Regenjacken fürs Fahrrad von Craft, Endura, Gripgrab, Gorewear, Gonso, AGU und Vaude im Test - DER SPIEGEL
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Regenjacken fürs Fahrrad im Test Windschnittiger Wasserschutz

Eine Regenjacke ist ein nützliches Accessoire für Radfahrerinnen und Radfahrer, doch nicht alle haben eine Kapuze oder eine Tasche für das Smartphone. Wir haben zwölf Modelle für Frauen und Männer getestet.
Regenjacken für Radfahrerinnen und Radfahrer: Nicht immer lässt sich ein Smartphone trocken verstauen, bei diesem Modell aber schon
Regenjacken für Radfahrerinnen und Radfahrer: Nicht immer lässt sich ein Smartphone trocken verstauen, bei diesem Modell aber schon

Regenjacken für Radfahrerinnen und Radfahrer: Nicht immer lässt sich ein Smartphone trocken verstauen, bei diesem Modell aber schon

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Dieser Testbericht erschien zuletzt am 18. Oktober 2024. Wir haben sechs neue Produkte getestet und den Artikel aktualisiert.

Regen ist so etwas wie der natürliche Feind der Radfahrer. Wer möchte schon auf einer Radreise stundenlang durchnässt weiter in die Pedale treten oder nach dem Weg zur Arbeit nass im Büro sitzen? Eine Regenjacke muss her!

Regenjacken für Radfahrer und Radfahrerinnen haben einen anderen Schnitt als entsprechende Jacken für Wanderer. In der Regel sind sie vorn kürzer und lassen ausreichend Raum für die Beine. Am Rücken sind sie oft länger, um auch bei leicht gebückter Haltung auf dem Rad Schutz zu bieten. Sie haben schließbare Bündchen an den Ärmeln, damit der Fahrtwind nicht hineingreift. Die sportlichen Modelle sitzen eng an und bieten dem Wind so wenig Angriffsfläche – ein nicht zu unterschätzender Aspekt auf längeren Radtouren, aber auch bei Fahrten ins Büro mit Gegenwind.

Die von uns getesteten Modelle sind wasserdicht und teils atmungsaktiv. Eine Regenjacke soll ja erstens nicht nach einer halben Stunde durchnässen, und zweitens wollen Sie nicht übermäßig schwitzen. Keine der getesteten Jacken hat uns in diesen beiden Aspekten komplett im Stich gelassen. Unterschiede gibt es dennoch.

Fast alle Jacken in unserem Test haben eine Kapuze. Deren Verstellbarkeit ist wichtig: Einerseits muss sie eng genug sitzen, um vom Gegenwind nicht zurückgeweht zu werden. Andererseits darf sie auch beim Drehen des Kopfes nicht die Sicht behindern. Und falls Sie einen Helm tragen: Wollen Sie die Kapuze über oder unter dem Helm tragen? Nicht bei allen Regenjacken ist beides möglich.

Alle Regenjacken im Test haben Taschen. Ein Smartphone können Sie jedoch nur bei einigen Modellen sicher und zugleich trocken verstauen. Die Smartphonetasche sollte zudem so hoch sitzen, dass Sie beim Treten nicht ständig mit den Beinen dagegen stoßen. Hier ist bei einigen Herstellern noch Luft für künftige Entwicklungen.

Die meisten Regenjacken halten nur bis zur Hüfte trocken. Richtig geschützt sind Sie also nur, wenn Sie zusätzlich auch eine Regenhose parat haben oder die zum Poncho umbaubare SEQ II Regejacke von AGU oder den Manteloverall wählen. Wenn Sie dazu noch die richtigen Schuhe anziehen, kann Ihnen kein Regenschauer mehr die Freude am Radfahren verderben.

Fazit

Wie so oft kommt es auf den Einsatzzweck an: Wollen Sie sportlich unterwegs sein oder auf eine Radreise gehen? Dann sind die Jacken von Gorewear und GripGrab die richtige Wahl. Die Jacken halten lange trocken und sind atmungsaktiv. Letzteres ist wichtig, denn der beste Regenschutz hilft nichts, wenn die Feuchtigkeit von innen kommt und nicht abtransportiert werden kann. Zum Pendeln in der kalten Jahreszeit ist der Parka Cyclist II von Vaude ideal. Für Frauen käme noch der Poncho-Mantel SEQ II von AGU in Betracht. Ist es wärmer, ist die Loamer von Vaude perfekt für den Weg zur Arbeit.

