Abschied von Michael Sommer Reiner Hoffmann ist neuer DGB-Chef
Neuer DGB-Chef Reiner Hoffmann: Einsatz für gute Arbeit versprochen
Foto: THOMAS PETER/ REUTERSBerlin - Reiner Hoffmann ist neuer Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Der 58-Jährige wurde vom DGB-Bundeskongress mit 93 Prozent zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er erhielt 365 von insgesamt 392 abgegebenen Stimmen und hatte keinen Gegenkandidaten. Der bisherige DGB-Chef Michael Sommer war nach zwölf Jahren im Amt nicht erneut angetreten.
Hoffmann ist nun der höchste Interessenvertreter von gut 6,1 Millionen Mitgliedern der im DGB organisierten Gewerkschaften. Er war zuvor Funktionär der IG Bergbau-Chemie-Energie und bisher als Gewerkschafter vor allem auf europäischer Ebene in Brüssel aktiv.
Seine Schwerpunkte als DGB-Chef will Hoffmann auf dem laufenden DGB-Bundeskongress in einem Grundsatzreferat erläutern. In einer Vorstellungsrede kündigte er an, dass er sich für mehr Arbeitsplätze, für gute Arbeit und mehr soziale Gerechtigkeit einsetzen wolle.
Ein Schwerpunkt werde auch Europa sein. "Mit einer europäischen Kleinstaaterei, mit einem Ausstieg gar aus dem Euro, werden wir nicht die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie steigern", warnte Hoffmann. Auch mehr Ausgaben für Bildung oder mehr soziale Gerechtigkeit seien nur gemeinsam möglich: "Dieses kriegen wir nur in einem europäischen Konzert hin."
Dem DGB gehören acht Einzelgewerkschaften an. Mit Abstand größte Arbeitnehmerorganisationen im Dachverband sind die IG Metall und die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. Zwar meldete der DGB bei den Mitgliederzahlen unterm Strich für 2013 noch ein leichtes Minus von 0,14 Prozent, doch die massiven Mitgliederverluste der vergangenen Jahre scheinen gestoppt. Fünf Einzelgewerkschaften verzeichnen wieder Zuwächse. Auch die Zahl der jüngeren DGB-Mitglieder unter 27 steigt.