Sorge vor neuen US-Angriffen in Iran Öl- und Gaspreise ziehen deutlich an
Gasspeicher im niedersächsischen Rehden
Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpaSeit Beginn des Irankriegs hat sich der Preis für europäisches Gas bereits mehr als verdoppelt – nun steigt er weiter. Der richtungsweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat kletterte an der Börse in Amsterdam zeitweise auf über 80 Euro je Megawattstunde.
Das waren 2,64 Prozent mehr als am Vortag. In der vergangenen Woche hatte der Preis noch zeitweise unter 70 Euro gelegen. Damit ist der Preis nicht mehr weit entfernt von seinem Mehrjahreshoch aus dem September, als er bei 84,50 Euro je Megawattstunde lag.
Auch die Ölpreise sind im frühen Handel deutlich gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im Dezember zog zuletzt um 2,26 Prozent auf 102,56 US-Dollar an.
Vorangegangen war ein Medienbericht über mögliche neue US-Angriffe auf Iran. Demnach forderte das Weiße Haus das Pentagon auf, Optionen für Angriffe auf Iran auszuarbeiten, die noch vor den US-Zwischenwahlen im November ausgeführt werden könnten. Das Magazin »The Atlantic« berief sich auf zwei Regierungsvertreter.
Der Bericht widerspricht der bislang verbreiteten Erwartung, dass US-Präsident Donald Trump eine weitere Eskalation des Konflikts mit Teheran vor den Wahlen vermeiden würde. Über Umfang und Ziele möglicher Angriffe sowie darüber, ob die Regierung die Pläne tatsächlich umsetzt, werde noch beraten, schrieb »The Atlantic«.
Die höheren Preise für Öl und Gas bekommen Verbraucherinnen und Verbraucher immer mehr zu spüren. An den Tankstellen, aber auch beim Heizen. Ermitteln Sie hier , wie teuer der Energiewinter für Sie werden könnte. Beim Sprit gewährt der Staat seit Anfang Oktober wiederum einen Steuernachlass, die Preise an den Tankstellen sind trotzdem noch hoch.
Hurrikan treibt Energiepreise ebenfalls
Ölproduzenten im Golf von Mexiko haben wegen eines herannahenden Tropensturms zudem ihre Förderung um mehr als 510.000 Barrel pro Tag gedrosselt. Das entspricht laut der Nachrichtenagentur Bloomberg etwa einem Viertel der regionalen Produktion.
Der Sturm verstärkte sich anschließend zu einem Hurrikan. »Wir erwarten ab Freitag bis ins Wochenende hinein vielfach gefährliche, lebensbedrohende Auswirkungen entlang Abschnitten der nördlichen Golfküste«, sagte Michael Brennan, der Direktor des Hurrikan-Zentrums, am Mittwoch.
-
5 Min
-
Eskalation in Nahost: Vergleichsportal Verivox rechnet mit bis zu 20 Prozent höheren Gaspreisen1 Min
1 Min -
2 Min
Der Krieg zwischen den USA und Iran hat die Exporte aus dem Nahen Osten eingeschränkt und Energieinfrastruktur beschädigt. Im Persischen Golf ist zuletzt ein Tanker rund 90 Kilometer nördlich des Golfemirats Katar unter Beschuss geraten. Das berichtete die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) auf der Plattform X unter Berufung auf eine überprüfte Quelle.
Saudi-Arabien übte als Reaktion auf die Angriffe auf Flughäfen im Land Vergeltung. Die Streitkräfte der Koalition hätten eine umfassende Operation gestartet und 82 militärische Ziele der Huthi-Miliz im Jemen in den Provinzen Saada, Marib, Al-Dschauf und Al-Hudaida zerstört, teilte der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, Turki al-Maliki, mit.
»Die Lieferungen aus dem Nahen Osten haben sich erholt, doch das knappe Angebot an Ölprodukten, extrem hohe Transportkosten und das große Risiko einer iranischen Eskalation halten die Preise auf hohem Niveau«, sagte Saul Kavonic, Analyst bei MST Marquee, der Nachrichtenagentur Bloomberg.