Thermomix TM7: Der neue Kochautomat im Praxistest - DER SPIEGEL
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Besser essen – immer freitags
Ausgabe Nr. 19

Mit dem können Sie kochen, wenn Sie nicht kochen können

Kaum ein Küchengerät polarisiert derart wie der Thermomix. Was kann der neue TM7, auf den man derzeit 18 Wochen ab Bestellung warten muss? Wir haben den Kochautomaten getestet. Hier kommt das Urteil.

In unserer ersten Ausgabe von SPIEGEL GENUSS haben wir für Sie vorbereitet:


Den neuen Thermomix TM7 zu kaufen ist so, als würde man einen Neuwagen ordern. Für neu eingehende Bestellungen stellt Hersteller Vorwerk Anfang Mai eine Lieferzeit von 18 Wochen in Aussicht. Wer das 1549 Euro teure Gerät im Frühling bestellt, bekommt die vernetzte Universal-Küchenmaschine also mit Glück noch vor dem offiziellen Herbstanfang. Für die Maschine, die Spaghetti Carbonara ebenso halb automatisch zubereiten kann wie Mangojoghurt und Bananeneis, muss man Geduld mitbringen.

Eine andere Wahl, als zu warten, hat man ohnehin nicht, das sechs Jahre alte Vorgängermodell TM6 bietet das Wuppertaler Unternehmen nicht mehr an. Es lohnt sich auch nicht, bei den großen Handelsketten danach zu fragen. Vorwerk setzt auf den Direktvertrieb, den Thermomix gibt es nur im Onlineshop des Herstellers und bei den Verkaufsrepräsentantinnen und -repräsentanten des Unternehmens.

Offenbar steigert dies aber nur die Vorfreude der Thermomix-Gemeinde auf die neue Version. Kein anderes Küchengerät emotionalisiert seine Nutzer dermaßen wie der von seinen Fans zärtlich »Zaubertopf« genannte Heizmixer. Gleichzeitig gibt es wohl kaum ein Koch-Gadget, das dermaßen polarisiert wie die digitale Küchenmaschine aus Wuppertal.

Der Thermomix samt mitgeliefertem Zubehör: Eine Küchenmaschine für Kochfaule und Kochexpertinnen

Der Thermomix samt mitgeliefertem Zubehör: Eine Küchenmaschine für Kochfaule und Kochexpertinnen

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Peter Wagner

Die Geschichte des Thermomix

Die angestaubt wirkende Verkaufsstrategie steht in krassem Kontrast zum Erfolg des Thermomix, mit dem das Unternehmen anfangs wohl nicht gerechnet hatte. Das als Urversion angesehene Modell VM2000 brachte das Unternehmen zunächst nur in Frankreich auf den Markt. Man ging damals davon aus, dass der weltweit erste Küchenmixer mit Heizfunktion nur mit der französischen Vorliebe für gebundene Suppen in Einklang zu bringen sei.

Erst ein gutes Jahrzehnt später wagte man sich mit dem Thermomix TM3300 auch auf den deutschen Markt und etablierte damit eine Marke, die heute Milliarden wert sein dürfte. Seit 1996 und dem Modell TM21 kann der Thermomix per Plastikaufsatz »Varoma« auch dampfgaren und bekam eine eingebaute Waage zum Abmessen der Zutaten. Im Jahr 2004 wurde mit dem Thermomix TM31 eine Linkslauf-Option eingeführt, die es den immer vielfältiger nutzbaren Geräten seither ermöglicht, auch Teig zu kneten. Zehn Jahre später folgte Vorwerk dem Vorbild von Apples iPads und baute in den TM5 ein Touchdisplay zur Steuerung der Funktionen und Auswahl von Rezepten ein.

