Statistisches Bundesamt: Die deutschen Bauern haben nun teurere Kartoffeln - DER SPIEGEL
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Zahlen des Statistischen Bundesamts Die deutschen Bauern haben nun kleinere Kartoffeln. Und die sind teurer

Der trockene Sommer sorgt unter anderem für die schlechteste Kartoffelernte seit 2018. Die gute Nachricht: Der Preisschock hat die Pommes im Tiefkühlregal noch nicht erreicht.
Kartoffelernte in Baden-Württemberg
Kartoffelernte in Baden-Württemberg

Kartoffelernte in Baden-Württemberg

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Die schlechte Kartoffelernte lässt in Deutschland die Preise steigen. Im September mussten Verbraucherinnen und Verbraucher bereits 11,3 Prozent mehr für Kartoffeln bezahlen als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Die Steigerung lag damit deutlich über der allgemeinen Inflation von 3,3 Prozent.

2025 hatte es noch eine herausragend gute Kartoffelernte gegeben, 13,9 Millionen Tonnen wurden geerntet. Im laufenden Jahr werden nach vorläufigen Ergebnissen nur 10,4 Millionen Tonnen Kartoffeln eingebracht. Weniger Kartoffeln wurden zuletzt 2018 (8,9 Millionen Tonnen) von deutschen Feldern geholt.

Ein Grund für die schlechte Ernte ist die Dürre. Der trockene Boden führte zu kleineren Kartoffeln. Statt 46 Tonnen pro Hektar konnten die Landwirte im Schnitt aktuell nur 38,9 Tonnen ernten. Ein weiterer Grund: die im Vergleich zum Vorjahr um 11,1 Prozent verringerte Anbaufläche.

Das knappe Angebot hat die Erzeugerpreise bereits deutlich steigen lassen. Die Landwirte erhielten im August um 61,5 Prozent mehr Geld für ihr Produkt. So stark ist der Kartoffelpreis auf der Erzeugerebene seit drei Jahren nicht mehr gestiegen. Preissteigerungen auf dieser Ebene werden in der Regel über den Handel an die Verbraucher weitergereicht.

So mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im September an der Supermarktkasse im Schnitt 11,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat für Kartoffeln bezahlen. Ein Trostpflaster: Bei verarbeiteten Kartoffelprodukten für die Tiefkühltruhe wie Pommes frites oder Kroketten ist der Preissprung dagegen noch nicht angekommen. In dieser Produktpalette lagen die Preise zuletzt um 4,7 Prozent unter dem Vorjahresmonat.

Nach der Vorjahresernte sah die Kartoffelwelt in Deutschland noch anders aus: 4000 Tonnen Kartoffeln, die niemand haben wollte. Ein sächsischer Landwirtschaftsbetrieb verschenkte seine Ernte lieber in der Hauptstadt, anstatt sie zu vernichten. Und offenbarte dabei auch die tiefe Zuneigung zu seinem Produkt. Mehr über die Aktion »4000 Tonnen« lesen Sie hier .

jml/dpa/KNA