Diese Regenjacken haben wir getestet:

Weiter unten kommen Sie zu den Einzeltests.


Gorewear Lupra 2.0

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Die Lupra 2.0 ist die Nachfolgerin der Endure-Regenjacke, die Gorewear nicht mehr anbietet. Neu ist das Upgrade auf das ePE-Material, das umweltschonender, aber auch robuster und etwas leichter sein soll.

Das Material verändert die Haptik der Jacke. Sie fühlt sich etwas weicher an und lässt sich auch einfacher zusammenlegen. Durch den neuen Stoff wirkt sie weniger sportlich als das Vorgängermodell, sondern erinnert eher an Outdoor-Jacken. Der Schnitt bleibt aber eher körpernah und sportlich.

Dennoch hat die Jacke eine flexibel einstellbare Kapuze, die bei Bedarf über einen Helm passt. Sie wurde im vorderen Bereich verstärkt und so bietet der kleine Schirm einen besseren Schutz der Augen vor Regen.

Die Kapuze sowie die Bündchen an den Händen und am Saum lassen sich gut einstellen. Leider hat Gorewear einen Makel des Vorgängers immer noch nicht beseitigt: Eine Brusttasche fehlt. Zwar gibt es zwei Taschen links und rechts, aber ein Smartphone stößt darin beim Pedalieren an die Oberschenkel.

Unsere Testerin war begeistert von der leichten Jacke und lobte den guten Windschutz bei niedrigen Temperaturen. Dennoch: Die Jacke ist nicht gefüttert. Die Lupra 2.0 blieb bei allen Touren regendicht und führte auch bei sportlichen Ausfahrten nicht zu Schweißbildung.

Fazit: Eine gut verarbeitete Jacke, die für Radreisen ebenso ideal ist wie für das Pendeln mit dem Rad. Sie ist jedoch nicht gefüttert, und das Smartphone muss an anderer Stelle unterkommen.


Vaude Loamer Regenjacke

Foto: Marlena Linden

Hersteller Vaude bewirbt die Loamer als Jacke für das Mountainbiking. Ich bin damit aber nur auf dem Gravelrad zur Arbeit gefahren und mit dem Klapprad durch die City.

Ich würde die Jacke als unaufdringlich bezeichnen: Besonders in den Farben Blau oder Schwarz weist beim Schlendern durch die Stadt nichts darauf hin, dass der Träger oder die Trägerin mit dem Rad angereist ist. Erst bei genauem Blick fällt das verlängerte Rückenteil auf. Oder die leichten Überlappungen am Handrücken, die verhindern, dass Regenwasser bei Gegenwind in die Ärmel gelangt.

Es gibt zwei Taschen links und rechts, in die zwar ein Smartphone passt – das dann aber beim Pedalieren stört. Eine Innentasche gibt es leider nicht. Die Kapuze musste ich unter dem Helm tragen, weil sie nicht darüber passt. Die Jacke ist nicht gefüttert.

Selbst bei einer Stunde im Dauerregen hielt die Jacke dicht. Sie ist zudem atmungsaktiv. Bei einer längeren Fahrt in zügigem Tempo bildet sich dennoch Feuchtigkeit. Lüftungsschlitze gibt es nicht.

Die Jacke wiegt 305 Gramm in der Größe M. Vaude bietet sie mit verschiedenen Schnitten für Frauen und Männer an.

Fazit: Die günstige Loamer Rain schützt zuverlässig und fällt auch abseits des Radwegs kaum auf.


Craft Core Bike Subz Insulate Jacket

Foto: Rosalie Bauer

Die Core Bike Subz ist eine wärmende Jacke für den Rennradsport. Ich habe sie aber auch beim Graveln und auch zum Pendeln ins Büro eingesetzt. Craft verspricht neben der guten Wärmeisolierung auch Wasserdichtigkeit. Letzteres kann die Jacke nicht ganz einhalten: Irgendwann kommt die Feuchtigkeit durch. Allerdings erst nach drei Stunden Regenfahrt. Und das macht eh keinen Spaß.

