Private Altersvorsorge Finanztester warnen vor Indexpolicen
Börsenhändler bei der Arbeit: Verbraucher investieren bei Indexpolicen nicht tatsächlich in die Aktien
Foto: Andreas Arnold / picture alliance / dpaDie gesetzliche Rente allein dürfte den meisten Menschen nicht zum Leben im Alter reichen. Wer aktuell in Ruhestand geht, dessen Rentenniveau beträgt auch nach 45 Beitragsjahren derzeit nur noch rund 48 Prozent. Private Vorsorge lautet da die Devise – und Lebens- oder Rentenversicherungen ohne Garantiezins, sogenannte Indexpolicen, sind eine Möglichkeit dazu.
Die Stiftung Warentest hat nun jedoch eindringlich vor Indexpolicen bei der privaten Altersvorsorge gewarnt . »Indexpolicen sind lediglich für die Anbieter ein gutes Geschäft. Wir raten Verbraucherinnen und Verbrauchern dringend davon ab, sie für ihre private Altersvorsorge zu nutzen«, sagte Stephan Kühnlenz vom Verbrauchermagazin »Finanztest« der Stiftung. Demnach sind die Angebote »zu teuer, zu intransparent« und geben »zu wenig Chancen auf gute Renditen«.
Geld fließe in »kompliziertes Finanzkonstrukt«
Die Indexpolicen bedienen sich den Angaben zufolge »eines möglicherweise einkalkulierten Missverständnisses«. Einerseits sei die enthaltene Indexbeteiligung nur marginal, andererseits investierten Verbraucherinnen und Verbraucher nicht tatsächlich in die Aktien eines Index. Stattdessen fließt ihr Geld in ein »kompliziertes Finanzkonstrukt«.
»Finanztest« nahm die Wertentwicklung von zwölf Indexpolicen in den vergangenen Jahren unter die Lupe. Bei einem Anbieter hätte es nur in 37 der simulierten 100 Einjahreszeiträume eine Rendite über null gegeben, 63 Mal hingegen gar nichts. Zudem war die Rendite mit 1,64 Prozent im Durchschnitt vergleichsweise niedrig. »Der Grund: Kursverluste an der Börse schlagen voll ein, Kursgewinne dagegen sind gedeckelt«, kritisierte »Finanztest«.
Das einmal erreichte Vertragsguthaben sei zwar gesichert, allerdings ist es den Warentestern zufolge aufgrund der hohen Kosten in den ersten Jahren nach Vertragsabschluss deutlich geringer als die Einzahlungen.
Das Verbrauchermagazin rät stattdessen zu ETF-Sparplänen oder günstigen Fondspolicen bei der Altersvorsorge.