keine weiteren Einteilungen. Sie lässt sich per Reißverschluss schließen, kann aber für größere Einkäufe auch offen gefahren werden. Die Shield dagegen ist wasserdicht, hat ein gepolstertes Laptopfach und weitere kleine Taschen. Man kann die Rucksackbänder einfach baumeln lassen, wenn die Tasche im Gepäckträger hängt. Dann aber werden sie eventuell nass. Die Rucksackgurte sind zudem etwas dünn und kaum gepolstert.

Fazit: Die Inlock-Taschen haben keine störenden Elemente aus Hartplastik und sitzen dennoch sicher am Gepäckträger. Man benötigt jedoch beide Hände zum Ein- und Aushängen.


QuickLock3.1 von Ortlieb

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Ortlieb hat das Problem mit den Haken anders gelöst: Bei Quick-Lock3.1 haben die Taschen auf ihrer Rückseite drei Halterungen aus Kunststoff. Sie sind flacher als die klassischen Haken und haben keine scharfen Kanten. Daher stören sie beim Umhängen kaum – benötigen aber Gegenstücke am Gepäckträger. Wie auch bei Thule kann man ein Adapterset an handelsüblichen Gepäckträgern anbringen. Zudem rüsten einige Fahrradhersteller ihre City- und Tourenräder ab Werk mit entsprechenden Gepäckträgern aus. Ortlieb hat selbst einige Gepäckträger im Angebot. Erkennen lassen sich kompatible Gepäckträger an den kleinen Rollen, die das Gegenstück zu den Befestigungspunkten an den Taschen bilden.

Gepäckträger für Quick-Lock3.1: Drei kleine Rollen als Gegenstück für die Taschen

Gepäckträger für Quick-Lock3.1: Drei kleine Rollen als Gegenstück für die Taschen

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Zum Einhängen wird die untere Aufnahme der Tasche auf das unterste der drei Röllchen gesetzt. Dann kann die Tasche durch Kippen nach vorn oder hinten in die beiden oberen Röllchen eingerastet werden. Nach etwas Übung geht das schnell von der Hand. Zum Herauslösen dient ein Band oben, das bei Zug die feste Verbindung löst. So kann man mit einer Hand die Tasche aus der Halterung herausheben.

Bei der Fahrt sitzen die Taschen sicher. Bis zu neun Kilogramm kann eine einzelne Tasche tragen. Sind sie nur leicht gefüllt, so können sie etwas in der Halterung klappern.

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Gefahren sind wir mit der Commuter-Bag Urban. Eine Art Aktentasche mit einem Fassungsvermögen von 20 Litern und einem gepolsterten Notebookfach. Dazu kommen weitere Fächer innen und außen sowie ein Umhängegurt: Nach dem Parken des Fahrrads wird die Tasche einfach umgehängt. Die drei innen liegenden Quick-Lock3.1-Aufnahmen können zwar an der Kleidung etwas reiben, hinterließen im Test aber keine Spuren. Die wasserdichte Tasche eignet sich vor allem für Büropendler.

Ebenfalls ausprobiert haben wir die Rucksack-Hybridtasche Vario 26, die wir bereits früher mit dem auf klassischen Haken basierenden System Quick-Lock2.1 getestet hatten. Hier spielen die flachen Quick-Lock3.1-Aufnahmen beim Tragen ihre Vorteile kaum aus, da bei dieser Tasche das Trägersystem durch eine große Lasche abgedeckt wird, sobald die Tasche als Rucksack eingesetzt wird.

Fazit: Die drei Hartplastikelemente an den Taschen scheuern beim Umhängen kaum an der Kleidung. Aber sie könnten Modebewusste optisch stören. Das Ein- und Aushängen gelingt mit einer Hand.

Hintergrund: Produkttests im Ressort Tests