Taco Bell: Fast-Food-Kette aus den USA stoppt offenbar Expansionspläne nach Deutschland - DER SPIEGEL
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Fast-Food-Kette aus den USA Taco Bell stoppt offenbar Expansionspläne nach Deutschland

Mit über 100 Filialen wollte Taco Bell in Deutschland Fuß fassen. Nun ist die Expansion wohl gestoppt. Verantwortlich dafür sollen nicht die aktuellen Spannungen oder geänderte Gewohnheiten sein – sondern Vorwürfe in Europa.
Filiale der Fast-Food-Kette Taco Bell in Kalifornien
Filiale der Fast-Food-Kette Taco Bell in Kalifornien

Filiale der Fast-Food-Kette Taco Bell in Kalifornien

Foto: Mike Blake / REUTERS

In Berlin sollen bereits Räumlichkeiten für die ersten drei Filialen von Taco Bell angemietet worden sein. Doch nun scheint es, als blieben diese vorerst leer. Die amerikanische Fast-Food-Kette kommt bis auf Weiteres wohl nicht nach Deutschland . Das geht aus internen Unterlagen hervor, die der Wirtschaftswoche vorliegen. Demnach gelten alle Pläne für Filialen in Deutschland inzwischen als gestoppt.

Dreistellige Zahl von Filialen angekündigt

Ursprünglich wollte die Kette, die vorwiegend mexikanisch inspiriertes Fast Food anbietet, bereits im vergangenen Jahr mit 25 Filialen in Deutschland starten, so das Magazin. Bis zum Jahr 2030 sollten dann weitere »100 bis 150« dazukommen. Im vergangenen Mai wurden die ambitionierten Pläne vom türkischen Franchise-Unternehmer Ilkem Sahin angekündigt.

Bekannt wurde der Unternehmer hierzulande als Betreiber weiterer Fast-Food-Restaurants, die er in Lizenz vom Taco-Bell-Mutterkonzern Yum! Brands eröffnete. Zu diesem gehören auch Pizza Hut und KFC.

KFC-Filiale in Hamburg

KFC-Filiale in Hamburg

Foto: Axel Heimken/ dpa

Die geplante Deutschland-Expansion von Taco Bell war bereits nach der ersten Ankündigung auf Sommer 2025 verschoben worden. »Es gab Verzögerungen, deshalb klappt es leider nicht so schnell wie gedacht«, erklärte im November ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Schon damals, berichtet die »Wirtschaftswoche«, habe es Zweifel an dieser Erklärung gegeben. Zwar waren internen Unterlagen zufolge bereits erste Räumlichkeiten gemietet worden, jedoch sei etwa ein eigener Stand auf einer Branchenmesse in Frankfurt am Main kurzfristig abgesagt worden.

Spannungen mit den USA spielten wohl keine Rolle

Schuld am Scheitern der großen Fast-Food-Expansion Sahins sollen allerdings weder die aktuellen Spannungen zwischen Europa und den USA sein, die anderen Konzernen wie Tesla, Carlsberg und Coca-Cola bereits zu schaffen machen. Auch geänderte Konsumgewohnheiten spielten demnach keine Rolle. Vielmehr scheint es, als habe der Franchisenehmer das Vertrauen des Taco-Bell-Mutterkonzerns verloren.

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Wie es heißt, sollen bei Sahins Holding Mitarbeiter bedroht und nicht bezahlt worden sein, die Rede ist auch von »dubiosen Geschäftspraktiken«, sowie womöglich veruntreuten Geldern. Das Unternehmen wies entsprechende Berichte zurück. Doch bereits vor einigen Monaten sagten sich auch die Amerikaner von Yum! Brands von ihrem Partner los und entzog ihm in Deutschland und der Türkei die Lizenz. Einzelne Geschäftsbeziehungen, heißt es , hätten jedoch bis zuletzt bestanden.

Für beide Seiten dürfte die Trennung in den vergangenen Monaten kostspielig gewesen sein. Nach den nun offenbar gestoppten Plänen dürfte die Deutschland-Expansion von Taco Bell vorerst vom Tisch sein. Das Unternehmen hat laut Berichten 8500 Restaurants in gut 30 Ländern.

jpe