Deutsche Bank Sewing will sich offenbar auf Rolle als Vorstandschef beschränken
Deutsche-Bank-Chef Sewing: Ämterhäufung nicht erwünscht
Foto: Arne Dedert/ dpaDeutsche-Bank-Chef Christian Sewing ist dazu bereit, seine Doppelrolle als Vorstandschef und Chef der Investmentbank in absehbarer Zeit abzugeben, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Insider. Sewing habe nie die Absicht gehabt, dauerhaft Investmentbanking-Chef zu bleiben, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person laut Reuters.
Die Ämterhäufung des 50-Jährigen ist den Aufsehern zunehmend ein Dorn im Auge. Sewing hatte die Aufgabe des Investmentbanking-Chefs 2019 im Zuge des Konzernumbaus übernommen, als der damalige Spartenchef Garth Ritchie das Haus verließ. Das »Handelsblatt« hatte zuerst berichtet, dass Sewing die Verantwortung für das Investmentbanking abgeben wolle. Wer den Posten übernimmt, sei noch offen. Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme ab.
Unter den Topbankern weltweit ist Sewing einer der wenigen Chefs, der die Verantwortung für die ganze Bank und gleichzeitig für das Kapitalmarktgeschäft trägt. Bankenaufseher drängen schon seit Monaten darauf, dass Sewing bald die Verantwortung für das Investmentbanking an einen eigens dafür bestimmten Vorstand abgibt. Die Behörden sähen die Doppelfunktion des 50-Jährigen als »nicht angebracht« an, sagte ein Insider im Januar. »Und das ist noch milde ausgedrückt.« Im Investmentbanking verdienen die Frankfurter inzwischen wieder das meiste Geld, das Geschäft birgt allerdings auch das höchste Risiko.