Handymarkt Ericsson kämpft gegen Nokia-Dominanz
Hamburg - Die Beteiligung von Nokia müsse auf unter 50 Prozent gedrückt werden, damit Symbian nicht zu einer reinen Nokia-Plattform werde, sagte der Ericsson-Chef Carl Henric Svanberg. "In so einem Fall wird das Ansehen Symbians Schaden nehmen und andere Plattformen werden entstehen", so Svanberg.
Symbian stellt ein Betriebssystem für Handys her. Der Konzern hat einen Weltmarktanteil von etwa 90 Prozent. Sollte Nokia die Mehrheit an Symbian erwerben, kann der Konzern einen beherrschenden Einfluss auf die Software-Architektur von Symbian ausüben. Anwender der Software, etwa der für Navigationsdienste, müssten dann den Standards von Nokia folgen.
Nokia hatte bereits im Januar neue Anteile an Symbian erstanden. Für einen Kaufpreis von 203 Millionen Euro erwarb das finnische Unternehmen eine 31,1-Prozent-Beteiligung vom Taschencomputer-Hersteller Psion. Zusammen mit ihrer aktuellen Beteiligung von 32,2 Prozent würden sich die Finnen damit endgültig die Mehrheit an dem Betriebssystem-Anbieter sichern.
Die übrigen Symbian-Anteilseigner - Ericsson , Panasonic, Samsung, Siemens und SonyEricsson - besitzen jedoch ein Vorkaufsrecht für die von Psion gehaltene Beteiligung. Mit einer Ausübung, wie jetzt von Ericsson angekündigt, könnten sie die Mehrheitsübernahme durch Nokia verhindern. Die Anteile würden in diesem Fall auf die Mitglieder des Konsortiums verteilt.
Ericsson hält 17,5 Prozent an Symbian direkt und 1,5 Prozent durch das Joint Venture Sony Ericsson. Durch Ausübung der Optionen könnte das Unternehmen seine Beteiligung auf 27,6 Prozent erhöhen.