Doch nicht »mangelhaft« Stiftung Warentest haftet für fehlerhaften Rauchmeldertest
Leuchtschild mit Logo der Stiftung Warentest
Foto: Monika Skolimowska / dpa»Er alarmiert zu spät, erkennt einen Brand zu langsam – erst wenn der Rauch schon dicht ist. Das ist mangelhaft«: So schrieb die Stiftung Warentest 2020 über einen Rauchmelder des Berliner Unternehmens Pyrexx. Das war nach Ansicht eines Gerichts jedoch falsch.
Nun muss die Stiftung Warentest dafür haften. Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main. Das Gericht sprach Pyrexx einen Schadensersatz zu , die genaue Höhe steht noch nicht fest. Das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig. Die ganze Geschichte zur Klage von Pyrexx gegen die Stiftung Warentest lesen Sie hier.
Das Berliner Unternehmen fordert 7,7 Millionen Euro von der Stiftung Warentest. Durch das »Mangelhaft«-Urteil seien Kunden und Aufträge verloren gegangen. Außerdem sei das Geschäft eingebrochen, Mitarbeiter hätten ihren Job verloren, heißt es von Pyrexx. Ein Sprecher der Berliner Stiftung sagte, dass man die Entscheidung des Gerichts akzeptiere, aber die Höhe der Schadensersatzforderung für »realitätsfern« halte.
Der Grund für die falschen Testergebnisse waren offenbar Probleme im Testaufbau. Wie das OLG festgestellt hat, unterschritt ein Testbrand bei den maßgeblichen Versuchen den vorgeschriebenen Grenzkorridor; nach der Norm wäre der Versuch dann ungültig gewesen und hätte wiederholt werden müssen. Das geschah nicht. Stattdessen fiel der Melder durch.