Fukushima: China verbietet Einfuhr von Fischereiprodukten aus Japan - DER SPIEGEL
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Fukushima-Kühlwasser China verbietet Einfuhr von Fischereiprodukten aus Japan

Peking hat seine Ankündigung umgesetzt: Weil Kühlwasser aus der Atomruine Fukushima ins Meer eingeleitet wird, stoppt die Volksrepublik die Einfuhr von Fischereiprodukten aus Japan.
Fischmarkt in Peking: Keine Produkte aus Japan mehr
Fischmarkt in Peking: Keine Produkte aus Japan mehr

Fischmarkt in Peking: Keine Produkte aus Japan mehr

Foto: Greg Baker / AFP

Die Reaktion kam prompt. Kurz nachdem die japanischen Behörden damit begonnen haben, Kühlwasser aus der Atomruine Fukushima ins Meer zu leiten, hat China die Einfuhr von Fischereiprodukte aus Japan untersagt.

Der chinesische Staatssender CCTV zitierte aus einer Mitteilung der Zollbehörde in Peking, wonach die Einfuhr solcher Produkte aus Japan ab sofort gestoppt werde. Außerdem würden weiterhin strenge Kontrollen bei der Einfuhr japanischer Lebensmittel durchgeführt.

Die Zollbehörde sei »sehr besorgt über das Risiko einer radioaktiven Verseuchung«. Auch das chinesische Außenministerium hatte kurz zuvor scharf gegen die japanische Entscheidung protestiert. Schon zuvor galt in China ein Importverbot für Lebensmittel aus zehn japanischen Präfekturen, darunter auch Fukushima.

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Die chinesische Sonderverwaltungsregion Hongkong setzte ebenfalls Importbeschränkungen für Fischereiprodukte aus zehn japanischen Provinzen in Kraft. Der Schritt war zuvor angekündigt worden, sollte Japan mit der Einleitung beginnen.

Auch japanische Fischereiverbände hatten sich gegen den Plan ausgesprochen, radioaktiv belastetes Kühlwasser im Ozean zu verklappen. Sie befürchten, dass das den Ruf ihrer Meeresfrüchte weiter schädigen wird.

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Der Fukushima-Betreiberkonzern Tepco erklärte, das Unternehmen bereite sich darauf vor, japanische Geschäftsinhaber angemessen zu entschädigen. China sei Japans wichtigster Handelspartner und Tepco werde sein Möglichstes tun, wissenschaftliche Erklärungen für die Freisetzung zu liefern, damit Einfuhrverbote von japanischen Produkten so bald wie möglich aufgehoben werden.

Japans Fischereibehörde will über die nächsten vier Wochen hinweg jeden Tag Meeresfrüchte auf radioaktives Tritium hin untersuchen. Die Testergebnisse sollen innerhalb von zwei Tagen veröffentlicht werden. Die Proben werden an zwei Stellen in einem Gebiet mit einem Radius von zehn Kilometern um die Atomruine herum genommen. Japans Fischer meiden bereits freiwillig Fanggründe in dieser Entfernung zur Atomanlage.

Projekt dauert Jahrzehnte

Die japanische Regierung und Tepco argumentieren, dass das Wasser freigesetzt werden muss, um Platz für die Stilllegung des Kraftwerks zu schaffen und um ungewollte Lecks zu verhindern.

Die Verklappung der riesigen Wassermengen wird voraussichtlich etwa 30 Jahre in Anspruch nehmen. Vor der Einleitung in den Pazifik wird das belastete Kühlwasser zwar aufbereitet, das Filtersystem kann das radioaktive Isotop Tritium aber nicht herausfiltern.

Laut Tepco sinkt die Tritiumkonzentration auf 1500 Becquerel pro Liter, was dem Betreiber zufolge weniger als einem Vierzigstel der nationalen Sicherheitsnorm entspricht. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte der Verklappung zugestimmt und erklärt, Japan erfülle die internationalen Sicherheitsstandards. Die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt seien »vernachlässigbar«.

mmq/dpa/AP

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