Bei einstelligen Temperaturen ist die Jacke gut einsetzbar. Das Gitterfleece-Futter auf der Innenseite ist angenehm und nimmt auch etwas Schweiß auf. Die Jacke ist sportlich geschnitten. Sie besitzt die Rückentaschen wie ein Rennradtrikot. Drei davon sind Stecktaschen, eine ist mit Reißverschluss schließbar. Aber auch hier gilt: Das Wasser kommt irgendwann durch. Für das Smartphone muss man daher einen anderen Ort suchen. Eine Innentasche hat die Jacke nicht.

Ist sie am Hals geschlossen, schützt sie gut gegen Wind. Durch den engen Sitz bietet sie kaum zusätzlichen Luftwiderstand. Da sie keine Kapuze hat, muss man seinen Kopf anders vor Regen und Kälte schützen.

Craft bietet die 480 Gramm schwere Jacke (Größe M) in Violett und Schwarz für Männer und in Blau und Braun für Frauen an.

Fazit: Eine sportliche Jacke für herbstliche bis winterliche Temperaturen, die allerdings nicht dauerhaft trocken hält.


Vaude Cyclist II Parka

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Der Cyclist II Parka wirkt zunächst wie ein üblicher Winterparka. Nur Details wie die überlappenden Bündchen an den Ärmeln und die fein einstellbare Kapuze deuten darauf hin, dass sich der gefütterte Kurzmantel besonders für Radfahrer und Radfahrerinnen eignet. Zudem lässt sich der Schlitz hinten in zwei Stufen schließen, um die Beinfreiheit einzustellen.

Unsere Testerin fuhr den Mantel bei einstelligen Temperaturen und freute sich über die gute Passform genauso wie über die wärmende Isolierung. Dabei wiegt der Parka nur 670 Gramm (Größe S). Am Hals lässt sich der Parka hoch und dicht schließen. Einziger Nachteil: Die Kapuze muss vor dem Hochziehen des Reißverschlusses angepasst werden, danach kommen Radfahrerinnen nicht mehr an die Einstellbänder heran.

Es gibt zwei Taschen außen in Hüfthöhe. Darin versteckt ist ein Gummizug, um den Parka enger um die Taille zu binden. Eine clevere Idee. Dazu kommt eine Innentasche, die ein Smartphone trocken hält. Trocken blieb auch die Radlerin selbst: Einem längeren Regenguss hielt die Jacke im Test stand.

Den Cyclist II Parka gibt es in vier Farben und acht Größen für Frauen. Männer müssen mit drei Farben und sechs Größen auskommen.

Fazit: Der Cyclist II Parka ist ein universell einsetzbarer Mantel, der im Herbst und Winter trocken und warm hält.


Gorewear Spinshift GTX

Foto: Carolin Puls

Gewicht und Aerodynamik: Darauf achten Rennradsportler, wenn sie schnell sein wollen. Die Spinshift von Gorewear kommt ihnen in beiden Aspekten entgegen: Sie wiegt nur 140 Gramm und sitzt eng. So eng, dass ich deutlich an mein Bauchfett erinnert wurde.

In der Praxis sitzt die Jacke gut und lässt ausreichend Freiraum für Bewegung. Das dünne Material flattert auch bei hohen Geschwindigkeiten nicht – keine Selbstverständlichkeit. Die Jacke hält auch bei kräftigen Schauern dicht, wie ich erfahren durfte. Ganz trocken bleibt man aber dennoch nicht: Bei echter Anstrengung gerät man unter der Jacke ins Schwitzen, aber immer noch weniger als bei vielen Konkurrenzprodukten. Das atmungsaktive Gore-Tex-Material ist gut, aber eben nicht perfekt.

Leider gibt es nur eine Tasche, eine Außentasche am Rücken. Ein Smartphone passt so gerade hinein. Zum Transport lässt sich die Jacke in ihre eigene Tasche packen.

