Ecclestone zum eingestellten Prozess "Ich finde dieses kapitalistische System gut"
Bernie Ecclestone, Journalistin: "Unglücklicher ist es, das Geld nicht zu haben"
Foto: Sebastian Widmann/ Getty ImagesMünchen - Es ist eine Riesensumme: Mit 100 Millionen Dollar hat sich Bernie Ecclestone freigekauft, das Bestechungsverfahren gegen ihn wurde eingestellt. Das ist ganz richtig so, findet der Formel-1-Chef. Kritik gegen ihn kontert Ecclestone jetzt in der "Bild"-Zeitung.
"Es sieht für mich so aus, als ob die Richter ihrer Meinung nach nicht wirklich eine andere Wahl hatten", sagte der 83-Jährige dem Boulevardblatt. Die Höhe der Geldauflage von 100 Millionen Dollar bedauert der Brite zwar, hat sich aber angesichts seines hohen Vermögens damit abgefunden. "Noch unglücklicher ist es, das Geld nicht zu haben. Eigentlich finde ich dieses kapitalistische System gut", erklärte Ecclestone.
Nach der Einstellung des Prozesses um die angebliche Bestechung des früheren BayernLB-Vorstands Gerhard Gribkowsky gilt der Formel-1-Geschäftsführer als unschuldig und als nicht vorbestraft. Er darf daher seinen Posten behalten. Die Zeit als Angeklagter habe ihn belastet, sagte Ecclestone. "Das war nicht lustig, jede Woche zwei, drei Tage in München zu sein."
Dennoch habe er Gefallen an der bayerischen Landeshauptstadt gefunden. "Ich habe mich ein bisschen verliebt in München und seine Menschen", versicherte Ecclestone und fügte hinzu: "Ich würde gerne bald wieder nach München kommen, vielleicht zum Oktoberfest."
Ecclestone war wegen Bestechung und Anstiftung zur Untreue angeklagt. An Gribkowsky zahlte er vor etwa acht Jahren 44 Millionen Dollar. Was in dem Wirtschaftskrimi wirklich geschah, wird wohl nie geklärt werden.