Rezepte im Abo

Für seine Fans ist der Thermomix ein Heilsbringer. Es gibt Tausende speziell für das Gerät entwickelte Kochrezepte, mit deren Hilfe auch diejenigen ihre Familie bekochen können, die eigentlich kein Interesse oder keine Lust am Kochen haben. Die digital in das Gerät gespeisten Instruktionen leiten Köchinnen und Köche Schritt für Schritt durch die Zubereitung unterschiedlichster Speisen. Sie zeigen auf dem Bildschirm, welche Zutaten wann und in welcher Form hinzugefügt werden müssen. Schälen, putzen und schnippeln muss man selbst, um den Rest kümmert sich die Maschine.

Laut Hersteller lassen sich über das eigens zu diesem Zweck eingerichtete Rezepteportal Cookidoo und die dazugehörende App 100.000 solcher digitalen Kochrezepte aus aller Welt abrufen. Um das Angebot nutzen zu können, ist allerdings ein Abo zum Jahrespreis von 60 Euro vonnöten.

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Privat

Der zwischen Hamburg und Palma de Mallorca pendelnde Food-Journalist Peter Wagner kocht länger, als er für Geld schreibt: Seit seinem 16. Lebensjahr ist das Schnippeln, Simmern und Sautieren sein liebstes Hobby. Als furchtloser Esser mag der ehemalige Musikkritiker im Grunde alles, solange es mit Liebe und Verstand aus frischen Zutaten gekocht wird. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich auch hauptberuflich mit Kochen, Essen, Reisen und Genießen und hat längst den Gegenwert eines Mittelklassewagens in der Gastronomie verzecht. Peter Wagner veröffentlicht Ernährungssachbücher und Kochbücher, schrieb die samstägliche Küchenkolumne »Hobbykoch« und ist Gründer und Herausgeber des Männerkochmagazins www.kochmonster.de . Aktuell ist sein Buch »MALLORCA – Essen, Trinken, Erleben«  im Handel – ein Genuss-Reiseführer für die beliebte Urlaubsinsel.

Die Verheißung vom »Guided Cooking«

Viele der Profiköche, in deren Restaurant- und Cateringküchen Thermomixe teils im Dauerbetrieb laufen, verzichten auf dieses Extra jedoch lieber. Sie nutzen die Geräte, weil kaum ein anderer Mixer einen derart bärenstarken Motor hat und Suppen und Soßen bis hin zur kippeligen Bernaise ganz ohne Aufsicht selbst zubereiten kann.

Auch in unserer Testküche nutzen wir einen alten TM31, mit dem sich etwa gebundene Cremesuppen aus Zutaten wie Kartoffeln, Pastinaken und Topinambur, deren Stärkemoleküle beim Mixen zum Schleimen neigen, mittels langsam drehenden Linkslaufs besser zubereiten lassen als im Kochtopf.

Beim breiten Publikum dagegen kommt die Idee des von einer Software gesteuerten Kochens offenbar sehr gut an. Wer eigentlich nicht kochen kann oder will, freut sich über das, was im Anglo-Werbesprech als »Guided Cooking« viel besser klingt als in der tristen deutschen Küchenrealität: betreutes Kochen.

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Das ist neu am Thermomix TM7

Der Topf, um den sich hier alles dreht, fasst wie beim Vorgänger 2,2 Liter. Er steckt nun aber in einem Übertopf aus schwarzem Kunststoff, an dessen Seite ein Hebel angebracht ist, mit dem man das Mixmesser jetzt einfacher und sicherer befestigen und lösen kann. Die doppelte Hülle hat zwei Vorteile: Man kann sich an dem teilweise mehr als 100 °C heißen Topf nicht verbrennen, und das Gerät ist deutlich leiser als seine Vorgänger, auch wenn es mit hohen Drehzahlen läuft, wie etwa beim Pürieren und Zerkleinern. Bei vielen Kochprogrammen mit geringer Umdrehungszahl ist der TM7 so ruhig, dass man schon sehr nah rangehen muss, um sein Summen hören zu können.

