Mähroboter: Test 2025 wie gut mähen kabellose Roboter den Garten - DER SPIEGEL
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Mähroboter im Test Kabellos durchs Gras

Eine neue Generation Mähroboter mit smarten Funktionen und Satellitennavigation soll Gartenbesitzern das Leben leichter machen. Wir haben mit sechs Modellen ausprobiert, wie leicht es wirklich wird.
Mährobotern muss man Grenzen setzen, früher per Kabel, heute per Funk
Mährobotern muss man Grenzen setzen, früher per Kabel, heute per Funk

Mährobotern muss man Grenzen setzen, früher per Kabel, heute per Funk

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Dieser Testbericht ist erstmals am 2. September 2023 erschienen. Wir haben jetzt vier neue Produkte getestet und den Text aktualisiert.

Früher war Draht, wo heute grüne Gräser sprießen. So oder so ähnlich könnte man zusammenfassen, was die neue Generation von Mährobotern von ihren Vorgängern unterscheidet. Denn tatsächlich musste man den meisten Geräten dieser Art bislang mit einer langen Drahtschleife Grenzen setzen. Das meist grüne Kabel wird seiner Funktion nach als Begrenzungskabel bezeichnet, denn genau das ist seine Aufgabe: den Spielraum des Mähers begrenzen. Für Sensoren im Mäher ist das stromdurchflossene Kabel wie eine Mauer: Bis hierhin und nicht weiter.

Das Prinzip funktioniert seit Jahren gut, aber es hat seine Macken: Den Draht zu verlegen, kann eine schweißtreibende Angelegenheit werden, vor allem bei großen Gärten. Er muss in kurzen Abständen mit Haken verankert werden und gut geplant sein. Wer zu spät bemerkt, dass der Mäher an einer Stelle nicht um eine zu scharf gezogene Ecke findet oder ständig im Blumenbeet landet, muss das Kabel entweder aus dem Boden zerren und neu verlegen oder mit speziellen Verbindern zusätzliches Kabel anflicken.

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Zudem können die Dutzende Meter langen Strippen beschädigt werden, etwa wenn jemand sie versehentlich durch einen Spatenhieb durchtrennt oder sie durch Umwelteinflüsse Schaden nehmen. Die defekte Stelle im Hunderte Meter langen Kabel zu finden, kann zum nervenaufreibenden Suchspiel geraten.

Weniger Kabel, mehr Geld

Eine neue Generation von Mährobotern soll der Rasenpflege nun diese Einstiegshürde nehmen, indem sie die Geräte unabhängig von verbuddelten Kabeln macht. Grenzen werden den modernisierten Modellen nun per App vorgegeben, zur Navigation nutzen sie je nach Hersteller unterschiedliche Kombinationen aus GPS-Empfängern, Sensoren und Funktechniken. Jüngster Trend in der Gartensaison 2025: Per KI und Kamera sollen sich einige Modelle selbst beibringen können, wo der Rasen endet, benötigen daher im Idealfall keine menschliche Tourleitung mehr.

Wir haben sechs solcher Geräte zum Test in unsere Gärten geholt und geprüft, ob die neue Technologie wirklich besser ist, welche Hürden sie mit sich bringt und vor allem, ob sich der substanzielle Aufpreis für die kabellosen Mähroboter lohnt.

So haben wir getestet:

  • Einrichtung: Wie schnell und einfach gelingt es, den Mährobotern ohne Sensorkabel die Grenzen des Arbeitsbereichs beizubringen?

  • Bedienung: Ist die App-Steuerung so bequem, wie man es für so viel Geld erwarten kann? Ist außer WLAN auch Mobilfunk für den Fernzugriff an Bord?

  • Mähleistung: Wie gut finden sich die Roboter auf der Arbeitsfläche zurecht? Wie gründlich kürzen sie den Rasen auf der Fläche und an der Kante?

  • Hinderniserkennung: Malträtieren die Schnittwerkzeuge unbeabsichtigt Flora, Fauna und Garteneinrichtung oder weichen sie ihnen mithilfe von Distanzsensoren rechtzeitig aus?

