Kryptowährung unter Druck Bitcoin rutscht erstmals seit April unter die Marke von 90.000 Dollar
Bitcoin-Pin
Foto: Laura Brett / Sipa USA / picture allianceWer dem aktuellen Absturz des Bitcoins noch etwas Gutes abgewinnen will, den tröstet vielleicht, dass es nicht der einzige Kryptowert ist, der abrauscht. Auch die Börse Coinbase oder andere Kryptowährungen mit hoher Marktkapitalisierung wie XRP, Solana oder Cardano gaben kräftig nach.
Beim Bitcoin ging es auf der Plattform Bitstamp zwischenzeitlich erstmals seit sieben Monaten unter die Marke von 90.000 Dollar. Analysten sehen das als Zeichen für die zunehmende Risikoscheu an den Finanzmärkten. Zuletzt gab es bei der umsatzstärksten Kryptowährung eine kleinere Erholung: Ein Bitcoin kostete 91.300 Dollar.
Vertrauen könne »bemerkenswert schnell schwinden«
Damit hat sie rund 30 Prozent seit ihrem Höchststand von über 126.000 Dollar im Oktober verloren. Die zweitgrößte Digitalwährung Ether steht ebenfalls unter Druck. Sie verbilligte sich um knapp zwei Prozent auf 2954 Dollar und hat damit seit ihrem Hoch im August fast 40 Prozent an Wert eingebüßt.
Hinter dem Absturz stecken Zweifel an baldigen US-Zinssenkungen und die allgemeine Nervosität an den Börsen. Es gebe börsennotierte Unternehmen und Institutionen, die sich wieder zurückziehen, sagte Experte Joshua Chu von der Hong Kong Web3 Association. »Wenn die Unterstützung nachlässt und die makroökonomische Unsicherheit zunimmt, kann das Vertrauen bemerkenswert schnell schwinden.«
»Die anhaltende Zinsunsicherheit wirkt wie ein Hemmschuh für den Kryptomarkt«, teilte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research mit. Aktuell herrsche am Markt Uneinigkeit darüber, ob die US-Notenbank Fed ihren Leitzins im Dezember – wie erhofft – erneut senken wird. Nach der letzten Senkung Ende Oktober hätten sich einige Fed-Vertreter zurückhaltend mit Blick auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik geäußert, hieß es von der Deutschen Bank.
Der Einbruch beim Bitcoin weckt bei einigen Anlegern Sorgen, dass er ein Vorbote für eine breitere Verkaufswelle sein könnte. Ein Rückgang des Bitcoin zu Jahresbeginn war einem Ausverkauf an den Aktienmärkten vorausgegangen. »Alles in allem ist die Stimmung im Kryptobereich ziemlich schlecht, und das schon seit der ›Leverage-Bereinigung‹ im Oktober«, sagte Matthew Dibb, Investmentchef bei Astronaut Capital. »Die nächste Unterstützungsmarke liegt bei 75.000 Dollar, die erreicht werden könnte, wenn die Volatilität an den Märkten hoch bleibt.«