Der Messbereich der integrierten Waage des TM7 ist mit bis zu 3000 Gramm mit dem des mehr als acht Millionen Mal verkauften TM6 identisch. Dasselbe gilt für die von 40 bis 10.700 Umdrehungen variierbare Drehzahl sowie die maximale Brattemperatur von 160 °C, die man in einem manuellen Modus nun auch selbst festlegen kann.

Mit dem beigelegten Spatel kommt man auch in die hintersten Winkel des Mixtopfes. Zudem kann er als Haken benutzt werden, um den Dampfgar-Einsatz herauszuheben, ohne Brandblasen zu riskieren. Die zweite Dämpfer-Ebene, der sogenannte »Varoma«-Aufsatz, besteht aus drei Teilen, kann auf zwei Ebenen dämpfen und fasst nun stattliche 6,8 statt der 3,3 Liter des TM6-Modells. Genug für ein großes Spargelfest. Das Display ist mit 10 Zoll fast so groß ein iPad und wird genau wie Apples Tablets mit den Fingern bedient. Der Drehknopf älterer Modelle ist verschwunden.

In einigen Modi lässt sich der TM7 nun auch, wie ein normaler Kochtopf, ohne Deckel nutzen, was etwa das Garen von Spaghetti erleichtert. Der für den TM6 angebotene Gemüse-Styler, zum Schneiden von Gemüse, Obst und Hartkäse, ist mit dem neuen Modell nicht nutzbar.

Keine Extras für Allergiker

Die Bedienlogik des TM7 ist schlüssig, man muss sich nur daran gewöhnen, dass er nach dem Einschalten rund 30 Sekunden benötigt, bevor er betriebsbereit ist. Nachdem wir unser Testgerät mit einem WLAN verbunden und uns mit einem für den Test bereitgestellten Cookidoo-Testaccount eingeloggt haben, bietet es zusätzlich zu den 917 im Gerät gespeicherten Kochrezepten Zugriff auf sämtliche über das Portal angebotenen Cookidoo-Kochanleitungen.

Eine bedauerliche Einschränkung ist, dass es nur bei wenigen Cookidoo-Rezepten möglich ist, auszuwählen, wie viele Portionen man zubereiten möchte. Immerhin kann man die Rezepte nach der jeweils vorgegebenen Portionszahl filtern, schränkt die Auswahl damit aber ein. So gibt es innerhalb der knapp 12.000 aus Deutschland nur 479 Rezepte für eine Person, 1235 für zwei und 2062 für sechs. Die meisten Anleitungen liegen für vier (4587) und acht Portionen (4377) vor.

Die Möglichkeiten, mit denen man als Allergiker Rezepte mit bestimmten Zutaten ausschließen oder etwa die Suche auf Kochanleitungen für Veganer einschränken kann, sind wenig hilfreich. Hier besteht dringender Nachbesserungsbedarf. Auch eine Option, Rezepte passend zum Inhalt des Kühlschranks auszuwählen, wie es bei vielen Rezeptangeboten im Web längst möglich ist, gibt es nicht.

Ebenso unmöglich ist es, die in die Kochanleitungen eingebetteten Fotos auf dem hellen und kontrastreichen Display per Fingerspreizbewegung zu vergrößern, um sich genauer anschauen zu können, wie das fertige Gericht aussehen soll. Von Smartphones und Tablets ist man diese Geste seit Jahren gewohnt. Beim schnellen Scrollen durch Rezepte und Listen ruckelt der ansonsten schöne Bildschirm spürbar, was etwas rückständig wirkt. Auch eine Sprachsteuerung, die eigentlich zeitgemäß wäre und hilfreich wäre, wenn man mit schmierigen Zutaten hantiert, fehlt bisher.

