Russland will eigene Ratingagentur gründen - DER SPIEGEL
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Wegen Streit mit US-Branchenriesen Russland will eigene Ratingagentur gründen

In der Vergangenheit gab es immer wieder Streit zwischen Russland und den großen US-Ratingagenturen. Nun will die russische Zentralbank die Spannungen lösen. Mit einer eigenen Agentur.
Russlands Präsident Putin (Archiv): Ratingagentur made in Russia
Russlands Präsident Putin (Archiv): Ratingagentur made in Russia

Russlands Präsident Putin (Archiv): Ratingagentur made in Russia

Foto: Ivan Sekretarev/ AP/dpa
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Russland reagiert auf Streit mit den USA: Die russische Zentralbank will bis Jahresende eine eigene Ratingagentur als Gegenpol zu den US-Branchenriesen aufbauen. "Der russische Markt braucht eine starke Ratingagentur mit einem hohen Maß an Führungsstärke und Professionalität", teilte die Zentralbank mit. Die Agentur solle in der Lage sein, "die Interessen der Wirtschaft" zu erfüllen und von in- wie ausländischen Investoren respektiert zu werden.

Zwischen Russland und den drei Agenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch hatte es immer wieder Spannungen gegeben. So stieß die Entscheidung von Standard & Poor's sowie Moody's, die Kreditwürdigkeit des Landes auf Ramschniveau herabzustufen, auf heftige Kritik. Moskau warf den Firmen politische Motive vor. In der vergangenen Woche gab Präsident Wladimir Putin grünes Licht dafür, die Tätigkeit internationaler Ratingagenturen in Russland gesetzlich zu regulieren.

Die künftige russische Agentur soll nach Angaben der Zentralbank mit drei Milliarden Rubel (48 Millionen Euro) ausgestattet werden. Die Führung übernimmt demnach Jekaterina Trofimowa, die derzeitige Vizepräsidentin der Gazprom-Bank. Sie arbeitete früher für Standard & Poor's.

In der Vergangenheit haben verschiedene Schwellenländer immer wieder versucht, die Dominanz der drei großen Ratingagenturen zurückzudrängen - ohne nennenswerten Erfolg. Ein echter Konkurrent konnte sich bislang nicht etablieren.

mka/AFP