New York City verklagt Hyundai und Kia: Autos zu leicht zu stehlen - DER SPIEGEL
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Vorwürfe der Stadtverwaltung New York verklagt Hyundai und Kia, weil ihre Autos zu leicht zu stehlen sind

In New York wurden in den ersten vier Monaten des Jahres mehr als sechsmal so viele Hyundais und Kias gestohlen wie ein Jahr zuvor. Die Stadt sieht den Grund in falscher Sparsamkeit der Hersteller – und in bestimmten TikTok-Videos.
Wurde beim Diebstahlschutz gespart? Kia-Produktion in der Slowakei
Wurde beim Diebstahlschutz gespart? Kia-Produktion in der Slowakei

Wurde beim Diebstahlschutz gespart? Kia-Produktion in der Slowakei

Foto: Eduard Genserek / AFP

Die Stadt New York hat Hyundai und Kia verklagt. Sie wirft den südkoreanischen Autoherstellern Fahrlässigkeit und Erregung öffentlichen Ärgernisses durch den Verkauf von Fahrzeugen vor, die zu leicht zu stehlen sind. Die bevölkerungsreichste Stadt der USA schloss sich damit mehreren anderen Großstädten an, die Hyundai und Kia bereits wegen der Diebstähle verklagt haben, darunter Baltimore, Cleveland, Milwaukee, San Diego und Seattle.

In einer Klage, die beim Bundesgericht in Manhattan eingereicht wurde, wirft New York den Autoherstellern vor, dass sie es von 2011 bis 2022 versäumt haben, die meisten ihrer Fahrzeuge mit einer Wegfahrsperre auszustatten. Das sei unter Automobilherstellern nahezu einzigartig.

Diebstahlanleitungen auf TikTok

New York sagte, dies habe »die Schleusen für Fahrzeugdiebstähle, Amokläufe, rücksichtsloses Fahren und öffentlichen Schaden geöffnet«. Dabei spielen offenbar auch TikTok-Videos eine Rolle, die zeigen, wie man Autos ohne Startknopf und Wegfahrsperre stiehlt.

Die Stadt sagte, dass sich die Zahl der gemeldeten gestohlenen Hyundais und Kias im letzten Jahr verdoppelt hat, gefolgt von einer »regelrechten Explosion von Diebstählen« in den ersten vier Monaten des Jahres 2023. In dem Zeitraum wurden 977 Diebstähle gemeldet, gegenüber 148 im gleichen Zeitraum des Jahres 2022, ein Anstieg auf mehr als das Sechsfache. Diebstähle von BMW, Ford, Honda, Mercedes, Nissan und Toyota seien dagegen zurückgegangen. Chicago hatte laut Medienberichten  bereits im August 2022 einen Anstieg von Diebstählen beider Marken um insgesamt 800 Prozent im Jahresvergleich gemeldet.

In der Klage der Stadt New York nun wird ein nicht näher bezifferter Schadensersatz und Strafschadensersatz gefordert. Hyundai teilte in einer Erklärung mit, dass seit November 2021 alle Fahrzeuge serienmäßig mit Wegfahrsperren ausgestattet sind und dass das Unternehmen mit einem Software-Upgrade und weiteren Maßnahmen die Gefahr von Diebstählen verringert habe. Im Februar hatten Hyundai und Kia erklärt, sie würden Software-Upgrades für bis zu 8,3 Millionen US-Fahrzeuge anbieten, die keine Wegfahrsperre haben.

Kia verwies in einer Erklärung ebenfalls auf seine Bemühungen zur Diebstahlbekämpfung und erklärte, man arbeite mit den Strafverfolgungsbehörden der Stadt New York zusammen, um Autodiebstähle zu bekämpfen. Das Unternehmen bezeichnete die Klage der Stadt als »unbegründet«.

Einigung in Sammelklage

Letzten Monat einigten sich Hyundai und Kia in einer separaten Sammelklage wegen der Diebstähle auf einen Vergleich über 200 Millionen Dollar. Dieser Fall betraf etwa neun Millionen Fahrzeugbesitzer in den USA und umfasste bis zu 145 Millionen Dollar, um die Verluste für gestohlene Fahrzeuge zu decken, so die Anwälte der Besitzer.

Auf Hyundai- und Kia-Modelle, die in Deutschland verkauft werden, hat der US-Streit keine Auswirkungen. Hierzulande sind elektronische Wegfahrsperren seit Ende der Neunzigerjahre für Neuwagen gesetzlich vorgeschrieben.

mamk/Reuters