Krankenversicherung: Zusatzbeitrag kann 2027 stabil bleiben - DER SPIEGEL
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GKV-Schätzerkreis Zusatzbeitrag für Krankenversicherung kann 2027 stabil bleiben

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung muss nicht erhöht werden. Gesundheitsminister Carsten Linnemann sieht das als gutes Zeichen. Die Finanzlage der Kassen sei dennoch angespannt.
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann

Foto: ESDES.Pictures; Bernd Elmenthaler / Bernd Elmenthaler / IMAGO

Gesetzlich Krankenversicherte können sich im kommenden Jahr auf stabile Zusatzbeiträge einstellen. Der Schätzerkreis der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) empfahl am Mittwoch eine gleichbleibende Höhe von 2,9 Prozent. Grundlage dafür waren die Ausgaben- und Einnahmeschätzungen für 2027.

Gesundheitsminister Carsten Linnemann sagte am Mittwoch, die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen würden im kommenden Jahr wesentlich geringer ansteigen als noch im laufenden Jahr. Linnemann führte das vorwiegend auf das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz zurück. Das Gesetz entlaste die Krankenkassen im kommenden Jahr um bis zu 15 Milliarden Euro auf der Ausgabenseite. Damit habe man das wichtigste Ziel erreicht, so Linnemann. »Nach wiederholten Beitragserhöhungen ist das ein gutes ‌Zeichen.«

Der Gesundheitsminister betonte zugleich, die Finanzlage der Krankenkassen bleibe trotz Reform angespannt. »Wir müssen die strukturellen Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung lösen und ihre Finanzierung dauerhaft auf eine solide Grundlage stellen«, betonte Linnemann.

Beiträge könnten dennoch steigen

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag ist eine Rechengröße. Die tatsächliche Höhe legt jede Krankenkasse individuell fest. Der Zusatzbeitrag wird zusätzlich zum regulären ​Beitragssatz von 14,6 Prozent fällig. Insgesamt zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber also je ⁠zur ⁠Hälfte 17,5 Prozent des Bruttolohns an die Krankenkassen.

Dies ist aber keine Garantie, dass es nicht doch zu Beitragssteigerungen kommt. Für ‌2026 war der durchschnittliche Zusatzbeitrag auf 2,9 ​Prozent festgelegt ‌worden. Der tatsächliche durchschnittliche Zusatzbeitragssatz beträgt derzeit nach GKV-Angaben gut 3,1 Prozent.

Der Schätzerkreis setzt sich aus Fachleuten des Gesundheitsministeriums, des Bundesamtes für Soziale Sicherung und ​des GKV-Spitzenverbandes zusammen. ⁠Festgelegt wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag ​vom ​Gesundheitsministerium bis zum 1. November eines Jahres.

jah/dpa/Reuters

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