Insolvenz Otto kauft die Marke Quelle
Quelle-Flaggen in Nürnberg: Wo Quelle draufsteht, ist bald Otto drin
Foto: A3609 Daniel Karmann/ dpaNürnberg/Hamburg - Das Hamburger Versandhaus Otto erwirbt die Rechte an der Marke "Quelle". Zudem übernimmt das Unternehmen vollständig das Russland-Geschäft des insolventen Konkurrenten. Otto habe sich in einem offenen Bieterverfahren gegen zahlreiche Konkurrenten durchgesetzt, berichtete der Quelle-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.
Der Kauf schließe auch die Eigenmarken wie "Privileg" für den deutschen, den russischen und weitere mittel- und osteuropäische Märkte ein, teilte die Otto Group am Donnerstag in Hamburg mit. Damit darf Otto neben der begehrten Marke auch die Logos und die meisten Internet-Adressen des insolventen Fürther Versandhauses nutzen.
Offen sei dagegen noch der Verkauf des Quelle-Kundendienstes Profectis mit Sitz in Nürnberg, der Call-Center und des TV- Verkaufskanals HSE24. Die seit der vergangenen Woche laufenden Gespräche mit Investoren sollen so schnell wie möglich abgeschlossen worden, betonte sein Sprecher Thomas Schulz.
Görg hatte sich vor mehr als zwei Wochen zu einer Abwicklung des insolventen Versandhauses Quelle entschlossen, nachdem sich kein Investor gefunden hatte, der zu einer kompletten Übernahme des Traditionsunternehmens bereit war. Vor knapp einer Woche waren daraufhin rund 2000 der rund 6000 verbliebenen Beschäftigten freigestellt worden. Seit vergangenen Sonntag läuft ein Ausverkauf von rund 18 Millionen auf Lager liegenden Quelle-Artikel.
Übernahme stärkt Otto-Position in Russland
Die Markenrechte gehen erst nach einer Prüfung durch die Kartellbehörden an Otto über. Die Marken "Küchen Quelle" und "Foto-Quelle" schließe der Kaufvertrag für die Marke "Quelle" dagegen nicht ein, unterstrich der Sprecher des Insolvenzverwalters.
Otto erhofft sich unterdessen von dem Kauf von Quelle Russland eine Absicherung und einen deutlichen Ausbau seiner führenden Stellung im Wachstumsmarkt Russland. Die Sortimente von Otto und Quelle überschneiden sich in Russland stark, so dass sich große Einsparpotentiale ergeben.
Quelle hatte sich den russischen Versandhandelsmarkt nach dem Fall es Eisernen Vorhangs vor rund 20 Jahren als erster erschlossen. Mittlerweile verfüge Quelle über eine überdurchschnittlich verdienende, junge Stammkundschaft, berichtete Schulz. Quelle Russland beschäftige rund 280 Mitarbeiter. Das Leipziger Quelle- Logistikzentrum werde die Lagerhaltung für die russische Versandtochter noch bis zum 31. Dezember aufrechterhalten, betonte Schulz.