Waffeleisen im Test Süßer die Waffeln nie schmecken
Waffel in Vollendung: Immer eine Leckerei
Foto:Manfred Zimmer
Legte man Waffeleisen in grauer Vorzeit noch einfach auf eine heiße Ofenplatte, haben deren moderne Nachfolger LCD-Displays, auf denen man etwa Backvarianten wie »Belgisch« und »Klassisch« auswählen kann. Sensoren überwachen den Backvorgang, sorgen dafür, dass die Elektronik die Hitzeentwicklung fein regeln kann. Ich habe fünf solche Geräte von verschiedenen Herstellern getestet. Jedes in fünf Durchgängen und alle mit demselben Standard-Waffelteig.
Beim Test habe ich immer auf meinen ersten Eindruck geachtet. Wirken das Design und die Verarbeitung solide? Dann folgten die Punkte: Wie einfach ist das Gerät zu verstehen und zu bedienen? Wie lange dauert das Aufheizen und Backen? Und vor allem: Wie gut ist das Ergebnis? Sind die Waffeln gleichmäßig gebräunt? Wie steht es um Konsistenz und Haptik? Sind die Waffeln außen kross, innen aber weich und cremig? Dann sind sie für mich perfekt. Zentral war im Test auch die Frage der Reinigung: Wie gut ist die Antihaftbeschichtung und kann man die Waffelformen womöglich aus den Geräten herausnehmen und in der Spülmaschine reinigen?
Privat
Manfred Zimmer ist Informatiker, wechselte aber zunächst in die Werbung. Er war Creative Director, Inhaber einer Digital-Agentur und Dozent an einer Kunstschule. Im Jahr 2013 folgte er seiner anderen großen Leidenschaft: dem Kochen. Er ging mit dem Blog Herr Grün kocht online, entwickelte vegetarische und vegane Rezepte und außerdem Geschichten dazu. Daraus entstand die Kochbuchreihe »Rezepte und Geschichten aus dem Kochlabor«. Drei Bände sind bisher im Verlag Grün & Caprese erschienen, ganz aktuell ein Backbuch. Erhältlich sind die Bücher im Buchhandel und im Herr Grün Shop . Seine Kochleidenschaft erklärt Manfred Zimmer mit seiner saarländischen Herkunft. Er lebt und arbeitet in Hamburg.
Wer ein hochwertiges Waffeleisen ohne Schnickschnack haben will, das besonders gute Waffeln backt, liegt beim Krups FDD95D genau richtig. Noch komfortabler und luxuriöser: das fast doppelt so teure Sage – the Smart Waffle mit schönem Design, vielen Funktionen und ebenfalls exzellenten Waffeln. Wenn Sie Waffeln in Herzchenform bevorzugen, ist das solide Cloer 0189 zu empfehlen.
Diese Waffeleisen haben wir getestet:
Damit das alles nicht zu theoretisch wird, finden Sie im Anschluss an den Testbericht noch ein Rezept zum Nachbacken: »Waffeln mit einer Cidre-Sahne-Soße, Äpfeln und karamellisierten roten Zwiebeln«.
Krups FDD95D
Das Krups FDD95D wird seit Jahren unverändert angeboten, wirkt solide verarbeitet und hat ein gefälliges Design. Der Aufbau geht flink: hinstellen, Teigauffangplatte einsetzen, Stecker rein, fertig. Dann muss man nur noch die gewünschte Bräunungsstufe einstellen, ich entscheide mich für Stufe 6. Laut Anleitung soll der anfängliche Aufheizvorgang ca. sieben Minuten dauern, das Backen der Waffeln drei bis vier Minuten.
Ist das Gerät aufgeheizt, leuchtet eine grüne LED auf und man kann den Teig in die Waffelformen geben, bis sie gerade so bedeckt sind. Rund zehn Sekunden nachdem man das Gerät geschlossen hat, muss man das Eisen in seiner Aufhängung um 180 Grad drehen, damit der Teig von beiden Seiten gleichmäßig gebacken wird. Ein echter Pluspunkt.
Ein weiteres Plus: Im Test quetschte die Teigmasse nie aus dem Eisen heraus, die Teigauffangplatte war bis zum Schluss so sauber wie zu Beginn.
Während des Backens muss man allerdings regelmäßig nachschauen, ob die Waffeln schon die gewünschte Bräune haben. Im Test waren sie nach drei Minuten fertig und ließen sich dank der guten Antihaftbeschichtung leicht aus den Formen lösen. Sie sind gleichmäßig gebräunt, außen kross und innen weich, also genau richtig. Gut gemacht, Krups.
Zum Reinigen lassen sich die Waffeleisenformen aus dem Gerät lösen und dürfen sogar in die Spülmaschine.
Fazit
Das Krups macht herrliche, fast handgemacht anmutende Waffeln. Weil auch das Design stimmt, kann sich das Gerät in der Küche sehen lassen. Es hat keine nervigen Angewohnheiten wie Überlaufen, Tropfen oder andere Maläsen. Mit einem Preis von 120 Euro stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis.