Fazit

Ein vergrabenes Sensorkabel, das die Mäher durch den Garten navigiert? Das vermissen wir im Test kein bisschen. Es ist viel bequemer, den Robotern per App-Joystick den Grundriss beizubringen. Die Fähigkeit des Dreame A2, Segway X330E, Ecovacs Goat O500 Panorama und des Sunseeker X5, sich per KI-Kamera die Rasengrenzen selbst beizubringen, ist kaum ein Vorteil. Weil die Roboter bei unregelmäßigen Grenzen nicht weiterwissen, müssen wir zu oft nachhelfen.

Einmal eingerichtet, finden sich alle Testmodelle gut auf dem Rasen zurecht. Ob sie dafür nur interne Kameras und Lasersensoren oder auch GPS-Empfänger nutzen, macht für den Orientierungssinn keinen Unterschied. Nur bei der Installation ist das wichtig. Der Dreame und der Goat O500 Panorama sind nach dem Auspacken praktisch startbereit. Die Signalmasten des Goat G1 und die Sat-Antennen von Segway und Sunseeker auszurichten, kostet etwas mehr Zeit. Aber selbst das macht immer noch weniger Mühe, als ein Kabel zu verbuddeln.

Die App-Bedienung ist in allen sechs Fällen bequem genug, um die Mäher per Schaltfläche oder Zeitschaltplan zu starten und zu stoppen. Besonders gelungen ist die Segway-Anwendung. Die von Ecovacs und Sunseeker könnte stellenweise gern etwas niederschwelliger erklärt sein. Immerhin punktet die Software von Sunseeker zusammen mit der von Segway damit, dass man den Rasengrundriss nachträglich anpassen kann. Die anderen Geräte muss man für jede Änderung komplett neu anlernen.

Bei der Mähleistung nimmt sich das Sextett kaum etwas. Die große Fläche kürzen sie gründlich und lückenlos. An der Kante lassen die meisten von ihnen immer einen Streifen stehen – der Segway-Mäher H800E etwas weniger. Dem Sunseeker X5 gelingt bei mit Steinen oder Platten eingehegten Rasen per Überrandfahrt die sauberste Kante.

Diese Geräte haben wir getestet:


Ecovacs Goat O500 Panorama

Im Vergleich zum Ecovacs Goat G1 ist der Goat O500 Panorama für kleinere Gärten und Budgets gedacht. Das günstigste Gerät im Test speichert den Grundriss einer maximal 500 Quadratmeter großen Fläche.

Der Roboter ist schnell startbereit. Eine Satellitenantenne braucht er nicht. Anders als beim G1 sind auch keine Funkbaken zu installieren. Die kleine Elektroziege navigiert allein anhand einer Kamerakuppel oben und einer Kamera sowie einem Lasersensor vorne am Gehäuse durch den Garten. Die von den Kameras mit Informationen versorgte KI ist zudem in der Lage, sich die Rasengrenzen selbst einzuprägen. Es reicht daher, den Bot in der Ladestation zu platzieren und ihn per App auf Entdeckungstour zu schicken, mehr Installation ist nicht nötig.

Ecovacs Goat O500 Panorama: Die Software funktionierte nach einem Update nicht mehr fehlerfrei

Ecovacs Goat O500 Panorama: Die Software funktionierte nach einem Update nicht mehr fehlerfrei

Foto: Berti Kolbow-Lehradt

Im Test variierte der Erfolg dieses Systems in Abhängigkeit von der installierten Softwareversion. Anfänglich kartierte das Gerät eine Versuchsfläche einwandfrei, erkannte sogar korrekt einen Schwung Hochbeete als durchgehende Grenze und fuhr nicht in die Korridore zwischen den Beeten. Nachdem wir daraufhin ein Softwareupdate installiert hatten, schlug das Anlernen einer zweiten Testfläche fehl. Der Roboter fand den Weg zur Basisstation nicht mehr, konnte die Karte daher nicht fertigstellen. Wenn die Autokartierung jedoch funktioniert, wie sie soll, ist sie die beste im Test.

Zum Glück kann man den Goat O500 Panorama alternativ durch eine von Hand geführte Kennenlernrunde mit seiner Arbeitsumgebung vertraut machen. Dazu navigiert man ihn mithilfe einer Fernsteuerung in der App an den Grenzen des Rasens entlang.