Die Zubereitung einiger Küchenklassiker sowie das Ausprobieren von Rezepten aus der Cookidoo-Top-Ten mit dem TM7 hat uns dennoch viel Freude bereitet. Die durchdachten Schritt-für-Schritt-Anleitungen und die geniale Möglichkeit, die Zutaten beim Einfüllen in den Topf aufs Gramm genau auszuwiegen, dürften auch sonst kochunwillige Zeitgenossen motivieren. Einfache One-Pot-Gerichte aus der Cookidoo-Hitparade, wie etwa Reiseintopf, schnelle Mie-Nudeln, Suppen aller Art und Pasta mit Tomate und Mozzarella, lassen sich, wenn man keine große Raffinesse erwartet, problemlos mit den Thermomix-Rezepten zubereiten.

Hühnerfrikassee nach Art des TM7

Hühnerfrikassee: Gefügelbrüste und Champignons werden im Varoma gedämpft

Hühnerfrikassee: Gefügelbrüste und Champignons werden im Varoma gedämpft

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Peter Wagner

Wir haben im betreuten Modus unter anderem ein Hühnerfrikassee gekocht, für das die Geflügelbrüste zusammen mit den Champignons im Varoma und parallel dazu der Reis im Mixtopf-Einsatz gedämpft werden. Das Fleisch war am Ende zwar leicht über- und der Reis eher ungleichmäßig gegart, aber insgesamt in Ordnung.

Unverständlich hoch war die im Rezept angegebene Menge für das soßenbindende Mehl. Obwohl wir nur die Hälfte davon verwendet haben, wurde die Soße so zäh, dass wir sie mit Kochsahne verdünnen mussten. Am Ende schmeckte das Gericht in etwa so, wie man Frikassee von Manufaktur-Fertiggerichten oder aus der Convenience-Küche der einfachen Gastronomie kennt. Wer damit zufrieden ist, kann mit dem TM7 satt und glücklich werden.

Die vollendete Mahlzeit: auf dem Niveau einfacher Restaurants

Die vollendete Mahlzeit: auf dem Niveau einfacher Restaurants

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Peter Wagner

Spargel profitiert von der Technik

Als sehr praktisch haben wir bei der Zubereitung von Spargel das Dampfgaren auf mehreren Ebenen empfunden. Die Hollandaise wird im Mixtopf perfekt zubereitet und extern warmgehalten, bis der Spargel im Varoma-Behälter und die Kartoffeln im Dampfeinsatz zeitgleich gar gedämpft sind. Dabei entsteht naturgemäß keine Kochbrühe, aus der man eine Spargelsuppe kochen könnte, dafür behalten die Stangen schmeckbar mehr Aroma.

Spargel im Varoma-Einsatz: Die Hollandaise wird während des Dämpfens warmgehalten

Spargel im Varoma-Einsatz: Die Hollandaise wird während des Dämpfens warmgehalten

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Peter Wagner

Einmal Kartoffeln schälen für 39,90 Euro, bitte

Wenn allerdings Lust auf knusprige Bratkartoffeln mit krossen Speckwürfeln und Röstzwiebeln aufkommt, hilft der Heißmixer nicht wirklich weiter. Für die Röstkartoffeln wird stets eine Pfanne benötigt, einzig das vorherige Kochen der Erdäpfel (wenn man sie denn vorgekocht braten will) funktioniert mit dem Zaubertopf. Die für 39,90 Euro als Zubehör erhältliche Messerabdeckung »Welle« erledigt auch das Schälen recht ordentlich, wenngleich mit sichtbar mehr Verlust als bei einem guten Sparschäler.

Unser Versuch, eine kleine Menge roher Kartoffelscheibchen im manuellen TM7-Modus »Anbraten« bei 160 °C und der Option »Intensiv« zu rösten, endete nach 15 Minuten mit kläglich gesottenen und allenfalls goldgelb gebratenen Scheiben. Der danach auf dem Mixbecherboden verbliebene Bratansatz ließ sich mit dem für solche Verunreinigungen im Handbuch vorgeschlagenen Kurzreinigungsprogramm »Vorspülen« leider nicht entfernen, das gelang erst mit einem Stahlwolle-Schwämmchen. Positiv: Bis auf das Basisgerät dürfen alle Komponenten des TM7 in die Spülmaschine, sogar der Mixbecher mit den Elektro-Kontakten.