👍 Solide Verarbeitung 👍 Krosse, gleichmäßig gebräunte Waffeln 👍 Die Formen können in der Spülmaschine gereinigt werden | 👎 Kein An-/Ausschalter 👎 Man muss oft nachschauen, ob die Waffeln fertig sind |
Sage – the Smart Waffle
Das Sage-Waffeleisen wirkt mit seiner LCD-Anzeige fast futuristisch und bietet viele Einstellmöglichkeiten. Mit einem Drehregler kann man zwischen »belgischen Waffeln«, »Schokowaffeln«, »klassischen Waffeln« und »Buttermilchwaffeln« umschalten, mit dem anderen wählt man eine von zwölf Bräunungsstufen.
Hat man seine Einstellungen gewählt, soll das Gerät laut Bedienungsanleitung »abhängig von einer Anzahl von Variablen automatisch die korrekte Backzeit berechnen«. Die anfängliche Aufheizzeit beträgt in der Werkseinstellung sieben Minuten. Zum Test wählte ich den Waffeltyp »belgische Waffeln« und den Bräunungsgrad 6. Das Ende der Aufheizphase signalisiert das Gerät mit einem Tonsignal während die Farbe des Displays von Blau zu Orange wechselt und die Backzeit anzeigt.
Praktisch: Es gibt einen Messbecher mit zwei Füllmengenangaben: eine Waffel und zwei Waffeln. Ist das Eisen damit befüllt und der Deckel zugeklappt, wird die verbleibende Backzeit auf dem Display angezeigt. Sehr smart!
Die fertigen Waffeln lassen sich leicht lösen, die Antihaftbeschichtung funktioniert perfekt. Während der obere Teil der Waffeln goldbraun ist, hat die untere Seite einen durchgängig mittleren Braunton. Das Gebäck wird außen kross und innen erstaunlich cremig.
Fazit: Das Gerät von Sage macht einen guten Job und verfügt über sinnvolle Details wie etwa eine Überlaufrinne, die im Test nie auch nur einen Teigtropfen abbekam. Die Waffeln sind dick, außen kross und innen fluffig. Der Preis von 220 Euro ist allerdings ziemlich hoch angesetzt.
👍 Schnell erlernbare Steuerung 👍 Sehr gute Antihaftbeschichtung 👍 Die Waffeln werden außen kross und innen weich | 👎 Unterschiedliche Bräunung von Vorder- und -Rückseite 👎 Teuer |
Gastroback 42424
Das LCD-Display und die Einstellmöglichkeiten des Gastroback-Waffeleisens haben eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Sage-Modell. Das Gerät ist schnell aufgebaut. Hat man den Stecker eingesteckt, den Einschaltknopf gedrückt, Waffeltyp und Bräunungsgrad gewählt, benötigt dieses Waffeleisen nur vier Minuten, um die benötigte Backtemperatur zu erreichen. Rekord in diesem Test.
Ich wähle den Waffeltyp »Belgisch« und als Bräunungsgrad Stufe 5 von 7. Obwohl ich den mitgelieferten Messbecher verwendet habe, wird der Teig bei allen Versuchen an beiden Seiten ordentlich rausgequetscht. Nach jedem Backvorgang musste ich aufwendig die Arbeitsfläche säubern. Hinzu kommt, dass das Gastroback-Waffeleisen während des Backens an verschiedenen Stellen ziemlich heißen Wasserdampf ausstößt.
Die Backzeit beträgt bei Bräunungsgrad 5 etwas mehr als vier Minuten. Trotz der angepriesenen Antihaftbeschichtung lassen sich die Waffeln danach nur schwer aus der Form lösen. Das Aussehen der Waffeln ähnelt denen des Sage-Geräts mit unterschiedlicher Bräune oben und unten. Sie gelingen außen kross sind innen etwas fluffig und cremig.
Fazit: Das Waffeleisen von Gastroback hat zwar teilweise die gleichen technischen Merkmale wie das Modell von Sage, funktioniert aber nicht überzeugend. Dafür kostet es auch weniger als die Hälfte.
👍 Kurze Aufheizzeit 👍 Waffeln werden außen kross und innen leicht weich und etwas cremig | 👎 Teig läuft seitlich heraus 👎 An den Seiten bildet sich Kondenswasser |
Tefal SW852D
Dieses Gerät ist insofern etwas Besonderes, als es sowohl belgische Waffeln als auch Sandwiches zubereiten kann. Die Bedienungsanleitung besteht aus drei etwas gewöhnungsbedürftigen Teilen: einer wenig anschaulichen Anleitung in Bildern, einem Poster, das in 35 Sprachen erklärt, was man nicht tun sollte, sowie einem kleinen Rezeptheftchen. Dieses Konzept müsste dringend überarbeitet werden.
