2022: Krankenstand bei Arbeitnehmern auf Rekordniveau - DER SPIEGEL
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Atemwegsinfekte und Erkältungskrankheiten Krankenstand war 2022 auf Rekordniveau

Corona und ein bunter Strauß Atemwegsinfekte: Im vorigen Jahr wurden Beschäftigte so häufig krankgeschrieben wie noch nie seit 1991. Zugleich ist die Arbeitszeit deutlich gestiegen.
Anruf beim Arzt: Viele Beschäftigte waren 2022 zwischenzeitlich arbeitsunfähig
Anruf beim Arzt: Viele Beschäftigte waren 2022 zwischenzeitlich arbeitsunfähig

Anruf beim Arzt: Viele Beschäftigte waren 2022 zwischenzeitlich arbeitsunfähig

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / picture alliance / dpa

Ein Krankenstand auf Rekordhoch hat den Anstieg des Arbeitsvolumens in den Betrieben und Verwaltungen in Deutschland im vorigen Jahr gebremst. Der Krankenstand sei mit 5,95 Prozent so hoch gewesen wie seit 1991, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit. Ab 1991 werden die Daten für Ost- und Westdeutschland zusammen ausgewiesen, ältere Statistiken sind nicht ohne Weiteres vergleichbar.

Im vorigen Jahr betrug der Krankenstand 4,42 Prozent, der Zuwachs ist also »sehr deutlich«, so Enzo Weber vom IAB. Dies sei besonders auf die starke Zunahme von Atemwegsinfekten und Erkältungskrankheiten, einschließlich einer hohen Zahl an Coronainfektionen, zurückzuführen.

Zwar sei die Kurzarbeit stark zurückgegangen. »Aber dieser Effekt wird über Arbeitsausfälle durch Krankheit auf Rekordniveau wieder zunichtegemacht«, erklärte IAB-Experte Weber mit Blick auf das Arbeitsvolumen.

Unter dem Strich wurde aber mit rund 61,10 Milliarden Stunden 1,4 Prozent mehr Arbeitszeit geleistet als im Jahr 2021. Die Zahl der Erwerbstätigen sei um 590.000 gestiegen, sodass im Jahresdurchschnitt mit 45,57 Millionen Erwerbstätigen ein Rekordwert erreicht worden sei. »Ein Zuwachs von mehr als einer halben Million Erwerbstätigen in einem krisenhaften Jahr ist bemerkenswert«, sagte Weber.

Zunahme der Teilzeitbeschäftigung

Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten sei mit 2,0 Prozent stärker gestiegen als die Vollzeitbeschäftigung mit 1,3 Prozent. Das liege auch an einem Zuwachs in Branchen mit einem hohen Teilzeitanteil, etwa im Gastgewerbe oder bei Erziehung und Unterricht.

Auf einen Höchstwert stiegen auch die Nebenjobs. Erstmals hätten mehr als zehn Prozent der Beschäftigten eine Nebentätigkeit ausgeübt. Insgesamt seien dies 4,26 Millionen Beschäftigte gewesen.

Zuletzt hatte sich der Arbeitsmarkt vergleichsweise stabil gezeigt. Die Zahl der Arbeitslosen war im Februar leicht auf 2,62 Millionen gestiegen. Das seien 4000 mehr als im Januar und 192.000 mehr als vor einem Jahr, hatte die Bundesagentur für Arbeit vorige Woche mitgeteilt. Die Quote blieb stabil bei 5,7 Prozent.

mamk/Reuters