Das ist auch die einzige Methode, um bei der Erstkartierung Teilflächen zu berücksichtigen, die durch Wege getrennt sind. Keiner der getesteten Mähroboter kann komplexe, von Wegen durchzogene Gartengrundrisse per Autokartierung erfassen. Aber der Kartensoftware von Ecovacs fehlt ein weiteres Komfortmerkmal: Wie auch bei Dreame kann man nachträglich keine weiteren Flächen ergänzen oder gespeicherte Grenzen ändern, sondern muss komplett neue Karten anlegen. Paradox: Wer für den Robomäher Transitwege über Steinpfade und Terrassen markieren will, muss sie als »zugängliche Sperrzone« kategorisieren. Den entsprechenden Menüpunkt haben wir erst mithilfe des Herstellers gefunden.

Einmal eingerichtet, mäht die Elektroziege die Fläche gut, auch wenn sie wegen der geringen Schnittbreite von 22 Zentimetern viele Bahnen ziehen muss und deshalb lange braucht. Der Kantenschnitt ist hingegen ein Problem. Im Normalfall hält der G1 großzügige zehn Zentimeter Abstand zum Rand, wälzt die Trimmarbeit also auf seine Besitzer ab. Im »erweiterten Kantenmodus« kann man diese Schutzzone verringern, doch das ist riskant. An schwer zu erkennenden Grenzen rutschte das Gerät im Test ins Beet und grub es mit seinen Rädern um. An einer abschüssigen Rampe wiederum war es übervorsichtig, missinterpretierte sie als Abgrund, mähte die dahinterliegende Rasenfläche daher nicht. Andere Roboter sind nicht so zimperlich.

Optional kann man den Goat O500 Panorama beim Mähen auch per App-Fernbedienung steuern. Im Test wurde das aber zur Geduldsprobe, weil der Bluetooth-Kontakt trotz nächster Nähe ständig abriss.

Wer den Mähroboter nicht jedes Mal per App oder über die Tasten am Gehäuse starten möchte, regelt das mit Zeitschaltplänen. Nachtfahrten verbietet man ihm des Tierwohls zuliebe. Damit der Roboter Kleintiere auch tagsüber in Frieden lässt, sollte man dringend die ab Werk deaktivierte Option »KI-Erkennung« aktivieren. Nur damit erfasste das Gerät im Test Igelattrappen innerhalb des Sensorbereichs zuverlässig und umkurvte sie.

👍 Günstig

👍 Einfach einzurichten

👍 Gleichmäßiges Mähergebnis

👍 Weicht einer Igelattrappe zuverlässig aus

👎 Software wirkt unfertig

👎 Kartenbearbeitung nicht möglich

👎 Zu schwach für unwegsames Gelände

👎 Probleme an Rasenkanten


Dreame A2

Der Dreame A2 ist dafür ausgelegt, innerhalb eines Tages bis zu 1000 Quadratmeter zu mähen. Äußerlich ähnelt er dem Vorgängermodell A1 sehr. Im Unterschied zu dem wird sein Chassis von einem blauen LED-Streifen verziert. Vorne blickt nun eine Kamera in Fahrtrichtung.

Das Licht ist nur Show, die Kamera jedoch ergänzt die Laserkuppel auf dem Gehäusedeckel. Beide Sensoren helfen der Navigationssoftware, die Rasenfläche zu kartieren und systematisch abzugrasen. Zudem dienen sie dazu, Hindernisse zu erkennen, die es zu umkurven gilt. Eine externe Antenne und guten Satellitenempfang benötigt das Gerät nicht.

Dreame A2: Speichert auf Wunsch zwei Gartenkarten

Dreame A2: Speichert auf Wunsch zwei Gartenkarten

Foto: Berti Kolbow-Lehradt

Die Rasengrenzen bringt man dem Dreame A2 per App bei. Eine von Hand geführte Kennenlernrunde mit Fernsteuerung per App bringt die besten Ergebnisse. Eine automatische Kartierung bietet das Gerät aber auch an. Doch die verlor bei unregelmäßigen oder schwer zu erkennenden Grenzen die Orientierung und ließ den Roboter in ein Beet fahren, statt anzuhalten. Zwar kann man je nach Grenzabschnitt zwischen manueller und automatischer Kartierung hin- und herwechseln. Das ist jedoch so fummelig gelöst, dass wir lieber die Finger davon gelassen haben. Die Kartierungssoftware von Ecovacs Goat O500 Panorama und Segway Navimow X330E reagiert zuvorkommender. Außerdem schade: Ändert sich der Grundriss nachträglich, muss man den Roboter komplett neu anlernen. Neue Teilzuschnitte akzeptiert die Software nicht.

