Arla investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in Skyr-Produktion - DER SPIEGEL
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Social-Media-Hype Arla investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in Skyr-Produktion

In sozialen Medien mischen junge Menschen das Milchprodukt Skyr mit Energydrinks. Tino Gottschalk, Geschäftsführer der Molkereigenossenschaft Arla, profitiert von dem Trend.
Von Katharina Koerth • • aus DER SPIEGEL 14/2026

SPIEGEL: Wegen eines TikTok-Trends ist Skyr in einigen Supermärkten ausverkauft. Kommt Arla noch hinterher mit der Produktion?

Gottschalk: In den vergangenen Monaten haben wir eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Skyr-Produkten verzeichnet, die unsere aktuellen Produktionskapazitäten übersteigt. Neben dem allgemeinen Gesundheitsfokus vieler Verbraucherinnen und Verbraucher werden diese Effekte zusätzlich durch Social-Media-Trends verstärkt – darunter Rezepte wie der japanische Cheesecake mit Skyr und Karamellkeksen oder Kombinationen aus Skyr und Energydrinks. Solche Entwicklungen beobachten wir sehr aufmerksam, aber wir können deren Dynamik und kurzfristige Nachfrageeffekte nicht vollständig vorhersehen.

DER SPIEGEL 14/2026

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SPIEGEL: Auf TikTok hat ein Nutzer kommentiert, er habe »noch 6 Becher zu Hause, es fühlt sich an, als würde ich einen Schatz besitzen«. Planen Sie, die Produktion auszuweiten, und wie kurzfristig ist das möglich?

Gottschalk: Wir haben in diesem Jahr bereits einen zweistelligen Millionenbetrag in den Ausbau unserer Skyr-Produktionskapazitäten in Deutschland investiert. Aktuell arbeiten wir mit Priorität daran, die Liefersituation zu stabilisieren und unsere Produktionsprozesse zu optimieren. Darüber hinaus prüfen wir, ob wir die Produktion noch weiter ausbauen können, um die Versorgung nachhaltig sicherzustellen.

SPIEGEL: Social-Media-Trends sind oft kurzlebig. Lohnt es sich überhaupt, wegen solcher Hypes die Produktion hochzufahren?

Gottschalk: Trends kommen und gehen. Wir richten unsere Produktion nicht an kurzfristigen Hypes aus. Wenn wir Kapazitäten ausbauen, dann tun wir das, weil wir auch abseits von Trends eine anhaltend hohe Nachfrage sehen und eine stabile Versorgung sicherstellen wollen.

SPIEGEL: Warum denken Sie, dass Verbraucher Skyr auch in Zukunft stärker nachfragen werden?

Gottschalk: Wir beobachten seit Längerem, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher zu proteinreichen, natürlichen und vielseitig einsetzbaren Milchprodukten greifen. Skyr kann für süße oder herzhafte Gerichte verwendet werden. Daher erwarten wir auch unabhängig von aktuellen Trends eine weiterhin stabile und hohe Nachfrage.

SPIEGEL: Wann können Sie denn wieder genug produzieren?

Gottschalk: Wir gehen derzeit davon aus, dass sich die Lage nach Ostern entspannen wird.

SPIEGEL: Beim Skyr-Hype mischen vor allem junge Menschen Skyr mit Energydrinks. Fördert das am Ende nicht problematische Ernährungsweisen?

Gottschalk: Unsere Aufgabe ist es, guten Skyr beziehungsweise gute Milchprodukte herzustellen. Was auf Social Media dann daraus gezaubert wird, lässt sich nur schwer vorhersagen. Wenn nun morgen Skyr-Sushi oder Skyr-Eiswürfel durch die Feeds laufen würden, würde uns das nicht überraschen. Produkte wie Skyr sind dafür gemacht, eine ausgewogene Ernährung zu unterstützen. Was darüber hinaus passiert, entscheidet das Internet.

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