Gorewear bietet die Jacke in mehreren Farben und Größen jeweils für Frauen und Männer an.

Fazit: Die Spinshift GTX von Gorewear ist eine Jacke für Radsport bei mittleren Temperaturen. Sie ist teuer, aber gut.


AGU SEQ II Winterregenjacke

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Die SEQ II Winterregenjacke ist ein gefütterter Regenmantel für Frauen, der zu einem Poncho umfunktioniert werden kann. Dazu werden an beiden Seiten rund 60 Zentimeter lange Reißverschlüsse geöffnet. Darunter eingeschlagen befinden sich Stoffbahnen. Sie schützen die Beine, sobald man den vorderen Teil des Mantels anhebt.

Das funktioniert am Tourenrad, wenn die Fahrerin die Jacke wie einen Fahrradponcho hält: Die zwei Schlaufen vorn werden über die Handgelenke gezogen und spannen den vorderen Teil der Jacke über die Beine bis zum Lenker. Dort sammelt sich Regenwasser, das gelegentlich ausgeschüttet werden muss.

Die Poncho-Winterjacke schützt die Beine nicht so gut gegen Regen wie ein ausgewiesener Poncho, aber kombiniert Beinfreiheit mit Regenschutz oberhalb der Knie. Sogar bis hinauf zum Kopf: die Kapuze ist ebenso gefüttert wie der gesamte Mantel. Sie hat einen stabilen Schirm als Schutz für die Augen und lässt sich vorn und hinten anpassen. Über einen Helm passt sie nur mit Mühe. Besser und im Winter wärmender ist es, den Helm über der Kapuze zu tragen.

Mit geschlossenen Reißverschlüssen wird die SEQ II zu einem Wintermantel. Radeln kann man dann aber nur schlecht: Die Bewegungsfreiheit der Beine wird zu stark eingeschränkt. Werden die Reißverschlüsse geöffnet, ohne den vorderen Teil des Mantels als Poncho hochzunehmen, kann der viele Stoff störend herumflattern. Das bemängelte unsere Testerin.

Bei Temperaturen um die zehn Grad war der Mantel fast schon zu warm. Es gibt Belüftungsschlitze am Rücken, und der Hauptreißverschluss vorn kann auch von unten geöffnet werden. Kleine Details wie die wind- und regendichten Bündchen an den Ärmeln und die gedichteten Außentaschen gefallen gut. Eine Innentasche gibt es nicht.

AGU bietet die 1010 Gramm wiegende Jacke für Frauen in Blau, Braun und Schwarz und in sechs Größen an.

Fazit: Die AGU SEQ II Winterregenjacke ist eine gelungene Mischung aus Winterjacke und Regenponcho. Allerdings könnte der viele Stoff an der Seite die ein oder andere Radlerin stören.


Decathlon BTWIN City 540

Foto: Jonas Mielke / DER SPIEGEL

Die BTWIN City 540 vom französischen Großhändler Decathlon ist eine gefütterte Regenjacke. Wie der Name andeutet, ist sie vor allem für den urbanen Einsatz konzipiert.

Mit ihrem weiten Schnitt und dem doppelten Bund an den Armen ist sie alles andere als windschnittig und daher kaum für den Einsatz auf Rennrädern geeignet. Dafür hat sie breite Reflektorstreifen, die im nächtlichen Straßenverkehr für Sichtbarkeit sorgen sollen, indem sie auch schwaches Licht stark reflektieren. So wird man bei Nacht nicht so leicht übersehen.

Die BTWIN City 540 hat ein wattiertes Innenfutter, gummierte Bündchen an den Armabschlüssen und einen hohen Kragen. Komplett geschlossen, wärmt sie gut, Fahrtwind hat kaum Chancen, einzudringen. Wird es zu warm, kann man links und rechts unterhalb der Achseln Reißverschlüsse auf einer Länge von rund 20 Zentimetern öffnen.

Diese Reißverschlüsse, ein großer vorn und zwei über den seitlichen Taschen, sind nicht abgedichtet, aber jeweils von einem Stück Umschlagstoff geschützt. Über dem Hauptreißverschluss ist dieser Stoff so breit gehalten, dass er auch noch den Reißverschluss der Brusttasche abdeckt. In die wiederum passen auch große Smartphones gut hinein. Bei einer Fahrt durch Regen blieb mein Smartphone darin trocken.