Verschmutzungen nach dem Anbraten: daran scheitert das Reinigungsprogramm

Verschmutzungen nach dem Anbraten: daran scheitert das Reinigungsprogramm

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Peter Wagner

Karamellisieren ja, rösten eher nicht

Das nach Anleitung produzierte Bratkartoffel-Topping aus Zwiebeln und Speck blieb weit hinter dem zurück, was man deutlich schneller und mit nur wenig mehr Handarbeit in einer Pfanne geschafft hätte. Die Speck-Zwiebel-Mischung aus dem Thermomix-Rezept war flau und blass. Ein Versuch, sie im manuellen Anbraten-Modus zu rösten, erbrachte ein nur unwesentlich besseres Ergebnis. Ähnlich enttäuschend fiel der Versuch aus, mit dem TM7 einen Nuss-Kern-Mix für einen Salat zu rösten. Ein Pomeranzen-Chutney hingegen gelang uns mit einem perfekten Karamellisierungsgrad.

Speck-Ziwebel-Mischung: nur die in einer Pfanne geröstete Variante, rechts im Bild, kann überzeugen

Speck-Ziwebel-Mischung: nur die in einer Pfanne geröstete Variante, rechts im Bild, kann überzeugen

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Peter Wagner

Nuss-Kern-Mischung: auch nach 15 Minuten auf 160 °C noch zu blass

Nuss-Kern-Mischung: auch nach 15 Minuten auf 160 °C noch zu blass

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Peter Wagner

Pomeranzen-Chutney: perfekt karamellisiert

Pomeranzen-Chutney: perfekt karamellisiert

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Peter Wagner

Das Bratkartoffel-Experiment offenbarte eine weitere Schwäche des TM7: Den Versuch, die nach zehn Minuten noch sehr blassen Scheibchen weitere fünf Minuten manuell zu rösten, quittierte das Gerät mit dem nicht überspringbaren Warnhinweis »Der Modus Anbraten wurde vorzeitig beendet, da die Menge der festen Zutaten nicht ausreicht« – obwohl der TM7 genau diese Menge bis dahin klaglos verarbeitet hatte.

Eierautomat deluxe

Dafür punktet der TM7 mit einer Vielzahl von voreingestellten Programmen für regelmäßig wiederkehrende Anwendungen vom Dampfgaren über Teig kneten und Reis kochen bis zum Slow-Cooking und Fermentieren. Das Andicken von Soßen, auch mit frischem Eigelb als Emulgator, funktionierte im Test ebenso einfach und zuverlässig wie das Vermengen und Pürieren unterschiedlicher Zutaten. Bei solchen Anwendungen spielen der bullige Vorwerk-Motor und die superscharfen Rotationsmesser ihre Kräfte aus. Es gibt kaum vergleichbar starke Mixer.

Sogar sein Frühstücksei kann man vom Thermomix TM7 mit dem Programm »Eier kochen« zubereiten lassen. Dazu werden mindestens zwei kühlschrankkalte Eier mit einem Liter Wasser in den Mixtopf gelegt und der gewünschte Gargrad eingestellt. Im Test klappte das immer wieder perfekt und die Eier wurden je nach Einstellung entweder wachsweich, hart oder extrahart.

Frühstückseier aus dem Thermomix: exakt die gewählte Konsistenz

Frühstückseier aus dem Thermomix: exakt die gewählte Konsistenz

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Peter Wagner

Kleine Ungenauigkeiten im Wasserbad

Der wohl teuerste Eierkocher der Welt kann aber auch als Sous-Vide-Wasserbad dienen. Bei unseren Tests hielt das System die voreingestellte Temperatur in diesem Modus in einem tolerablen Schwankungsbereich von +– 1 °C, heizte aber stets nur bis knapp unterhalb der Zieltemperatur auf, was wir mit zwei separaten Kernthermometern nachmessen konnten.

