Elterngeld: Betriebe leiden nur kurzfristig unter längeren Elternzeiten - DER SPIEGEL
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IAB-Studie zu Sozialleistung Betriebe leiden nur kurzfristig unter längeren Elternzeiten

Durch die Einführung des Elterngeldes 2007 nahmen viele Eltern längere Auszeiten. Zumindest langfristig können Unternehmen die so entstandenen Lücken bei der Beschäftigung laut einer neuen Studie abfedern.
Mehr Familienzeit dank Elterngeld: Ein Kind im Haushalt und die Welt steht plötzlich kopf
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Foto: Guido Mieth / Digital Vision / Getty Images

Unternehmer hatten immer wieder über die Einführung des Elterngelds im Jahr 2007 geklagt. Dadurch fehle es an Arbeitskraft in den Betrieben, hieß es. Eine neue Studie  des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB) in Wiesbaden hat diese Befürchtungen zumindest teilweise widerlegt.

Es entstanden demnach zwar größere Beschäftigungslücken, die auch nur teilweise ausgeglichen werden konnten. Auf längere Sicht habe es jedoch keine nachteiligen Folgen für die Beschäftigung, die Lohnsumme oder gar den Fortbestand der betroffenen Betriebe gegeben. Die längeren Abwesenheiten vor allem von Müttern durch die Einführung des Elterngelds hätten dauerhaft keine negativen Auswirkungen gehabt, schreiben die Forscher.

Viele Mütter bleiben heute länger aus dem Beruf

Beim Elterngeld-Vorgänger, dem Erziehungsgeld, erhielt ein Elternteil etwa zwölf Monate lang einen Betrag von 450 Euro monatlich. Seit 2007 wurde das Erziehungsgeld vom Elterngeld ersetzt. Dies wird abhängig vom bisherigen Nettoeinkommen ausgezahlt, der Höchstbetrag liegt bei 1800 Euro monatlich.

Das vom Bund finanzierte Elterngeld soll Müttern und Vätern, die nach der Geburt eines Kindes ihre Berufstätigkeit unterbrechen oder reduzieren, zumindest einen Teil des Gehalts ersetzen. Vom 1. April an gilt auch eine Gehaltsobergrenze. Seither haben nur noch Paare und Alleinerziehende mit bis zu einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 200.000 Euro einen Anspruch auf diese Leistung.

Während unter den Regelungen des Erziehungsgeldes etwa 40 Prozent der Mütter innerhalb von zwölf Monaten nach der Geburt in den Betrieb zurückkehrten, seien es beim Elterngeld nur noch 20 Prozent gewesen. Diese längeren Pausen führten aber offenbar zu Perspektiven für andere Beschäftigte: Es habe sich gezeigt, dass neu eingestellte Elternzeitvertretungen gute Chancen haben, länger als zwölf Monate im Betrieb zu bleiben. »Demnach könnten Elternzeitvertretungen in vielen Fällen ein Weg in eine dauerhafte Beschäftigung sein«, sagte Mathias Huebener, einer der Autoren der Studie.

Die Karrieren von Müttern dagegen unterscheiden sich laut der Studie kaum. Beim Anteil derjenigen, die nach dem Erziehungsgeldbezug in ihren alten Betrieb zurückkehrten und derjenigen, die nach dem Elterngeldbezug wieder an ihrem bisherigen Arbeitsplatz anfingen, gebe es »praktisch keine Unterschiede«.

apr/dpa