Praktisch: Auf Wunsch speichert die App zwei Gartengrundrisse. Wer will, variiert saisonal und lässt auf einem davon zeitweise mehr Naturwiese blühen. Abgesehen davon bietet die App viele Extras, um das Schnittergebnis an die eigenen Vorlieben und den Garten anzupassen. Hilfreich ist das Punktmähen, bei dem man das Gerät etwa zu einem übersehenen Grasbüschel schickt.

Per 4G-Mobilfunk kann man den Roboter auch steuern, wenn man sich außerhalb der Bluetooth-Reichweite befindet oder der WLAN-Empfang zu schwach ist. Ein Datenvertrag mit drei Jahren Laufzeit ist im Kaufpreis inbegriffen. Wer nicht gern mit einer App hantiert, kann viele Einstellungen über Tasten und ein Farbdisplay auf dem Gehäuse vornehmen. Kein anderes Testgerät lässt sich so umfangreich ohne Smartphone bedienen.

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Das Schnittbild des A2 ist gleichmäßig. Nur feucht und weich sollte der Boden nicht sein, sonst reißen die grobstolligen Räder des 16 Kilo schweren Gefährts bei Wendemanövern Grasbüschel heraus. Auf Wunsch kann er ein Schachbrettmuster in den Rasen mähen.

Für sorgfältig geschnittene Kanten sollte man der beweglichen Mähscheibe erlauben, ein wenig von der Gehäusekante wegzuschwenken. Dann bleibt ein schmalerer Streifen ungemähten Grases übrig als bei den anderen Testgeräten. Ist der Rasen ebenerdig von Randsteinen eingefasst, soll man den A2 etwas über die Grenze hinausfahren lassen können. So kommt er in der Theorie näher an den Rand. Doch das klappte im Praxistest nicht, das Gerät hielt lieber Abstand.

Kleine Hindernisse wie unsere Igelattrappe erkennt und umfährt das Gerät souverän. Optional kann man bei Randfahrten die Aufmerksamkeit erhöhen, die das Gerät Hindernissen widmet. Fälschlich hielt es auch dunklere Flecken für schützenswert. Aus Tierwohlsicht ein akzeptabler Kompromiss.

👍 Einfache Einrichtung

👍 App bietet viele Extras

👍 Schwenkbare Mähscheibe

👍 Umkurvt Igelattrappen sehr gut

👍 4G-Datenverbindung

👎 Fehleranfällige Autokartierung

👎 Karten nicht bearbeitbar

👎 Auf feuchtem Boden wenig Traktion


Segway Navimow X330E

Das getestete Modell X330E aus der Navimow-X3-Serie von Segway ist für eine Fläche von bis zu 3000 Quadratmetern ausgelegt. Im klobigen Gehäuse stecken ein großer Akku und zwei starke Hinterradmotoren. Mit 55 Zentimeter Breite und fast 20 Kilo Gewicht ist dieses Modell ein schwerer Brummer, der geparkt viel Stellfläche braucht und nur mit viel Kraftaufwand am Heckgriff zu tragen ist.

Wie seine Vorgänger benötigt der X330 eine externe Satellitenantenne, um seine Position auf dem Rasen genau bestimmen zu können. Bei großen Flächen muss man eine zweite hinzukaufen. Die Antennentechnik macht die Installation im Vergleich zum Goat O500 Panorama und Dreame A2 aufwendiger.

Segway Navimow X330E: 300 Euro Aufpreis für den Kantentrimmer

Segway Navimow X330E: 300 Euro Aufpreis für den Kantentrimmer

Foto: Berti Kolbow-Lehradt

Vor dem ersten Einsatz bringt man dem X330E die Rasengrenzen wahlweise per automatischer oder manueller Kartierung bei. Im ersteren Fall lotst sich das Gerät mit drei Kameras durchs Revier. Traf es im Test auf unübersichtliche Begrenzungen, forderte es uns auf, ihm den Weg in diesem Teilabschnitt per App-Joystick zu zeigen. Wird die Sicht wieder klarer, wechselt er zur Autokartierung zurück. Das Zusammenspiel beider Erkundungsmethoden funktioniert nahtlos und komfortabel. Ebenfalls praktisch: Teilabschnitte lassen sich nachträglich anpassen, ohne dass man die komplette Karte neu erstellen muss.

