Sachsen überholt Saarland und Schleswig-Holstein beim Einkommen - DER SPIEGEL
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Beim Monatseinkommen Sachsen überholt Saarland und Schleswig-Holstein

Sachsen und Brandenburg haben einige Westländer beim Einkommen offenbar überholt. Das aber liegt auch daran, dass im Osten noch immer deutlich mehr gearbeitet wird als in den alten Bundesländern.
Chipfabrik von Infineon in Dresden: Sachsen verdienen im Schnitt mehr als Saarländer
Chipfabrik von Infineon in Dresden: Sachsen verdienen im Schnitt mehr als Saarländer

Chipfabrik von Infineon in Dresden: Sachsen verdienen im Schnitt mehr als Saarländer

Foto: Robert Michael / dpa

Gut drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung haben die Monatseinkommen in Teilen Ostdeutschlands einzelne westdeutsche Länder überholt. Die Durchschnittswerte liegen nach Daten des Statistischen Bundesamts in Sachsen und Brandenburg demnach heute höher als in Schleswig-Holstein oder im Saarland. Dabei gibt es allerdings eine Einschränkung: Im Osten werden im Durchschnitt zum Erreichen dieses Einkommens mehr Stunden gearbeitet. Der durchschnittliche Stundenlohn liegt also niedriger. Die Daten hat die Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht abgefragt.

Nach der Wiedervereinigung lagen Löhne und Gehälter in den neuen Bundesländern lange und praktisch flächendeckend unter dem Niveau des Westens. Für dieses Phänomen gibt es zahlreiche unterschiedliche Gründe: Zum einen ist die Produktivität im Osten statistisch gesehen noch immer schwächer als im Westen. Zudem haben viele Konzerne besonders gut bezahlte Jobs nicht im Osten angesiedelt, sondern im Westen. Eine Rolle hat auch gespielt, dass im Zuge der Privatisierung durch die Treuhand in den Neunzigerjahren in den neuen Bundesländern besonders viele Industriearbeitsplätze wegfielen. Im Westen sind viele Industriearbeitsplätze heute besonders gut bezahlt.

Frauen im Osten verdienen mehr

Verschwunden ist dieses Gefälle auch heute nicht: Für das gesamte frühere Bundesgebiet gibt das Statistische Bundesamt das durchschnittliche Monatseinkommen bei allen Beschäftigungsverhältnissen mit 3205 Euro an; für die östlichen Bundesländer mit 2910 Euro. Auch der Bruttostundenverdienst lag mit 25,16 Euro im Westen im Schnitt höher als im Osten (20,97 Euro).

Zwischen einzelnen Regionen schwindet die Kluft aber. So betrug der Bruttostundenlohn im Schnitt in Schleswig-Holstein 22,67 Euro, in Sachsen 21,21 Euro. Unterm Strich lag dann das monatliche Einkommen durchschnittlich in Schleswig-Holstein bei 2890 Euro. In Sachsen waren es – bei etwas mehr gearbeiteten und bezahlten Stunden – 2925 Euro.

Frauen – häufiger in Teilzeit beschäftigt – hatten im Osten im Schnitt 29,9 bezahlte Wochenstunden, im Westen 25,7. So übertrumpfen die Arbeitnehmerinnen in den östlichen Bundesländern mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 2645 Euro die Kolleginnen im Westen mit 2505 Euro.

beb/dpa