Ich übrigens auch. Allerdings wird der Stoff nach einer Stunde Regenfahrt langsam feucht, aber nur außen. Bei Temperaturen um die sieben Grad wurde es nach einer halben Stunde sehr warm in der Jacke. Die Lüftung unter den Armen hilft etwas, aber für sportliche Fahrten bei herbstlichen Temperaturen ist sie zu warm.

Die Kapuze ist nicht gefüttert. Sie hat einen nicht einstellbaren Gummizug und hinten eine kleine Lasche zum verkleinern. Sie sitzt ausreichend stramm, sodass sie bei Gegenwind nicht nach hinten umklappt. Allerdings zieht mir der Gummizug trotz der Einstelllasche den kleinen Schirm so über die Augen, dass mein Sichtfeld eingeschränkt wird. Ich muss den Schirm nach oben klappen, und dann wirkt er nicht mehr. Die Kapuze passt nur unter meinen Helm, nicht darüber. Wer die Kapuze nicht benötigt, kann sie im Kragen verschwinden lassen.

Die Jacke wiegt 870 Gramm.

Fazit: Die City 540 ist angenehm zu tragen und schützt gegen Kälte und Fahrwind. Allerdings gerät man schnell ins Schwitzen.


Gripgrab EXPLR Waterproof Lightweight Jacket

Foto: Jonas Mielke / DER SPIEGEL

Die EXPLR Waterproof Lightweight ist tatsächlich beides: wasserfest und leicht. Auf meiner einstündigen Pendlerstrecke bin ich darin zumindest nicht nass geworden. Es kommt nach einiger Zeit etwas Feuchtigkeit in das Material, die aber nicht stört. Leicht und gut packbar ist die Jacke auch: Mit 268 Gramm ist sie fast so leicht wie die weiter unten beschriebene GV500 von Endura.

Der Preis für das geringe Gewicht: Die EXPLR hat nur eine von außen zugängliche Tasche an der Brust. Seiten- oder Innentaschen fehlen. Immerhin kann ich in der Brusttasche mein Smartphone (auch große Geräte passen) trocken aufbewahren. Der Reißverschluss der Tasche ist, ebenso wie der Hauptreißverschluss, abgedichtet. Ich kann die Jacke am Abschluss hinten am Rücken mit einem Gummizug enger ziehen, ebenso die Kapuze. Letztere passt bei mir nur unter den Helm, nicht darüber. Fahre ich ohne Helm, so bleibt die Kapuze trotz Fahrtwind fest am Kopf.

An den Armabschlüssen gibt es Gummizüge, sodass die Ärmel bei mir gut mit meinen Handschuhen abschließen und mit oder ohne Handschuhe kein Fahrtwind an die Arme kommt. Auch bei schneller Fahrt komme ich in der Jacke nicht so schnell ins Schwitzen.

Fazit: Die EXPLR ist leicht, atmungsaktiv und dennoch fast komplett wasserdicht. Perfekt für Touren im Frühjahr bis Herbst.


Gonso Save Jacket Essential

Foto: Jonas Mielke / DER SPIEGEL

Mit einem eher locker sitzenden Schnitt richtet sich die Save Essential weniger an Rennradfahrer als an Pendler und Radreisende, die auf dem Rad Bewegungsfreiheit schätzen. Der Schnitt ist unauffällig, die Farben modisch. So kann man die Jacke nicht nur auf dem Rad tragen, sondern auch mal in der Mittagspause oder abends auf dem Weg zur Verabredung.

Trotz des lockeren Schnitts flattert der Stoff nicht im Fahrtwind. Das Material ist ausreichend steif, aber gleichzeitig bequem. Das liegt auch an dem netzartigen Innenmaterial, das leicht wärmt, aber auch Schweiß aufnimmt. Atmungsaktiv ist die Außenjacke aber nicht. Das macht sich bemerkbar: Auf meinem Arbeitsweg gerate ich bei Außentemperaturen um zwölf Grad ins Schwitzen.

