Mehrwertsteuer: Restaurant-Besuche trotz Senkung offenbar nicht günstiger geworden - DER SPIEGEL
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Gastronomie Restaurantbesuche sind trotz Steuersenkung offenbar nicht günstiger geworden

Steuern runter, Preise nicht: Obwohl die Mehrwertsteuer auf Restaurantspeisen drastisch gesenkt wurde, sind die Preise sogar leicht gestiegen. Weder Gäste noch Beschäftigte profitieren laut einer Untersuchung von der Maßnahme.
Die Steuersenkung hat den Kunden laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten nicht viel gebracht
Die Steuersenkung hat den Kunden laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten nicht viel gebracht

Die Steuersenkung hat den Kunden laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten nicht viel gebracht

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Clique Images / Westend61 / IMAGO

Die Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie versprach den Gästen günstigere Restaurantbesuche, doch die spüren davon nichts. Das kam nun bei einer Untersuchung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)  heraus.

Die Steuer war zum Jahreswechsel von 19 Prozent auf 7 Prozent gesenkt worden. »Die Studie liefert keine Hinweise darauf, dass die Mehrwertsteuersenkung in nennenswertem Umfang an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurde«, erklärte die Gewerkschaft. »Im Durchschnitt erhöhten sich die Preise sogar um 0,5 Prozent.«

Das Beratungsunternehmen wmp consult hatte im Auftrag der NGG die Preise von 180.000 Gerichten in bundesweit mehr als 12.000 Restaurants ausgewertet. Die Erhebung erfolgte demnach im Oktober 2025 – also vor der Absenkung – sowie im Februar und im März dieses Jahres.

Preise in den meisten Fällen unverändert

Bei neun von zehn untersuchten Gerichten blieben die Preise demnach unverändert. Bei acht Prozent seien die Preise angestiegen, bei rund einem Prozent gesunken.

»Die Bundesregierung wollte mit der Mehrwertsteuersenkung auch die Gäste entlasten«, teilte der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler mit. »Tatsächlich ist davon nichts bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen.«

Viele Gastronomen hatten bereits vor der Mehrwertsteuersenkung angekündigt, diese vorwiegend dazu zu nutzen, die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Kosten für die Betriebe auszugleichen.

Dafür bessere Arbeitsbedingungen? Fehlanzeige

Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die rund zwei Millionen Beschäftigten der Branche wurden die Einsparungen aus Gewerkschaftssicht nicht genutzt. Eine Befragung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ergab der Gewerkschaft zufolge, dass viele von ihnen stark überlastet seien.

»Drei Viertel der Beschäftigten können sich nach langen Arbeitstagen nicht ausreichend erholen. 79 Prozent berichten von kurzfristigen Dienstplanänderungen, die die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben erschweren«, teilte die NGG mit. Befragt wurden demnach zwischen Juni und Juli dieses Jahres mehr als 2100 Beschäftigte aus Hotellerie sowie System- und Betriebsgastronomie.

jmm/dpa