Die Aufheizzeit betrug im Test fünf Minuten, zwei Lämpchen, rot und grün, geben Auskunft, wann das Gerät bereit zum Backen ist. Eine Zeit- oder Bräunungsgradeinstellung gibt es nicht. Die Bedienungsanleitung zeigt mit einem geöffneten Deckel samt Fragezeichen an, dass man immer wieder mal nachschauen sollte, wie weit der Backvorgang gediehen ist. Im Test floss Teig aus dem Eisen, der sich auf der Arbeitsfläche in kleinen Pfützen sammelte. Das Gerät dampft dabei und auf seiner Oberfläche und im Inneren bildet sich Kondenswasser. Das Gerät wird rundherum heiß.
Nach rund vier Minuten ist eine Waffel fertig. Sie aus der Form zu lösen ist einfach, sie ist oben und unten aber unterschiedlich stark gebräunt und variiert von kross bis leicht trocken. Ab dem dritten Backvorgang entwich kein Teig, die übrigen Auffälligkeiten veränderten sich aber nicht.
Die Reinigung des Gerätes ist einfach, die herausnehmbaren Formen dürfen in die Spülmaschine.
Fazit: Das Tefal-Gerät ist solide verarbeitet, überzeugt als Waffeleisen aber nicht. Vielleicht wäre es besser gewesen, sich auf eine Funktion zu konzentrieren.
👍 Deckel verschließbar 👍 Ein-/Ausschalter | 👎 Bedienungsanleitung unübersichtlich 👎 Keine Einstellung für den Bräunungsgrad 👎 Dampf und Kondenswasser außen und innen |
Cloer 0189
Zum Aufheizen stellt man den Bräunungsgradregler des Cloer auf die Stufe 1. Ist die Zieltemperatur erreicht, geht ein rotes Lämpchen aus, ein grünes an, und es ertönt ein Signalton, der sich anhört wie ein schreiendes Küken. Das Aufheizen dauert drei Minuten. Dann, so steht es in der Anleitung, gießt man die Teigmasse mit einer Kelle in den hinteren Bereich des Waffeleisens, gibt einen Bräunungsgrad von 1 bis 5 ein und klappt das Eisen zu. Wir wählen Stufe 5.
Nach nur zwei Minuten springt das Licht wieder auf Grün, und der laute Signalton ertönt. Dank doppelter Antihaftbeschichtung lässt sich die Waffel leicht aus der Form lösen. Die Bräunung ist fast gleichmäßig, an den Rändern wird es etwas dunkler. In einem zweiten Durchgang stellen wir Bräunungsgrad 4 ein. Schon nach rund 90 Sekunden meldet der Signalton Vollzug, und die so gebackene Waffel sieht viel besser aus als das erste Exemplar. Stufe 3 bringt dann ein ordentliches Ergebnis. Nicht kross, aber schön fluffig.
Fazit: Wenn man nicht auf belgische Waffeln besteht und es schön fluffig werden soll, liegt man beim Cloer genau richtig.
👍 Einfache Bedienung 👍 Kurze Backzeiten | 👎 Lauter Signalton 👎 Der Bräunungsgradregler wirkt wackelig 👎 Mit 90 Euro etwas zu teuer |
Rezept für Waffeln mit einer Cidre-Sahne-Soße, Äpfeln und karamellisierten roten Zwiebeln
Zutaten (für zwei Waffeln)
½ mittelgroßer Apfel, süß-säuerlich, zum Beispiel Elstar, ungeschält
5 g frische Salbeiblätter
1 mittelgroße rote Zwiebel
40 g Butter
1 EL Rohrohrzucker
100 ml Cidre, mild
200 ml Sahne (30 Prozent Fett)
40 g Gruyère, fein gerieben
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
frische Kräuter Ihrer Wahl
Zubereitung
Den Waffelteig Ihrer Wahl zubereiten und zur Seite stellen.
Die ungeschälte Apfelhälfte halbieren, entkernen und in insgesamt sechs dicke Scheiben schneiden. Den Salbei in dünne Streifen, die Zwiebel in dünne Ringe schneiden. Die Kräuter für die Dekoration grob hacken.
Die Butter in einer erhitzten Pfanne zerlassen und die Zwiebelringe darin glasig dünsten. Dann den Rohrohrzucker darüberstreuen, umrühren und die Hälfte des Salbeis hinzugeben. Alles kurz karamellisieren lassen. Die Hälfte dieser Zwiebel-Zucker-Salbei-Mischung zur Seite stellen.
Die andere Hälfte in der Pfanne mit dem Cidre ablöschen. Die Apfelscheiben, die Sahne, den übrigen Salbei sowie den fein geriebenen Gruyère hinzugeben. Gut umrühren und köcheln lassen, bis die Soße etwas sämig ist. Dann die Pfanne zur Seite stellen. Beim Stehen wird die Soße noch etwas sämiger. Eventuell später noch etwas Sahne hinzugeben und zuletzt mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Waffeln nach Anleitung backen.
Finish: Die Apfelstücke aus der Soße nehmen und auf die Waffeln verteilen. Die Soße erhitzen und darüber geben. Zuletzt noch mit den karamellisierten Zwiebelstreifen und frischen Kräutern dekorieren. Bon appétit!