Regierung senkt Herbstprognose - Gabriel verspricht steigende Löhne - DER SPIEGEL
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Konjunktur Bundesregierung senkt Wachstumsprognose drastisch

Die Bundesregierung hat ihre Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum deutlich nach unten korrigiert. Für 2014 erwartet sie statt 1,8 Prozent nur noch ein Plus von 1,2 Prozent. Auch für 2015 sieht es schlechter aus, als bisher gedacht.
Sonne über dem Hamburger Hafen: "Außenwirtschaftlich schwieriges Fahrwasser"
Sonne über dem Hamburger Hafen: "Außenwirtschaftlich schwieriges Fahrwasser"

Sonne über dem Hamburger Hafen: "Außenwirtschaftlich schwieriges Fahrwasser"

Foto: Axel Heimken/ dpa
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Berlin - Die deutsche Wirtschaft steht nach Ansicht der Bundesregierung nicht mehr so gut da wie noch im Frühjahr erwartet. Das Bundeswirtschaftsministerium musste seine Wachstumsprognose entsprechend nach unten korrigieren. Für das laufende Jahr geht die Regierung nun nur noch von einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,2 Prozent aus. Im Frühjahr hatte die Regierung noch mit einem Plus von 1,8 Prozent gerechnet.

Im nächsten Jahr sieht es den Schätzungen zufolge nicht besser aus: 2015 soll die gesamte Wirtschaftsleistung nur um 1,3 Prozent statt der bisher erhofften 2,0 Prozent zulegen.

Auch wenn die Zahlen der Prognose schlechter geworden sind: Europas größte Volkswirtschaft stünde damit im Vergleich zu anderen großen EU-Ländern aber immer noch gut da.

"Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem außenwirtschaftlich schwierigen Fahrwasser", sagte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) in Berlin. Die Binnennachfrage sei aber intakt, der Arbeitsmarkt robust. 2015 werde ein Beschäftigungsrekord erreicht.

Die gute Lage am Arbeitsmarkt ermöglicht laut Gabriel ordentliche Lohnsteigerungen. "Diese bilden das Fundament für merkliche Einkommenszuwächse der privaten Haushalte", sagte der Minister. Die Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer würden 2014 um 2,6 Prozent und im kommenden Jahr voraussichtlich um 2,7 Prozent zunehmen. Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte dürften sich um 2,2 Prozent und 2,9 Prozent erhöhen.

Bereits in der vergangenen Woche hatten die führenden Forschungsinstitute für 2014 und 2015 vor einer Konjunkturabkühlung gewarnt. Die Ökonomen gaben der schwarz-roten Koalition eine Mitschuld daran. Mindestlohn, Mütterrente und die Rente mit 63 hemmten die Investitionsbereitschaft der Unternehmen stärker als zunächst angenommen.

Gabriel machte sich erneut für mehr Investitionen in die Infrastruktur stark. In der Koalition aus Union und SPD ist aber umstritten, ob die Regierung Spielraum für mehr öffentliche Ausgaben hat. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will das Ziel eines ausgeglichenen Bundeshaushalts nicht gefährden.

stk/bos/dpa