Die Navimow-App ist die beste im Test. Sie bietet viele Optionen, bleibt trotzdem einfach bedienbar und läuft rund. Außerhalb von Bluetooth- und WLAN-Reichweite erreicht man den Bot per 4G-Verbindung mit inkludiertem Zwei-Jahres-Vertrag.

Drei Tasten und ein 20 × 17 Zentimeter großes Display auf dem Gehäusedeckel legen nahe, dass man auch dort viel einstellen kann. Doch außer Start und Stopp geht kaum etwas. Der Bildschirm zeigt bloß Offensichtliches, etwa dass der Roboter mäht oder lädt, ist also eher Show als nützlich. Obendrein erweist sich die Anzeige unseres Testgeräts als fragil. Als wir das Gehäuse zwecks Klingenkontrolle auf den Rücken drehen, zerkratzt und reißt das Deckglas.

Am Mähvorgang gibt es praktisch nichts zu meckern. Mit seinen sechs Klingen kürzt der Bot das Gras gleichmäßig. Die Arbeitsfläche fährt der X330E systematisch ab. Die Bahnen überlappen sich, das beugt Spurrillen vor. Die Räder greifen gut, rutschen auch bei engen Wenden nicht weg und verletzen das Gras nicht. Steile Rampen über einen Steinweg meistert der Bot souverän.

Schade: An der Rasenkante hinterlässt er trotz seitlich versetzter Mähscheibe einen 15 Zentimeter breiten Streifen ungekürzt. Verbessern soll das ein Kantentrimm-Modul, das man gegen 300 Euro Aufpreis ans Gehäuse klemmen kann. Für den Test war es nicht verfügbar.

Damit das wuchtige Gerät keine Hindernisse übersieht und mit nichts kollidiert, sind neben einer Kamera und einem Lasersensor an der Front auch Kameras in die Seiten eingebaut. So soll der Roboter ein Sichtfeld von 300 Grad abdecken. Im Test hat der X330E bei einem Wendemanöver trotzdem kleine Igelattrappen in nächster Nähe übersehen und gerammt. Bei etwa einem Dutzend weiteren Crashtests mit frontaler und seitlicher Annäherung aus größerer Distanz umkurvte der Bot die Dummys jedoch einwandfrei.

👍 Für große Flächen geeignet

👍 Wendig und präzise

👍 Gute Kartierungsfunktionen

👍 Umfangreiche App

👍 4G-Datenverbindung

👎 Lässt viel Rasenkante stehen

👎 Groß und schwer

👎 Bruchanfälliger Bildschirm


Sunseeker Elite X5

Der Elite X5 ist einer der ersten Mähbots, auf denen das Logo von Sunseeker steht. Der Hersteller ist aber kein Newcomer, lieferte bisher Technik für andere Marken. Seine App ähnelt der von Segway Navimow. Ob beide Firmen den gleichen Unterbau nutzen, verraten sie nicht.

Der Elite X5 ist für Flächen von bis zu 2000 Quadratmetern gedacht, fühlt sich aber in verwinkelten Gärten ebenfalls wohl. Das 42 Zentimeter schmale Gehäuse zwängt sich auch in kleine Nischen. Weil die Antriebsräder vorn sind und die Lenkrolle hinten ist, wendet der Mähbot geschmeidiger und enger als andere Geräte dieses Tests.

Sunseeker Elite X5: »Langsam vorbeifahren«, um lange Grasbüschel niederzumähen

Sunseeker Elite X5: »Langsam vorbeifahren«, um lange Grasbüschel niederzumähen

Foto: Berti Kolbow-Lehradt

Wie die Segway-Roboter benötigt der von Sunseeker eine Satellitenantenne, die ihm seine genaue Position auf dem Rasen mitteilt. Ihre Montage kostet ein paar Minuten mehr Aufbauzeit als bei Dreame und dem kleinen Ecovacs-Bot, klappt aber mühelos.

Seine Umwelt nimmt der X5 mit einer per KI und Stereokamera an der Front in den Blick. Die Kartierung der Testwiese konnten wir phasenweise der KI-Automatik überlassen, mussten aber immer wieder eingreifen und per App das Steuer übernehmen, weil der Roboter in ein Beet abzuhauen drohte. Anders als das Segway-Modell bremst das Gerät an unübersichtlichen Stellen nicht ab. Immerhin klappt der Wechsel zwischen Automatik und manueller Kartierung gut.

