Fed drosselt ultralockere Geldpolitik - DER SPIEGEL
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Konjunkturspritze Fed drosselt ultralockere Geldpolitik

Das Ende der Niedrigzinsära ist eingeläutet: Überraschend hat die US-Notenbank das Volumen der monatlichen Anleihekäufe von 85 auf 75 Milliarden Dollar gesenkt. Den Leitzins beließ die Fed auf seinem Rekordtief.
US-Notenbanker Bernanke, Nachfolgerin Yellen: Leitzins bleibt auf Rekordtief
US-Notenbanker Bernanke, Nachfolgerin Yellen: Leitzins bleibt auf Rekordtief

US-Notenbanker Bernanke, Nachfolgerin Yellen: Leitzins bleibt auf Rekordtief

Foto: Charles Dharapak / AP
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Washington - Experten hatten mit dem Schritt erst im kommenden Jahr gerechnet - nun fährt die US-Notenbank Fed ihre milliardenschweren Konjunkturspritzen schon zum Jahreswechsel zurück. Der monatliche Ankauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren werde ab Januar ein Volumen von 75 statt wie bisher 85 Milliarden Dollar umfassen, teilte die Fed am Mittwoch nach ihrer zweitägigen Ratssitzung mit.

Der Leitzins hingegen bleibe auf dem historischen Tiefstand zwischen null und 0,25 Prozent. Auf diesem Rekordtief liegt er seit Ende 2008, als sich die schwere Finanzkrise ausbreitete. Der Arbeitsmarkt habe sich weiter verbessert, auch wenn die Erwerbslosenquote noch zu hoch sei, begründeten die Notenbanker um den scheidenden Chef Ben Bernanke ihre Entscheidung. Auch Risiken durch die Haushaltspolitik in den USA seien gesunken. Die Anleihekäufe könnten daher künftig mit angemessener Geschwindigkeit weiter reduziert werden, dafür gebe es aber keinen verbindlichen Zeitplan.

Die Ankäufe sollen die US-Wirtschaft stimulieren. Das Prinzip ist einfach: Die Fed kauft unter anderem US-Banken Wertpapiere ab, zum Beispiel hypothekenbesicherte Kreditpapiere, und schreibt ihnen den Kaufpreis auf ihrem Konto bei der Zentralbank gut. Die Privatbanken müssen auf ihrem Fed-Konto stets eine bestimmte Geldreserve halten - durch die Fed-Aktion erhöht sich diese nun schlagartig jeden Monat. Das zusätzliche Geld können die US-Privatbanken für andere Geschäfte nutzen - sie können zum Beispiel mehr Kredite an Firmen und Haushalte vergeben, was die Konjunktur stimulieren soll.

Befürchteter Schock blieb aus

Die US-Börsen haben mit deutlichen Kursgewinnen auf die Entscheidung der Fed reagiert. Die zuvor nervösen Märkte zogen mit der Gewissheit über die Drosselung der milliardenschweren Anleihekäufe deutlich an. Der Dow Jones   stieg auf 16.168 Punkte - so hoch wie nie zuvor. Der breiter gefasste S&P 500 stieg auf das Rekordniveau von knapp 1811 Stellen.

Auch an der deutschen Börse sorgte die Entscheidung der US-Notenbank für deutliche Kursaufschläge. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex sackte nach der Bekanntgabe der Drosselung zwar kurz etwas ab, zog dann aber wieder deutlich an, zwischenzeitlich erreichte er ein Hoch bei 9256 Punkten. Auch am Devisenmarkt gab es deutliche Reaktionen. Nach einer kleinen Berg- und Talfahrt geriet der Euro   unter merklich Druck. Er sank unter die Marke von 1,37 US-Dollar.

"Für die Finanzmärkte ist es entscheidend, dass die Katze aus dem Sack ist", sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. "Dieses seit Mai leidige Thema kann nun nicht mehr für Verunsicherung sorgen." Der 10-Milliarden-Schritt sei "eher homöopathisch".

Wegen der fortschreitenden Erholung der US-Wirtschaft hatten bereits im September viele Ökonomen erwartet, dass die Fed den Anfang vom Ende ihrer Politik des ultrabilligen Geldes einläutet. Damals scheuten die Währungshüter jedoch davor zurück, weil die Folgen des erbitterten Budgetkonflikts im US-Senat nicht abzusehen waren. Durch den Kompromiss zwischen Demokraten und Republikanern wurde dieses Hindernis aber aus dem Weg geräumt.

vks/ssu/dpa/Reuters/AFP