Entwicklung der Reallöhne Kaufkraft wächst weiter
Kundin im Supermarkt: Die Kaufkraft in Deutschland ist zuletzt weiter gestiegen
Foto: Martin Wagner / IMAGODie Kaufkraft der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland ist das achte Quartal in Folge gestiegen. Von Januar bis März wuchsen die nominalen Löhne um 3,6 Prozent zum Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. »Dies ist der schwächste Anstieg seit dem Jahr 2022«, hieß es dazu. Die Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum um 2,3 Prozent.
Reallöhne stiegen 2024 so stark wie seit über 30 Jahren nicht
Damit lagen die Reallöhne um 1,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor, nachdem der Zuwachs Ende 2024 mit 2,5 Prozent noch mehr als doppelt so stark ausgefallen war. »Verantwortlich für den vergleichsweise moderaten Anstieg dürfte der Wegfall der Inflationsausgleichsprämie sein«, so die Statistiker. Sie erlaubte eine steuer- und sozialabgabenfreie Zahlung von bis zu 3000 Euro.
Tagebau in der Lausitz: Nicht überall stiegen die verfügbaren Einkommen
Foto: N. Neetz / IMAGO / blickwinkelDem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) zufolge kommt die Entwicklung nicht überraschend, da die Reallöhne 2024 so stark gestiegen seien wie seit über 30 Jahren nicht mehr – was wiederum eine Reaktion auf die Kaufkraftverluste in den vier Jahren zuvor gewesen sei. »Vor diesem Hintergrund war die langsamere Gangart im laufenden Jahr absehbar«, sagte IfW-Experte Dominik Groll.
Zusatzbeiträge fressen Lohnplus auf
Für sozialversicherungspflichtige Beschäftigte komme erschwerend hinzu, dass zu Jahresbeginn die Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung stark gestiegen seien, »sodass von dem Plus bei den realen Bruttolöhnen netto kaum noch etwas übrig bleibt«. In diesem Jahr dürfte der Kaufkraftzuwachs für die Arbeitnehmer merklich geringer ausfallen als 2024. »Voraussetzung für kräftigere Zuwächse wäre eine deutliche Belebung der wirtschaftlichen Aktivität mit entsprechenden Produktivitätssteigerungen«, sagte Groll.
Überdurchschnittlich stiegen die nominalen Einkommen im ersten Quartal besonders im Bereich Energieversorgung (+6,6 Prozent). Auch bei Dienstleistungsberufen sowie bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern gab es ein Plus. Im Bergbau wurde dagegen ein Rückgang der Löhne gemeldet.