Alle weiteren Kartierungstricks hat der X5 aber drauf: Mehrere Teilflächen, Sperrzonen und Transitkorridore anzulegen und deren Grenzen zu ändern, ist möglich – auch nachträglich. Mit weiteren Schaltflächen nimmt man Einfluss darauf, in welchem Muster das Gerät mäht und wie aufmerksam es auf Hindernisse achtet.

Gesteuert wird der Sunseeker überwiegend per Bluetooth und WLAN. Ein 4G-Modul gibt es gegen Aufpreis. Einzig die Schnitthöhe verstellt man am Gehäuse, nicht per App. Das ist in dieser Preisklasse – Listenpreis 2000 Euro – ein No-Go.

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Die App-Bedienung hat auch Schwächen, ist nicht sehr zugänglich. Welchen Unterschied es macht, wenn man diese oder jene Betriebsfunktion wählt, erklärt sie zum Teil schlecht oder gar nicht. Anderes ist kryptisch benannt. Wer kommt schon darauf, dass der Roboter im »normalen Modus« Hindernissen rücksichtsvoller ausweicht als im »KI-Modus« oder dass »langsam vorbeifahren« der Auftrag ist, lange Grasbüschel niederzumähen, statt zu umkurven.

Im Kollisionstest setzte sich die fahrige Programmierung fort. Das Ergebnis ist inkonsistent. Gartenmöbel und Igelattrappen erkennt und umkurvt der Roboter zwar oft mit Geschick, und auch dann, wenn sie im Halbschatten liegen, was KI-Kameras oft an ihre Grenzen bringt. Doch immer wieder gibt es Ausreißer. Etwa, als der X5 bockig gegen die Beine eines Stuhls rammte und Igelbaby-Dummys humorlos überrollte.

Während App und Gerätefirmware noch Feinschliff brauchen, stimmt das Mähergebnis. Die Testfläche fuhr er mit hohem Tempo systematisch und präzise ab. Über Rampen zur zweiten Teilfläche zu gelangen, war für den kräftigen Vorderantrieb des X5 kein Problem. Das Schnittbild war gleichmäßig. Als Spezialeffekt steckt im X5 eine beweglich aufgehängte Mähscheibe, die sich über Buckel und Kuhlen hebt und senkt. Unebenes Terrain gleicht er dadurch besonders gut aus.

Sauber gemähte Kanten hinterlässt der X5 dort, wo er dank ebenerdig verlegter Randsteine die Fläche leicht überfahren kann. Die Kartensoftware erlaubt ebenso wie bei Dreame ausdrücklich, solche Routen zu nehmen.

👍 Mäht schnell, systematisch und präzise

👍 Guter Randschnitt

👍 Sehr wendig

👍 Viele App-Optionen

👍 Grundfunktionen einfach bedienbar

👎 Mangelnde In-App-Erklärungen

👎 Schwächen bei der Hinderniserkennung


Segway Navimow H800E

Die Hoffnung, man könnte die Basisstation des Navimow frei im Garten platzieren, macht beim Test die Leuchtanzeige an der Antenne zunichte. Deren rot leuchtendes Licht sagt klar: Hier funktioniert das nicht. Also stechen wir den Metallpfosten, auf dem ein Satellitenempfänger thront, mal hier, mal da in den Boden, bis die Lampe endlich in ein freundliches Grün umschlägt. Weit genug weg von Haus und Geräteschuppen, bloß nicht unter einem Baum und schon gar nicht auf unebenem Terrain: In dem für den Test gewählten Patchwork-Garten ist so ein Ort nicht leicht zu finden. Das ist der Preis dafür, dass man keine Strippe verlegen muss.

Der Segway Navimow bei der Arbeit

Der Segway Navimow bei der Arbeit

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Nachdem Ladestation und Antenne fixiert und mit Strom versorgt sind, muss man dem Mäher zeigen, wo es langgeht, wörtlich. Mit der Smartphone-App als Fernsteuerung fährt man die Grenzen des Rasens ab, wie mit einem Spielzeug-Rennauto. Das macht Spaß, fordert aber Konzentration. Ein mitgelieferter Abstandshalter aus Pappe, den man auf den Roboter klebt, soll helfen, einen gleichbleibenden Abstand zu Rasenrand und Hindernissen zu halten. Nach dem ersten Einsatz ist der aber nicht mehr zu gebrauchen, weil er sich verbiegt, wenn er Hindernisse touchiert. Zudem löst sich das mitgelieferte Klebepad schnell von der Pappe und bleibt nur am Roboter hängen.

