Börse: Drastische Kursverluste in Frankfurt - DER SPIEGEL
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Börse Drastische Kursverluste in Frankfurt

Nach Handelsbeginn in New York sind die Kurse in Frankfurt auf breiter Front gefallen. Am stärksten erwischte es die Finanzwerte.
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Frankfurt am Main - Der Dax  fiel bis zum späten Nachmittag um rund 4,5 Prozent auf 2627 Punkte. In den USA ging der Dow Jones um 1,9 Prozent auf 7952 Punkte zurück, der Nasdaq verlor 2,6 Prozent auf 1294 Punkte.

Börsianer verwiesen bei den teils herben Kursverlusten unter anderem auf den erwarteten Verlust der Commerzbank   für 2002. Auch die Papiere des Automobilkonzerns DaimlerChrysler   weiteten ihre Verluste infolge des unter den Analystenprognosen liegenden Gewinns aus. Bei den Technologiewerten lösten vor allem die düsteren Ausblicke der Telekom-Ausrüster Ericsson   und Alcatel   europaweit massive Verkäufe aus, hieß es.

"Vor der Powell-Rede am Mittwoch wird sich an den Märkten nicht viel tun. Man kann schon fast von einem Käuferstreik sprechen", kommentierte Oliver Opgen-Rhein, Händler bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, die Zurückhaltung der Anleger. US-Außenminister Powell will am Mittwoch dem UNO-Sicherheitsrat neue Beweise dafür vorlegen, dass Irak an Massenvernichtungswaffen arbeitet. Die USA haben Irak für den Fall eines Verstoßes gegen die UNO-Abrüstungsforderungen mit Krieg gedroht.

Deutsche Bank   und Allianz   wurden zusätzlich von Spekulationen belastet. "Es schwirren hier Gerüchte herum, die Allianz platziere Aktien der Deutschen Bank", sagte ein Börsianer. In Finanzkreisen hieß es jedoch, die Spekulationen seien unbegründet. Die Papiere der Deutschen Bank verloren rund fünf Prozent auf 37,10 Euro, während die Aktien der Allianz um über sechs Prozent auf 68,83 Euro nachgaben.

Die Titel der Commerzbank verbilligten sich um knapp fünf Prozent auf 6,28 Euro. Am Montag hatte Reuters aus Finanzkreisen erfahren, dass der Vorsteuerverlust 2002 größer ausgefallen sei als von Analysten erwartet. Ein weiterer Grund für die starken Verluste der Finanzwerte war nach Angaben von Händlern der in Folge der Börsenschwäche schwindende Wert der Aktienbeteiligungen der Banken und Versicherungen. Die Titel der HypoVereinsbank verloren über neun Prozent auf 11,20 Euro und führten damit die Verliererliste im Dax an.

Große Verluste gab es auch für das Index-Schwergewicht Siemens. Die Papiere verloren im Sog der Kursverluste bei den Konkurrenten Alcatel und Ericsson knapp fünf Prozent auf 35,76 Euro.

Nach der Bekanntgabe von Zahlen für 2002 weiteten auch die Titel von DaimlerChrysler   ihre Verluste auf ein Minus von viereinhalb Prozent auf 28,11 Euro aus. Der Konzern hatte am Nachmittag einen unter den Prognosen der Analysten liegenden Gewinn für 2002 gemeldet. Die Dividende soll auf Vorschlag des Vorstandes auf 1,50 Euro je Aktie angehoben werden. "Die Aktie ist zuletzt wegen der Hoffnung auf eine höhere Dividende gut gelaufen, da werden jetzt Gewinne mitgenommen", sagte ein Händler. In den vergangenen Tagen hatte das Papier um mehr als 13 Prozent zugelegt.

Die Aktien des Mischkonzerns Linde   waren mit einem Plus von rund drei Prozent auf 31,20 Euro der einzige Gewinner im Dax. Händler verwiesen zur Erklärung auf eine Heraufstufung der Aktie durch die Investmentbank UBS Warburg.