Adidas: Deutscher Sportartikelhersteller und Kanye West sind offenbar quitt - DER SPIEGEL
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Kooperation mit Skandalrapper Adidas zieht Schlussstrich unter Zusammenarbeit mit Kanye West

Wegen antisemitischer Ausfälle beendete Adidas 2022 die milliardenschwere Zusammenarbeit mit Kanye West. Der US-Rapper wollte das nicht hinnehmen. Nun erklärt der Konzern den Zwist für beendet.
Rapper Ye im September 2023 in Mailand
Rapper Ye im September 2023 in Mailand

Rapper Ye im September 2023 in Mailand

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Alessandro Bremec / NurPhoto / picture alliance

Er entwarf für Adidas einen Sneaker-Bestseller, im Gegenzug machte die Kooperation mit dem Sportartikelhersteller Kanye West zeitweise zu einem der reichsten Menschen der Welt. 2022 beendete der Konzern die Zusammenarbeit mit dem Rapper und Designer, der sich mittlerweile Ye nennt. Der Grund: wiederholte antisemitische Äußerungen. Es folgte ein Streit zwischen beiden Parteien, der nun offenbar beigelegt wurde. Das gab Adidas nun bekannt.

»Wir schulden ihm nichts mehr, und er schuldet uns nichts mehr«, sagte Vorstandschef Bjørn Gulden. Im Zuge des Vergleichs sei kein Geld geflossen. »Damit ziehen wir einen Schlussstrich unter die Sache. Was auch immer war, ist Geschichte.«

Yeezy-Restbestand

Yeezy-Restbestand

Foto: Seth Wenig / AP

Der fränkische Sportartikelhersteller hatte sich vor zwei Jahren – noch unter Guldens Vorgänger Kasper Rorsted – von West getrennt, nachdem dieser mehrfach mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen Schlagzeilen gemacht hatte. Unter anderem hatte er in einem Tweet den »Tod von drei jüdischen Menschen« gefordert. Der Skandalrapper, der an einer bipolaren Störung leidet, hatte jahrelang eine erfolgreiche Schuhlinie unter dem Namen »Yeezy« für Adidas designt.

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Im vergangenen Jahr hatte Gulden den Künstler in einem Podcast trotz dessen antisemitischer Kommentare verteidigt. Die Zusammenarbeit nannte er »eine der erfolgreichsten Kollaborationen der Geschichte« des Konzerns, und lobte West als »einen der kreativsten Menschen der Welt«.

Ein Bericht der »New York Times«  legte gleichzeitig nahe, dass Adidas offenbar schon früh über die antisemitische Haltung des Designers Bescheid wusste. West soll demnach etwa Hakenkreuze auf Adidas-Schuhe gekritzelt, Pornos in Meetings vorgespielt und sexistische und antisemitische Kommentare gemacht haben. Die Chefetage des Konzerns ließ ihm dieses Verhalten offenbar jahrelang durchgehen.

Teile der »Yeezy«-Erlöse gespendet

Gulden hatte entschieden, den Restbestand an »Yeezy«-Schuhen, die bereits produziert waren, noch auf den Markt zu werfen, um sie nicht vernichten zu müssen. Ein Teil des Erlöses wurde gespendet. Der Lagerbestand an »Yeezy«-Schuhen sei inzwischen, zu Einkaufspreisen, von 500 Millionen auf 50 Millionen Euro geschrumpft, sagte Finanzvorstand Harm Ohlmeyer. Der Rest soll noch in diesem Jahr kostendeckend verkauft werden.

Im Zusammenhang mit der Einigung habe Adidas Rückstellungen von 100 Millionen Euro aufgelöst und den Betrag an die Adidas-Stiftung gespendet. Insgesamt habe der Konzern aus den »Yeezy«-Erlösen fast 250 Millionen Euro Spenden getätigt.

eru/Reuters