Ein Abstandshalter aus einem haltbareren Material wäre da sinnvoller, zumal man den auch später noch gut gebrauchen könnte. Etwa, wenn man die Grenzen des Mähbereichs nachträglich ändern oder geschützte Bereiche einrichten will. Letzteres ist sinnvoll, um etwa das Planschbecken der Kinder oder einen Wildblumenbereich vor dem Mäher zu schützen.

Die App, mit der man all das macht, ist grundsätzlich gut gelungen, ermöglicht unter anderem die Verstellung der Schnitthöhe und das Abschalten der nervigen Soundeffekte, mit denen sich der Mäher sonst regelmäßig bemerkbar macht. Als störend haben wir empfunden, dass die App vor jeder Änderung der Gartengrenzen zwangsweise das Tutorialvideo abspielte, bis wir es mitsprechen konnten.

Zusätzlich zum WLAN hat der Test-Navimow ein LTE-Modul eingebaut. So ist er in Gärten mit mangelhafter WLAN-Abdeckung via Mobilfunk erreichbar. Ein Jahr lang ist der Dienst kostenlos, bei größeren Modellen bis zu drei Jahre. Im Anschluss muss man dafür einen Vertrag abschließen. Konkrete Angaben zu dessen Kosten hat der Hersteller bislang nicht gemacht.

Das versetzt angebrachte Schneidwerk des Navimow

Das versetzt angebrachte Schneidwerk des Navimow

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Ist alles eingerichtet und die Grenzen des Rasens im Mäher gespeichert, kann der Navimow loslegen. Dabei geht er gewissenhaft wie ein Sportplatzwart vor, fährt die Rasenfläche in parallelen Spuren ab, ganz anders als viele andere Geräte, die in chaotisch wirkendem Zickzack über die Wiese zu irren scheinen. Dadurch ist er einerseits schneller fertig, weil er genau weiß, wo er schon geschnitten hat. Andererseits kann man den Mähfortschritt jederzeit per App kontrollieren. Anfangs sorgte diese Methode dafür, dass die Bahnen, die er gezogen hatte, deutlich im Rasen zu sehen waren, wie auf einem Fußballplatz. Da der Navimow seine Route bei jedem Start neu ausrichtet, war dieser Effekt aber schnell verschwunden.

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In der Praxis zeigte sich, dass der Mäher durch sein seitlich versetztes Schneidwerk näher an die Rasenränder herankam als viele andere Roboter. So ist weniger manueller Nachschnitt an den Kanten nötig. Im Testgarten bewältigte der Navimow auch Steigungen von 20° und versuchte nicht, seine digital gesetzten Grenzen zu überschreiten. Allerdings jammerte er in einer entlegenen Ecke des Grundstücks gelegentlich darüber, den Kontakt zum Sat-Empfänger verloren zu haben.

Unsere vom Navimow nicht umfahrene Kleintierattrappe

Unsere vom Navimow nicht umfahrene Kleintierattrappe

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Während er Bäume, Stühle und Ähnliches in der Regel gut umfuhr, versagten die Sensoren des Mähers bei einer etwa tennisballgroßen Holzkugel, die wir ihm als Kleintierattrappe in den Weg legten. Für einen Igel hätte das bös ausgehen können. Ein enttäuschendes Ergebnis, da unser Testgerät mit dem optischen »Vision Fence«-Sensor bestückt war – Aufpreis 300 Euro. Der soll mithilfe künstlicher Intelligenz beim Navigieren helfen und Hindernisse erkennen.

👍 Bis an die Ränder gutes Schnittbild

👍 Gute, einfache bedienbare App

👍 Mobilfunkanbindung

👎 Teuer

👎 Bei kleinen Hindernissen versagt die Hinderniserkennung


Ecovacs Goat G1

Der für Saugroboter bekannte Hersteller hat seinen ersten Mäher sehr erdverbunden nach Ziegen benannt. Der Look des Geräts ist dagegen so spacig, dass wir uns das Gefährt auch gut als Schnitthilfe einer Marskolonie vorstellen können. Das weiße Gehäuse bleibt ohne säubernde Hände aber nicht lange schick. Die große Basisstation putzt mit einem Scheibenwischer das obere der beiden Kameraaugen, sonst nichts.