Der Hauptreißverschluss ist nicht gedichtet, sondern mit einem Überschlag versehen, der unten und oben mit Druckknöpfen, in den mittleren Bereichen mit Klettstreifen, geschlossen wird.

Die Kapuze passt nicht über einen Helm, man kann den Helm aber gut über den dünnen Stoff ziehen. Fährt man ohne Helm, wird die Kapuze mit Gummi-Spannbändern so weit geschlossen, dass der Fahrtwind sie nicht nach hinten pusten kann. Der kleine Schirm hat zumindest für mich die richtige Größe: Er hält bei nicht allzu schneller Fahrt die Tropfen davon ab, direkt in die Augen zu geraten, verdeckt aber kaum die Sicht.

Innen gibt es eine Smartphonetasche. Sie verhindert mit einem kleinen Gummizug, dass die teure Fracht beim Ausziehen der Jacke herausfällt. Vorteil gegenüber einem Reißverschluss: Man kann das Smartphone mit einer Hand herausfischen, wenn der Hauptreißverschluss halb geöffnet ist. Der Nachteil: Große Smartphones wie ein iPhone Pro Max oder Pixel Pro passen kaum hinein.

Im Regen hielt mich die Jacke etwa eine halbe Stunde lang trocken. Anschließend wurde ich nicht direkt nass, aber die Feuchtigkeit drang bei Dauerregen langsam durch.

Gonso bietet die Jacke für Männer in neun Größen und fünf Farben an, die taillierte Version für Frauen gibt es sogar in zehn Größen, aber nur in vier Farben.

Fazit: Das Save Jacket Essential ist sportlich, kann dennoch im Alltag als Funktionsjacke getragen werden. Man kommt bei schneller Fahrt ins Schwitzen. Und dauerhaft dicht ist sie auch nicht.


Elkline 1Dry2 Manteloverall

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Der 1Dry2 Manteloverall ist genau das: Mantel und Overall in einem Kleidungsstück. Ersonnen hat das Konzept die Hamburger Gestalterin Bianca Gabriel. Die leidenschaftliche Radfahrerin wollte ein Kleidungsstück, das auch bei kräftigem Regen den gesamten Körper schützt, gleichzeitig aber bequem ist und nicht nach Funktionskleidung aussieht.

Wir würden die Funktion als Mantel als Basisfunktion sehen, den Einsatz als Overall für Situationen, in denen es auf kompletten Regenschutz ankommt. Als Mantel lässt sich der 1Dry2 einfach anziehen wie jeder andere Mantel auch. Der hochwertige, absolut regendichte Stoff ist weicher, aber auch schwerer, als bei anderen Regenjacken.

Die Kapuze passt sowohl über als auch unter einen Fahrradhelm. Der recht lange Mantel kann im unteren Bereich über einen Reißverschluss enger und weiter geöffnet werden – hier muss man bei leichtem Regen einen Mittelweg finden zwischen der Abdeckung der Oberschenkel und der Beinfreiheit, die man zum Radeln braucht.

Regnet es stärker, so baut man den Mantel zum Overall um. Man muss zwar absteigen, aber nicht die Schuhe ausziehen: Die doppelten Aufschläge des Mantels lassen sich links und rechts zu Beinen verwandeln. Sie sind mit einem Druckknopf und einem Klettverschluss befestigt. Löst man beides, schließt man die Overall-Konstruktion an den Beinen mit Reißverschlüssen und im Schritt mit Druckknöpfen. An den Knöcheln kann der Bund eng gezogen werden, auch als Schutz vor der Kette.

Man sollte das Zuhause im Wohnzimmer ein paar Mal üben, damit es im Starkregen schnell geht.

Noch mehr Übung braucht man für den Umbau zurück zum Mantel. Zwar ist farbig markiert, an welcher Stelle die Beine wieder an den Aufschlägen befestigt werden – aber intuitiv verständlich ist das nicht. Nach ein paar Proben ist es aber einfach und dauert nur ein paar Sekunden: Je links und rechts die richtige Stelle für die Druckknöpfe finden und das Klettband zusammenziehen. Elkline liefert eine etwas knappe Anleitung in Papierform mit, auf YouTube findet sich zudem ein Erklärvideo.

