Silvester: »Je knapper die Kassen sind, desto mehr Feuerwerk wird gekauft« - DER SPIEGEL
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Vorbereitung auf Silvester »Je knapper die Kassen sind, desto mehr Feuerwerk wird gekauft«

In Erwartung einer gestiegenen Nachfrage deckt sich der Handel mit Feuerwerkskörpern ein. Böllerfreunde müssen sich aber auf höhere Preise gefasst machen.
Feuerwerksverkauf in Deutschland: Handel ordert auf Verdacht
Feuerwerksverkauf in Deutschland: Handel ordert auf Verdacht

Feuerwerksverkauf in Deutschland: Handel ordert auf Verdacht

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Christophe Gateau / dpa / dpa-tmn

Trotz gedämpfter Konjunktur rechnet Deutschlands größte Feuerwerksfirma Weco damit, dass die Menschen in diesem Jahr mehr Geld für Raketen, Böller und andere Pyrotechnik ausgeben. »Die Menge, die im Einzelhandel bereitliegt, ist schätzungsweise ein Fünftel größer als im Vorjahr«, sagt der Vertriebsleiter von Weco, Oliver Gerstmeier, in Eitorf (NRW) und bezieht sich dabei auf eigene Volumina und Branchenzahlen. In den vergangenen zwei Jahren sei Feuerwerk im Handel nahezu ausverkauft gewesen, daher habe man das Angebot nun deutlich aufgestockt. »Feuerwerk ist so beliebt wie noch nie.«

Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) schätzt das Angebotsplus auf etwa 15 Prozent. Der Umsatz mit Silvesterfeuerwerk lag den Angaben zufolge Ende 2023 bei rund 180 Millionen Euro. Im Feuerwerksgeschäft stellen die Firmen dem Handel eine Menge bereit, die an den letzten drei Verkaufstagen des Jahres veräußert werden darf. Was dann nicht verkauft ist, geht zurück an die Feuerwerksfirmen.

Der Verkauf von Raketen und Böllern der Stufen F2 beginnt im Einzelhandel am 28. Dezember und geht bis zum 31. Dezember. Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) warnt davor , übrig gebliebene Raketen aus dem vergangenen Jahr zu verwenden. Diese könnten schneller oder auch langsamer zur Explosion kommen, was die Verletzungsgefahr erhöhe. Zudem sollen Verbraucherinnen und Verbraucher darauf achten, nur geprüfte Ware zu kaufen.

Zuletzt gab es kaum noch Retouren

Ob die zusätzliche Pyrotechnik-Menge in den Supermärkten, Discountern und anderen Verkaufspunkten tatsächlich gut verkauft wird, ist noch unklar. In den Jahren vor Corona lag die Retourenquote bei einem Fünftel – so viel mussten die Feuerwerksfirmen also wieder zurücknehmen. Nach den Coronajahren, in denen Feuerwerk Silvester 2020 und 2021 verboten war, habe die Retourenquote aber fast bei null gelegen, so Gerstmeier. »In vielen Geschäften war die Ware schon am ersten Verkaufstag ausverkauft.«

Der Weco-Vertriebsleiter schränkt allerdings ein, dass die Verkaufsprognose in diesem Jahr schwierig sei, schließlich trübten die allgemeine Konjunkturschwäche und die Sorgen um Arbeitsplätze die Stimmung bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern. Die Preise für das Feuerwerk sind nach Angaben von Gerstmeier gestiegen, da der Transport von Importen aus China teuer geworden sei.

Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten habe er aber keine Bedenken für das Geschäft seiner Firma, denn mit Blick auf die vergangenen Jahrzehnte lasse sich die Faustregel ableiten: »Je knapper die Kassen sind, desto mehr Feuerwerk wird gekauft – viele Menschen finden das sehr wichtig, um mit dem alten Jahr gut abzuschließen und das neue Jahr gut zu beginnen.«

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Umweltschützer sehen Feuerwerk kritisch, weil dadurch Feinstaub freigesetzt wird und Müll entsteht. Tierschützer wiederum warnen vor den Folgen des Krachs und der Feuerwerkslichter für Vögel und Wildtiere, die dadurch aufgescheucht werden und sich verletzen oder deren Winterschlaf gestört wird.

Anmerkung der Redaktion: In der ursprünglichen Fassung des Artikels stand, dass der Verkauf von Feuerwerk der Kategorie F1 und F2 am 29. Dezember beginnt. Tatsächlich beginnt der Verkauf von der Kategorie F2 in diesem Jahr am 28. Dezember, die harmloseren Feuerwerke der Kategorie 1 sind ganzjährig erhältlich. Wir haben den Artikel korrigiert.

tmk/dpa