Der Ecovas Goat G1: Im Hintergrund ist eine der Funkbaken zu sehen, die ihm Orientierung geben

Der Ecovas Goat G1: Im Hintergrund ist eine der Funkbaken zu sehen, die ihm Orientierung geben

Foto: Berti Kolbow-Lehradt

Außer der Mühe, die sperrigen Komponenten an Ort und Stelle zu wuchten, ist die Einrichtung nicht schwierig. Die gute Anleitung in der App hilft zuvorkommend dabei, Signalmasten an den richtigen Stellen der Rasengrenzen anzubringen. Zusammen mit einer Stummelantenne auf dem Robotergehäuse bilden sie ein Ultrabreitband-Funknetzwerk (UWB), das das Gefährt über die Arbeitsfläche lotst. Zwei Sendemasten mit jeweils drei Monozellen als Stromversorgung gehören zum Lieferumfang. Große oder kompliziert geformte Grundstücke erfordern zusätzliche Sendemasten, Stückpreis 100 Euro.

Bevor der Goat G1 ohne Aufsicht sein Revier abgrasen kann, zeigen wir ihm per App die Grenzen auf. Der Mäher reagiert gut auf den virtuellen Joystick. Daher ist der Grundriss der Mähfläche schnell angelegt. Nachträglich anpassbar ist er allerdings nicht. Möchte man den Rasen umgestalten, ist eine komplett neue Kennenlernrunde nötig.

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An der App gibt es sonst nichts auszusetzen. Funktionsumfang und Übersicht stimmen – so wie auch bei Ecovacs’ Saugrobotern, die sich mit der gleichen Software steuern lassen. Ab Werk reagiert der Goat G1 auf Bluetooth- und WLAN-Signale. Optional kann man für 250 Euro ein Mobilfunkmodul nachrüsten, dessen Preis drei Jahre Datennutzung enthält. Für 100 Euro bekommt man ein solches Modul, in das man eine eigene SIM-Karte einsetzen kann. Mit beiden Varianten sind der Standort des Mähers sowie fast alle Funktionen auch aus der Ferne kontrollierbar.

Einzig die Schnitthöhe kann nicht per Software, sondern nur am Robotergehäuse eingestellt werden. Dort befinden sich auch ein Display und etliche Tasten. Daher ist der Goat G1 auch ohne Smartphone bedienbar.

Nach der händischen Vorarbeit sorgt der Ecovacs-Mäher für eine weitgehend autonome Rasenpflege. Das Schnittbild ist in der Fläche sehr gleichmäßig. Nur die Kanten bleiben unordentlich, weil der Roboter sicherheitshalber nicht sehr nah an sie heranfährt. Den von Ecovacs empfohlenen Puffer von zehn Zentimetern zum Rand zu unterschreiten, ist dennoch keine gute Idee. Weil wir das beim Kartieren zunächst wagen, rutscht der Mäher anfänglich ab und an ins Beet. Mit einem danach erneut erstellten Grundriss mit vorgeschriebenem Abstand passiert das nicht. Die Rasenkanten zu trimmen, lässt das Ecovacs-Gerät dann allerdings an uns hängen.

Richtig eingestellt, navigiert die Elektroziege einwandfrei über die Gartenfläche, ohne Bereiche auszulassen oder vom Weg abzukommen. Aber Hindernissen muss der Roboter noch besser ausweichen. Das klappt bislang nur dann zuverlässig, wenn diese mehr als zehn Zentimeter hoch sind. Kleinere Igelattrappen übersieht das mit künstlicher Intelligenz trainierte Kameraduo teilweise. Dann rumpelt der Roboter humorlos drüber hinweg. Per Firmwareupdate könnte Ecovacs dem Goat G1 solches Fehlverhalten abgewöhnen. Eine solche Nachhilfe hat beim Ecoflow Blade auch gewirkt.

👍 Souveräne Navigation

👍 Gut am Gehäuse bedienbar

👍 Vergleichsweise günstig

👎 Schmutzanfällig

👎 Lässt an den Rasenkanten viel stehen

👎 Erkennt kleine Hindernisse nicht zuverlässig

Hintergrund: Produkttests im Ressort Tests