Temperaturmessungen am Thermomix: immer einen Hauch kühler als gewählt

Temperaturmessungen am Thermomix: immer einen Hauch kühler als gewählt

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Peter Wagner

Beim Garen von Gemüse im Hochtemperaturbereich jenseits von 70 °C Wassertemperatur ist es den Karotten, Selleriescheiben oder grünen Bohnen egal, ob ihr Kochbeutel in ein oder zwei Grad heißerem oder kälterem Wasser schwimmt. Bei Sous Vide vorgegarten Steaks kann es sogar von Vorteil sein, sie bei eingestellten 55 °C mit einer Kerntemperatur von 54 °C aus dem Beutel zu nehmen. Meist garen sie ohnehin noch ein wenig nach oder werden noch kurz kross angebraten. Für die farberhaltende Zubereitung von roten Fischfilets braucht es allerdings eine bis auf Zehntelgrade genaue Temperatursteuerung, die nur echte Sous-Vide-Geräte beherrschen.

Fazit

Auch wenn wir unser Herz nicht an den neuen »Zaubertopf« verloren haben – im Umfeld der Multifunktions-Küchenmaschinen schlägt sich der TM7 wacker. Der in Sachen Vielfalt und Preis ebenbürtige, beim Anbraten aber überlegene Bosch Cookit bleibt der engste Mitbewerber. Der Silvercrest Monsieur Cuisine Smart SKMS 1200 B3 von LIDL verfügt über weniger Grundfunktionen, deutlich weniger Rezepte (ca. 1000) und ein kleineres 8-Zoll-Display, kostet mit knapp 500 Euro aber auch nur ein Drittel des Thermomix-Preises.

Der in diesem Zusammenhang mit dem Thermomix oft genannte Kenwood Cooking Chef XL KCL95 ist trotz seiner Qualitäten bei der Teigverarbeitung wegen seines Mini-Displays und dem vergleichsweise eingeschränkten Guided Cooking keine Alternative zu echten Multikoch-Systemen.

Vorwerk hat bereits Updates angekündigt, mit denen der TM7 um KI-Funktionen und eine Sprachsteuerung erweitert werden soll. Spätestens dann könnte der Kochautomat aus Wuppertal zum Gamechanger werden. Für Menschen, die nicht kochen können, aber selbst gekochtes Essen zubereiten wollen, ist er das schon jetzt.

Was ist das? Der im Moment am weitesten entwickelte Multi-Mixer mit Kochfunktion, einer durchdachten Benutzerführung und einer Vielzahl von brauchbaren Alltagsrezepten im kostenpflichtigen Cookidoo-Abo.

Wer braucht das? Alle, die ein paar Tausend Gerichte formal korrekt auf durchschnittlichem Niveau kochen wollen, ohne sich mit der Materie mehr als nötig auseinandersetzen zu müssen. Eine kleinere Zielgruppe: Intensivkochende mit dem nötigen Kleingeld und dem Wunsch nach einer richtig gut durchdachten Multifunktionsküchenmaschine.

Was kostet das? 1549 Euro (nur direkt beim Hersteller erhältlich )


Alles aus dieser Ausgabe auf einen Blick:

Anmerkung der Redaktion: Ursprünglich hieß es in diesem Text, auf dem Bildschirm werde immer nur der aktuelle Zubereitungsschritt angezeigt und man könne die folgenden Schritte nicht ansehen. Tatsächlich kann man innerhalb eines Rezepts zwischen allen Schritten hin und her scrollen und in jeden Schritt einsteigen. Wir haben den Text entsprechend korrigiert.