Den 1Dry2 Manteloverall gibt es nur in einer Farbe (dunkelblau) und nur in einer Größe, »M«. Dem männlichen Tester, 1,80 Meter groß, passte er so gerade noch. Unsere weibliche Testerin, 1,64 Meter Körpergröße, empfand den 1Dry2 als Overall etwas zu groß. Zu eng sollte er allerdings auch nicht sitzen – immerhin will man sich ja uneingeschränkt bewegen auf dem Rad. Wir würden schätzen, dass Personen zwischen 168 und 182 Zentimetern Körpergröße (je nach Beinlänge) den Manteloverall gut tragen können. Ob und wann Elkline auch andere Größen fertigen will, steht nicht fest.

Das gefällt: Die Idee geht auf. Aber der 1Dry2 ist schwer. Und teuer.

Der 1Dry2 Manteloverall wird im Shop von 1Dry2  angeboten.


Endura GV 500 Waterproof Jacket

Die GV 500 ist ein leichtes Sommermodell für Abenteurer: Sie lässt sich klein zusammenfalten, wiegt nur 228 Gramm und passt so gut zu mehrtägigen Ausfahrten mit wenig Gepäck. Sie lässt sich in die eigene, auf links gedrehte Brusttasche stecken und nimmt dann nur noch wenig Raum ein. Die abgedichtete Brusttasche eignet sich zudem gut für ein Smartphone.

Das Material aus drei dünnen Lagen ist erstaunlich stabil. Verzichtet hat Endura jedoch auf weitere Taschen oder besondere Features: Lediglich die Kapuze kann verstellt werden. An den Armabschlüssen, an der Kapuze und am Rücken sind Gummizüge eingearbeitet, ansonsten gibt es noch reflektierende Elemente an der Brust und an den Schultern.

Foto: Rosalie Bauer / DER SPIEGEL

Im Test im Hamburger Dauerregen bewährt sich das atmungsaktive und dennoch komplett wasserdichte Material. Alle Nähte sind versiegelt, der Reißverschluss vorn hat eine Sturmlasche und bleibt ebenfalls dicht.

Die Kapuze kann nur verstellt, aber nicht vorn noch mehr verschlossen werden. Dafür passt das dünne Material sehr gut unter einen Helm. Die Kapuze ist aber auch groß genug, um über einen Rennradhelm gezogen zu werden.

Fazit: Die GV500 ist leicht, wasserdicht und atmungsaktiv. Die Kapuze lässt sich nicht gut einstellen.


Endura Hummvee Kapuzenjacke

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Die Kapuzenjacke ist aus kräftigerem Material und wärmt mehr als die eher sportlichen Modelle wie die GV 500. Endura hat aber auch an die Kühlung gedacht: Die Hummvee lässt sich per Reißverschluss unter den Achseln öffnen und sorgt so für Frischluft auch bei Anstrengung auf dem Rad.

Die Kapuze lässt sich vorn mit Bändern zusammenziehen. Sie passt notfalls auch über einen Fahrradhelm, ist dann aber vorn etwas kurz. Wer mag, kann trotz der leichten Polsterung der Kapuze den Helm darüber tragen. Es gibt zwei Front- und eine Brusttasche, die alle drei mit einem Reißverschluss geschlossen werden können. In die Brusttasche passt auch ein größeres Smartphone. Die Bündchen an den Ärmeln werden mit einem Klettverschluss enger gemacht, der untere Saum der Jacke kann per verstellbarem Gummizug enger gezogen werden.

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Die Hummvee gibt es für Frauen in sechs Größen und vier Farben, bei den Herren sind es ebenfalls vier Farben, aber teilweise andere, und sieben Größen.

Unser Modell für Frauen ist sportlich geschnitten und sitzt gut. Mit einem Gewicht von 446 Gramm (Frauen, S) gehört sie zu den schwersten Modellen.

Fazit: Die Jacke ist sehr gut ausgestattet, das Material ist kräftig und die Brusttasche hält ein Smartphone trocken. Die Kapuze ist etwas kurz.

Hintergrund: Produkttests im Ressort Tests